Landtagspräsident Arens zog in seinem Bericht
eine insgesamt zwiespältige Bilanz der
Ostseeparlamentarierkonferenz. Er bedauerte insbesondere das
Scheitern der Initiative des Schleswig-Holsteinischen Landtages,
einen Beauftragten für demokratische Entwicklung und Minderheitenangelegenheiten
im Ostseeraum zu berufen (siehe auch: plenum-online,
August
2004). Arens merkte kritisch an, dass sich die
Konferenz in Hinsicht auf die Verbindlichkeit ihrer Beschlüsse in
einer Grauzone befinde, weshalb eine Rückkopplung zu den
regionalen Parlamenten "um so wichtiger" sei.
"Wir wollen dazu beitragen, dass die
Ostseeregion zu einer Modellregion in einem sich wandelnden Europa
wird und sich darin ein starkes Schleswig-Holstein
entwickelt" machte Ministerpräsidentin Simonis das Hauptziel
der Ostseepolitik ihrer Regierung deutlich. Als Schwerpunkte der
Ostseeaktivitäten nannte sie unter anderem die Stichworte: Ausbau
der Hochschulregionen zu einer Wissensregion Ostsee, verstärkte
Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, kulturelle
Begegnungen sowie die Chancen Schleswig-Holsteins als
Transport-Drehscheibe des Ostseeraums.
Die Berichte wurden dem Europaausschuss
zugeleitet.
Stimmen aus der Debatte
Manfred Ritzek (CDU): Nicht jede
Konferenz der gleichen Organisation, in diesem Fall die BSPC, kann
gleich erfolgreich sein. Diese 13. Ostseeparlamentarierkonferenz
in Bergen war sicherlich eine der am wenigsten erfolgreichen, was
konkrete Ergebnisse betrifft.
Ulrike Rodust (SPD): Es ist
erfreulich, dass die Landesregierung und wir Parlamentarier in
Sachen Ostseekooperation durch neue Ideen und Aktivitäten der
Motor im Ostseeraum sind.
Joachim Behm (FDP): Wenn
Ostseepolitik für uns eine aktive Politik zur Vertiefung der
Integration in dieser Region bedeutet, dann muss nicht nur von
Schleswig-Holstein ein Signal ausgehen. Dann muss sich auch die
Bundesregierung stärker einsetzen.
Detlef Matthiessen (Grüne): Schleswig-Holstein
wird die Zukunft im Norden Europas gehören. Neben den
wirtschaftlichen Kontakten geht es auch um kulturelle und
politische Zusammenarbeit.
Anke Spoorendonk (SSW): Die
Ostseekooperation steht mit der EU-Erweiterung vor neuen
Weichenstellungen. Es führt kein Weg daran vorbei, dass die
Ostseeregion verstärkt eine eigene Stimme in Brüssel entwickeln
sollte, um die eigenen Interessen dort wirkungsvoll vertreten zu
können.