In Kürze: Meldungen 3 

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Straßen- und Wegegesetz, 2. Lesung  (Top 3; Drs. 15/1906, 15/2875), Deutsch-Deutscher Grenzweg (Top 24; Drs. 15/2903), Ernährungswirtschaft (Top 25; 15/2905), Investitionsbank (Top 35; 15/2752), Ladenschlussgesetz (Top 44; 15/377, 15/388, 15/418, 15/2890)


   Straßen- und Wegegesetz:  Die Kommunen dürfen über ihre Straßen künftig stärker selbst entscheiden. Den Weg dahin ebnete der Landtag im September mit einer Änderung des Straßen- und Wegegesetzes. Für die Kommunen entfallen damit Genehmigungspflichten bei der "Entwidmung" von Straßen oder bei deren Umwidmung etwa zu einer Fußgängerzone. Bisher brauchten Städte dafür den Segen des Landes, Gemeinden den ihres Kreises. Mit der Änderung des Gesetzes wurden zugleich Bestimmungen ergänzt oder neu gefasst, darunter Einzelregelungen zur Definition von Ortsdurchfahrten, zur Bepflanzung von Lärmschutzwällen oder zur Straßenreinigung. Den Gesetzentwurf hatte die Regierung im Mai 2002 vorgelegt. Der Landtag befasste sich in der folgenden Juni-Tagung mit dem Entwurf, überwies ihn an den Wirtschaftsausschuss, um die leicht veränderte Regierungsvorlage jetzt nach Zweiter Lesung einmütig zu beschließen.

  Ernährungswirtschaft: Das Nahrungs- und Genussmittelgewerbe steckt in der Krise. Auf Wunsch des Landtags soll die Regierung im November einen Bericht zur Entwicklung der Ernährungs- wirtschaft seit 1993 und zu ihrer Zukunft vorlegen. Der Antrag kam von der CDU und wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Gefragt wird nach der Zahl der Unternehmen und Mitarbeiter, nach der Höhe der Umsätze, Insolvenzen und Landeshilfen. Die Regierung soll zudem darlegen, welche Bedeutung die Verkehrsanbindung für die Branche hat und welche Folgen die Verlagerung von Firmenzentralen in andere Länder. Im vergangenen Jahr arbeiteten in den 288 Betrieben der Ernährungsbranche noch rund 19.500 Beschäftigte. Vor zehn Jahren gab es 293 Unternehmen mit gut 24.000 Mitarbeitern. Der Umsatz sank von 5,57 Milliarden (1993) auf 4,37 Milliarden Euro (2002). Die Branche hat weiterhin eine große Bedeutung. Das gilt gerade für den ländlichen Raum. Dort haben viele der Betriebe ihren Geschäftssitz.

 

  Deutsch-deutscher Grenzweg:  SPD und Grüne möchten entlang des "deutsch-deutschen Grenzstreifens" einen Rad- und Wanderweg einrichten, um an die Spaltung Europas und deren Überwindung zu erinnern. In ihrem Berichtsantrag, den der Landtag einstimmig beschloss, bitten sie die Landesregierung, gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern ein solches Grenzprojekts zu prüfen. Der Grenzweg biete "eine Kombination von Geschichtswerkstatt und Fahrradtourismus, von Freizeit und Kultur", heißt es in der Vorlage. Erinnert wird an die wertvollen Biotope im ehemaligen Grenzbereich. "Für den Fahrradtouristen werden diese im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar als ökologisches Denkmal und Mahnmal gegen das Vergessen." Umsetzen möchten SPD und Grüne den "Grenzlehrpfad" zunächst im Norden. Fernziel ist ein Weg entlang der gesamten ehemaligen Grenze. Prüfen soll sie Landesregierung auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Berichtstermin ist Anfang 2004.

  Investitionsbank: 

Die Investitions- bank (IB) Schleswig-Holstein steht seit Juni auf eigenen Füßen, bleibt aber das wichtigste Förderinstitut des Landes. Im September überwies der Landtag den IB-Bericht über das Geschäftsjahr 2002 an die Ausschüsse Finanzen und Wirtschaft. Die IB erreichte im Berichtsjahr einen neuen Rekord beim Fördervolumen (1,018 Milliarden Euro). Die Steigerung (460 Millionen Euro) erklärt sich vor allem daraus, dass die IB die Geschäfte der "Öffentlichen Bundesförderung" (366 Millionen) übernahm. Zulegen konnte die Bank aber auch in ihren drei klassischen Förderfeldern Wohnraum, Kommunen und Landwirtschaft. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um elf auf 334. Der Jahresüberschuss betrug sechs Millionen Euro. Die positive Geschäftsentwicklung hielt nach IB-Angaben im ersten Quartal 2003 an. Am 1. Juni begann dann für die 1992 gegründete IB eine neue Epoche. Das Förderinstitut, das bis dahin mit der Landesbank verbunden war, wurde in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt und bekam eine Lizenz für Bankgeschäfte.

mehr Informationen: Investitionsbank Schleswig-Holstein
(www.ib-sh.de)

   Ladenschlussgesetz: Der Landtag hat drei Anträge zum Ladenschluss aus dem Herbst 2000 zu den Akten genommen. Für erledigt erklärte das Parlament den Vorschlag der CDU, im Bundesrat für längere Öffnungszeiten an den Wochentagen einzutreten. Ebenso vom Tisch ist der Antrag der Grünen, die eine "selektive Freigabe der Ladenöffnungszeiten in den Innenstädten (City-Privileg)" gefordert hatten sowie mit Blick auf den Ladenschluss ein Verbandsklagerecht für die Gewerkschaften. Umstritten blieb im Sozialausschuss, der die Vorlagen beraten hatte, der FDP-Vorstoß. Die Liberalen wollten die Regierung verpflichten, eine Bundesratsinitiative zur Abschaffung des Gesetzes über den Ladenschluss zu starten. Das lehnte der Ausschuss mit Stimmen von SPD und Grünen bei Enthaltung der CDU ab. Der Landtag schloss sich auch hier dem Ausschuss mit vom SSW unterstützter rot-grüner Mehrheit an. FDP und CDU waren dagegen. Der Bundestag hatte im März 2003 beschlossen, das Läden sonnabends bis 20.00 (vorher 16.00 Uhr) öffnen dürfen. Seit Juni gilt das. Derzeit haben gut die Hälfte der 450.000 Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland auch nach 16.00 Uhr geöffnet. Davon profitieren vor allem die Innenstädte.

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"Parlamentskompetenz tritt ab" / Annie ist da

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