Auf dieser Seite: LKW-Maut  -  KFZ-Steuer

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Top 28: 
Vorbereitung der LKW-Maut
Antrag der Fraktion der CDU

Drucksache: 15/3662
-Plenarprotokoll-
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Top 16: 
KFZ-Steuer vereinfachen
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Neuer Antrag der Fraktionen von SPD und B´90/GRÜNE - Drs. 15/3680neu
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP - Drs. 15/3681
Drucksache: 15/3637
-Plenarprotokoll-
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LKW-Maut: Mehrfach verschoben, immer noch aktuell

Kiel (SHL).  Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) hat sich am Mittwoch, 22. September 2004, zuversichtlich gezeigt, dass das LKW-Mautsystem im Januar 2005 zumindest in einer abgespeckten Variante starten kann. Die Opposition und SSW dagegen kritisierten die bisherigen Fehler bei der Umsetzung und befürchteten chaotische Zustände bei der Einführung. Einig waren sich die Fraktionen darin, dass die Einnahmen aus der Maut für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik gebraucht werden und eine reibungslose Einführung des Systems zum 1. Januar ein wichtiges Signal sei. Die Lkw-Maut sollte ursprünglich im August 2003 starten, musste  wegen technischer Schwierigkeiten jedoch verschoben.

"An den schleswig-holsteinischen Autobahnen hat sich in den letzten Monaten einiges getan", sagte Rohwer. Es spreche daher alles dafür, dass auch in Schleswig-Holstein alles funktionieren werde: Die Arbeiten an den elf Autobahn-Mautbrücken seien beendet, zum manuellen Einbuchen gebe es 120 Terminals an allen Autobahnauffahrten und auch in den großen Ostseehäfen und an der Grenze zu Dänemark seien genügend Terminals vorhanden. "Das Maut-Desaster hat dem Norden erheblich geschadet und Schleswig-Holstein ist mit wichtigen Verkehrsprojekten auf dem Abstellgleis gelandet oder muss erhebliche Verzögerungen hinnehmen", sagte Roswitha Strauß (CDU), deren Fraktion das Thema auf die Tagesordnung gehoben hatte. Die Bundesregierung habe bei der Maut-Einführung etliche handwerkliche Fehler gemacht und sich vom Betreiberkonsortium Toll Collect über den Tisch ziehen lassen. 

Weitere Stimmern aus dem Plenum:

Bernd Schröder (SPD): Durch geschickte Verhandlungen der Landesregierung hat es trotz der Ausfälle der Maut-Einnahmen bei der Realisierung von Verkehrsprojekten in Schleswig-Holstein noch keine Verzögerungen gegeben.

Christel Aschmoneit-Lücke (FDP): Die technischen Luftschlösser zerplatzten wie Seifenblasen, als sie den harten Asphalt der Realität berührten.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Die LKW sind für 95 Prozent des Straßenabriebs verantwortlich. Deshalb ist die LKW-Maut die richtige Maßnahme, um die Kostenverursacher in eine Gegenleistung zu zwingen.

Lars Harms (SSW): Man sollte nach den bisherigen Erfahrungen mit der LKW-Maut den Mund nicht zu voll nehmen: "Ich kann mir das Chaos an den Autobahnen lebhaft vorstellen, wenn das Mautsystem am 1. Januar startet."

Hintergrund:
  Ursprünglich sollte das Mautsystem für die Erfassung von Lkw-Gebühren Ende August 2003 eingeführt werden. Der Start war aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben worden. Die Bundesregierung beklagt Einnahmeausfälle von mehr als 150 Millionen Euro pro Monat und verlangt deshalb rund vier Milliarden Euro von den Toll-Collect-Betreibern, Deutsche Telekom und Daimler-Chrysler, an Ausgleichszahlungen. Der Einnahmeausfall gefährdet wichtige Verkehrsvorhaben in Bund und Ländern.
  Laut einer Prognose von Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) im Februar 2004 fließen in diesem Jahr aufgrund des Maut-Desasters 150 Millionen Euro weniger an Bundesmitteln in den Verkehrsetat Schleswig-Holsteins. Unterdessen hat Christoph Bellmer, Chef des Maut-Unternehmens, den Start des Mautsystems für den 1. Januar 2005 fest angekündigt.
  Mit der Einführung der Lkw-Maut will die Bundesregierung die Spediteure an den Kosten für den Bau, Erhalt und Betrieb der Bundesautobahnen beteiligen. Laut Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesn belastet ein Lkw mit 40 Tonnen Achsenlast die Straßen 60.000 mal so stark wie ein Pkw.

mehr Informationen: plenum-online, Februar 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2004/texte/dringlichkeit_maut.htm)

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Abschaffung der KFZ-Steuer: Einig in der Sache, uneins im Detail
Umschichtung auf Mineralölsteuer geplant

