Kiel (SHL). Die
Investitionsbank (IB) Schleswig-Holstein ist erfolgreich in die
Selbständigkeit gestartet. Dieses Fazit haben Rot-Grün und SSW
am Donnerstag, 23. September, auf gezogen. Die Opposition wünschte sich von dem
Förderinstitut zukünftig eine verstärkte Unterstützung für
kleinere und mittlere Wirtschaftsunternehmen im Land. Laut
Geschäftsbericht der IB wurde 2003 insgesamt ein Fördervolumen
von rund 1,3 Milliarden Euro bewilligt, dies entspricht einer
Steigerung von weit über 300 Millionen Euro (31,7 Prozent). Die
Bilanzsumme hat sich um 5,6 Prozent auf 8,16 Milliarden Euro
erhöht, das Eigenkapital wird mit 988,4 Millionen Euro
ausgewiesen. Hierin ist ein Bilanzgewinn von fünf Millionen
Euro enthalten.
Der erste Rechenschaftsbericht seit der
Ausgliederung aus der schleswig-holsteinischen Landesbank im
Zuge der Gründung der HSH-Bank beweise, so Rot-Grün, dass
die von CDU und FDP vor gut einem Jahr geäußerten Bedenken unbegründet seien. Die Neuordnung habe eine
zukunftsfähige Struktur geschaffen, sagte Sozialministerin
Gitta Trauernicht (SPD), die in der Debatte Wirtschaftsminister
Bernd Rohwer (SPD) vertrat. Auch Union und Liberale lobten die
Mitarbeiter und Arbeit der IB, monierten jedoch: Die
Landesregierung setze das Institut nicht effektiv genug ein.
Zudem sei der gesamtwirtschaftliche Effekt der Förderung
verschwindend gering. Eine Wende auf dem Arbeitsmarkt sei mit
Subventionsprogrammen allein nicht zu schaffen.
Der Finanz- und der Wirtschaftsausschuss wird
den Rechenschaftsbericht abschließend beraten.
Stimmen aus der Debatte:
Ursula Kähler (SPD): Die IB hat wiederum
bewiesen, dass sie als Förderinstrument des Landes ein
unverzichtbarer Partner für Wirtschaft und Kommunen ist.
Hans-Jörn Arp (CDU): Es fehlt der
mittelständischen Wirtschaft das Geld und das Risikokapital.
Das Förderinstrument IB ist da, nur die Ideen aus dem
Wirtschaftministerium fehlen.
Heiner Garg (FDP): Die IB kann
Schleswig-Holstein nicht aus der strukturellen Krise reißen.
Das wird nur mit beschäftigungsfreundlicheren Rahmenbedingungen
zu schaffen sein.
Monika Heinold (B’90/Grüne): Betonen
möchte ich das Programm zur Unterstützung von
Existenzgründerinnen. Frauen, die sich in Schleswig-Holstein
selbstständig machen wollen, haben hier eine hervorragende
Chance.
Lars Harms (SSW): Der Bericht zeigt, dass
die Verselbständigung der IB erfolgreich gewesen ist. Die
konkreten Ergebnisse können sich dabei sehen lassen.