Kiel (SHL). Ein Pflege-TÜV soll über
menschenwürdige Lebensbedingungen in Schleswig-Holsteins Alten-
und Pflegeheimen wachen. Dies hat die FDP-Fraktion am Freitag,
24. September, gefordert. Von einem Mehr an Kontrolle erhoffe
sie sich weniger Klagen über den Pflegenotstand, sagte Veronika
Kolb (FDP). Dem widersprach Sozialministerin Gitta Trauernicht
(SPD).
Der von den Liberale gewünschte Pflege-TÜV kollidiere mit den
Kompetenzen des Bundes. Dessen Einführung sei somit rechtlich
ausgeschlossen.
Statt Pflege-TÜV forderte Andreas Beran (SPD)
eine bessere Verbraucherinformation und mehr Wettbewerb.
Wichtiger als eine zusätzliche Kontrollinstanz sei das
Bewusstsein der Bevölkerung für das Thema Altenpflege, befand
Helga Kleiner (CDU). 15 Prozent mehr Pfleger forderte Angelika
Birk (Grüne). Die Personalsituation sei das Hauptproblem der
Pflegeheime. Das "Mehr" an Personal dürfe keineswegs
aus dem 1-Euro-Job-Bereich kommen, mahnte Sike Hinrichsen (SSW).
Parteiübergreifende Zustimmung gab es für die
Forderung der Liberalen, die Pflegeausbildung weiter zu
entwickeln und überdies eine Professur für Pflegewissenschaft
einzurichten. Erste Schritte zur Qualitätssicherung in der
Pflege hat die Landesregierung bereits unternommen: So
wird zurzeit in Flensburg die integrierte Ausbildung zum
Kranken- und Altenpfleger getestet.
Das Thema wird im Sozialausschuss weiter
beraten.