Kiel (SHL). Die Integrierte
Versorgung im Gesundheitswesen ist in Schleswig-Holstein gut
gestartet. Das sagte Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht
(SPD) am Donnerstag, 23. September, im Kieler Landtag in ihrem
Bericht zum Thema. Aktuelle Beispiele seien das Managementsystem
Brustkrebs oder eine Klinik, in der es bereits einen Vertrag
über das gesamte Leistungsspektrum gebe. Derzeit werde mit
Krankenkassen und Verbänden über ein landesweites und
kassenübergreifendes Modell zur Integrierten Versorgung in der
Altenpflege beraten, dass unter Umständen schon Ende des Jahres
in Kraft treten könne, so Trauernicht.
Ziel der Integrierten Versorgung
ist es, die bislang starre Abgrenzung zwischen
Versorgungsangeboten und Sozialleistungszweigen zu
überwinden, wie die Verzahnung von stationärer und
ambulanter Behandlung oder der Inanspruchnahme von
Rehabilitationsleistungen. Vielfach seien die Patienten
bisher gezwungen, den Fortgang der für sie richtigen
Therapie selbst zu recherchieren und zu organisieren.
Über-, Unter- und Fehlversorgungen sollen durch die Integrierte
Versorgung vermieden werden; die Qualität der Versorgung bei
sinkenden Kosten steigen.
Zustimmung und Kritik
Im Grundsatz begrüßten alle Fraktionen den
Start der Integrierten Versorgung. CDU und Liberale kritisierten
jedoch Art und Umfang der Finanzierung. Diese müsse aus den
bestehenden Budgets der Krankenhäuser und Praxen aufgebracht
werden, denen ohnehin die dritte Nullrunde bevorstehe. "Besser
wäre es gewesen, finanziell drauf zu legen, wenn man das
wirklich gewollt hätte", sagte Werner Kalinka (CDU).
Veronika Kolb (FDP) forderte darüber hinaus eine breitere
Einbindung aller betroffenen Akteure. Derzeit seien
beispielsweise die meisten niedergelassenen Ärzte außen vor.
"Es läuft noch nicht alles so, wie es
sollte", räumte auch Jutta Schümann von der SPD ein. Sie
sei jedoch optimistisch, dass die Integrierte Versorgung eine
passgenauere, aber auch finanziell günstigere Behandlung
ermöglichen werde. Hierzu gebe es keine Alternative, betonte
auch Angelika Birk (Grüne): "Nur indem vernetzt zusammen
gearbeitet wird, lassen sich Qualitäts- und Effizienzsteigerung
miteinander verbinden." Die Integrierte Versorgung müsse
zum Markenzeichen einer künftigen Gesundheitsversorgung in
Schleswig-Holstein werden, stimmte Silke Hinrichsen (SSW) zu.
Das Modell könne die Akteure dazu bewegen, die gewohnten Bahnen
zu verlassen und neue Wege zu gehen, um die Versorgung der
Patienten zu verbessern.
Der Gesundheitsausschuss wird sich weiter mit
dem Thema befassen.