Kiel (SHL). Der schleswig-holsteinische Landtag hat am Donnerstag, 23. September, mit den Stimmen von Rot-Grün und SSW die Abschaffung der KFZ-Steuer gefordert und sich dafür ausgesprochen, im Gegenzug die Mineralölsteuer zu erhöhen. Voraussetzung für diese Reform sei jedoch, dass der Bund als Ersatz eine andere Steuerart mit gleich hohem Aufkommen an die Länder abtrete. Anders als die KFZ-Steuer fließen die Einnahmen aus der Mineralölsteuer nicht in die Landeskasse sondern in die Schatulle des Bundesfinanzministers. Prinzipiell stimmten auch CDU und FDP in der Sache zu.  Vor einem endgültigen Beschluss seien aber noch etliche offene Fragen zu klären, mahnten die beiden Oppositionsparteien. Sollte es zu einer Umsetzung kommen, dann würden die Spritpreise nach unterschiedlichen Berechnungen um rund 10 bis 14 Cent pro Liter steigen; im Gegenzug würde die nach dem Hubraum berechnete Steuer komplett entfallen.

Die Argumente "Pro-Reform" wurden von allen Fraktionen geteilt. Sie sei ein Beitrag zur Steuergerechtigkeit, weil künftig "Fahren statt Parken" besteuert werde. Im Gegensatz zur KFZ-Steuer richte sich die Mineralölsteuer nicht nach der Motorgröße, sondern nach dem tatsächlichen Verbrauch. Zudem stehe der Verwaltungsaufwand für die derzeitige KFZ-Steuer in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Allein in Schleswig-Holstein seien 120 Beamte mit der Erhebung der Steuer befasst; diese könnten nach Vorstellung der CDU künftig eingespart oder, wie von Rot-Grün gefordert, zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs eingesetzt werden.

Kritik an Minister

Streit entzündete sich dagegen am Bericht von Finanzminister Stegner zum Stand der Umsetzung der Reform. Während der Minister die Pläne auf einem guten Weg sah ("in Berlin bewegt sich etwas"), warfen Union und FDP dem Finanzminister Untätigkeit vor: Sein Ministerium habe seit zwei Jahren den Auftrag die Reform vorzubereiten. Trotzdem habe Stegner kein Wort darüber verloren, wie viel teurer beispielsweise der Liter Benzin werde oder welche Auswirkungen die Reform für Haushalt und Bürger in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein habe. Auch wie die Länder konkret für die Ausfälle aus der KFZ-Steuer kompensiert werden sollen, sei weiter unklar.

CDU und FDP wollten sich bloß vor einer konkreten Aussage drücken, kritisierten Rot-Grün und SSW die Haltung der Opposition. Selbst die CDU-Ministerpräsidenten Koch und Stoiber hätten sich inzwischen klar für die Abschaffung der KFZ-Steuer ausgesprochen. Die Opposition im schleswig-holsteinischen Landtag übe sich dagegen weiter in "Blockadehaltung". Ein einstimmiges Votum in dieser Sache sei zudem auch ein deutliches Signal nach Berlin, warb Rot-Grün um einen gemeinsamen Beschluss des Landtags. Dazu ist es trotz einer Unterbrechung der Debatte und zusätzlicher Beratungen im kleinen Kreis während der Mittagspause nicht gekommen: Ohne weitere Aufklärungen über die Folgen der Reform für das Land sahen FDP und CDU keinen Spielraum für ihre Zustimmung. Sie legten statt dessen einen eigenen Antrag mit zahlreichen Fragestellungen vor, der jedoch von Rot-Grün und SSW abgelehnt wurde.

Die Abschaffung der KFZ-Steuer ist auch erklärtes Ziel der Finanzministerkonferenz der Länder. Schleswig-Holstein hat von der Konferenz den Auftrag erhalten, die konkreten Details für die Umsetzung zu erarbeiten. Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel hat sich bereits für die Reform ausgesprochen.

Hauptredner: Finanzminister Ralf Stegner (SPD), Rainer Wiegard (CDU), Günter Neugebauer (SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (B’90/Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

Hintergrund:
  Die Einnahmen aus der KFZ-Steuer (rund 7,8 Milliarden Euro) stehen bislang den Ländern zu. Die Länder sind bereit, diese Steuer dem Bund zu überlassen und wollen im Gegenzug die Einnahmen aus der Versicherungssteuer (rund 8,8 Milliarden Euro) übernehmen. Damit wäre auf Bundesebene der Weg frei, die KFZ-Steuer abzuschaffen und statt dessen die Mineralölsteuer zu erhöhen. Diese Steuer richtet sich nach dem Verbrauch des Motors und der Fahrleistung. Die Konferenz der Landesminister hat Schleswig-Holstein beauftragt, Vorschläge zur Umschichtung der Steuer zu erarbeiten. Finanzminister Ralf Stegner (SPD) hofft auf die Umsetzung des Steuertausches bis zum Jahr 2006.

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