Auf dieser Seite: Waldgesetz  –  Natura 2000

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Top 11: 
Entwurf eines Waldgesetzes für das Land Schleswig-Holstein (Landeswaldgesetz - LWaldG)
Gesetzentwurf der Fraktion der FDP

Drucksache: 16/270
-Plenarprotokoll-
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Top 27: 
Anmeldung neuer Natura-2000-Gebiete
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Drucksache: 16/272neu
-Plenarprotokoll-
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Land will Waldgesetz im 
kommenden Jahr novellieren
Jüngster Entwurf der FDP stößt bei SPD 
und Grünen auf massive Kritik

Kiel (SHL/29.09.). Das erst seit Anfang diesen Jahres in Schleswig-Holstein geltende Waldgesetz soll schon im nächsten Jahr novelliert werden. Dies hat Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) anlässlich der Ersten Lesung über einen Gesetzentwurf der Liberalen angekündigt. Die FDP fordert insbesondere, die Rechte von Waldbesitzern gegenüber den aktuellen Regelungen deutlich auszuweiten. Diese Aspekte will der Umweltminister in eine eigene umfassende Novelle, mit dem Ziel Deregulierung und Entbürokratisierung zu schaffen, einarbeiten, so von Boetticher. SPD und Grüne stellten sich in der Debatte gegen den vorliegende Entwurf der Liberalen und kritisierten ihn als "ökologischen Kahlschlag". Die Bedeutung des Waldes für das Allgemeinwohl kämen in dem Entwurf zu kurz.

Ein modernes Waldgesetz müsse den Wald schützen und weitere Entwicklungen ermöglichen, begründete der Liberale Günther Hildebrand seine Position. Bevormundungen im "rot-grünen Kommando-Ton" seien kontraproduktiv, den Waldbesitzern müsste etwa bei der Auswahl der Bäume wieder mehr Eigenverantwortung zurückgegeben werden.

Die Liberalen streben unter anderem an, die Regeln für Kahlschlag neu zu definieren. Statt bis auf 60 Prozent sollen Waldbesitzer künftig den Baumbestand auf einem 0,3 Hektar-Areal bis auf 40 Prozent abholzen dürfen. Außerdem soll nach Willen der FDP das Betreten von Körperschafts- und Privatwald eingeschränkt werden. Hier sollen Spaziergänger "nur Waldwege aller Art und unbestockte angrenzende Waldflächen" benutzen dürfen – also nicht tiefer in den Wald eindringen. Diese geplante Unterscheidung von Staats- beziehungsweise Privat- und Körperschaftswald beim Betreten von Wäldern führe zu einem Schilderwald, entgegnete Karl-Martin Hentschel (Grüne). Auch von Waldschäden, etwa durch Monokulturen hervorgerufen, hätte die FDP noch nichts gehört, rief er aus.

SPD: "FDP auf dem Holzweg"

Hartmut Hamerich (CDU) begrüßte hingegen die Zielrichtung des Entwurfs. Die Akzeptanz der privaten Waldbesitzer sei wichtig. Er plädierte dafür, die Vorlage bis 2006 in eine umfassende Novelle einzubeziehen. "Die FDP befindet sich auf dem waldpolitischen Holzweg", befand hingegen Sandra Redmann (SPD). Die Funktion des Waldes etwa zur Erholung werde nicht berücksichtigt, die FDP sehe den Wald nur in "Kubikmetern für die Wirtschaft". Lars Harms (SSW) sah den Entwurf differenziert: Negativ seien die vielen Ausnahmen etwa bei der Betretungsregelung, die zu mehr Bürokratie führen würden. Positiv zu bewerten seien die Entschädigungen an die Waldbesitzer, wenn ihr Wald zu Schutzwald erklärt wird und es dadurch zu einer Wertminderung kommt.

Schleswig-Holstein ist laut dem jüngsten Forstbericht der Landesregierung das waldärmste Flächenland in Deutschland: Während im Bundesdurchschnitt die Waldfläche bei rund 30 Prozent liegt sind es hierzulande nur 9,9 Prozent. Die ausgiebigsten Waldspaziergänge können in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg gemacht werden, die wenigsten Bäume vor ihrer Haustür haben die Bürger in Dithmarschen. Von den 155.000 Hektar Waldfläche im nördlichsten Bundesland wird rund die Hälfte privat bewirtschaftet; 52.000 Hektar sind Staatswald und 23.000 Körperschaftswald.

Der Entwurf wurde an den Umweltausschuss sowie den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  Die FDP legt dem Landtag den Entwurf für ein neues Waldgesetz vor. Er stärkt gegenüber dem Gesetz, das der Landtag im vergangenen Jahr mit der damaligen rot-grünen Mehrheit beschlossen hat, die Rechte der Waldbesitzer. Einige der von den Liberalen vorgesehenen Änderungen:
  • Die Regeln für Kahlschlag werden neu definiert. Statt bis auf 60 Prozent sollen Waldbesitzer künftig den Baumbestand auf einem 0,3 Hektar-Areal bis auf 40 Prozent abholzen dürfen.
  • Der FDP-Entwurf berücksichtigt – im Gegensatz zur rot-grünen Regelung – die "wirtschaftlichen Interessen der waldbesitzenden Person" bei der Umwandlung von Wald.
  • Der FDP-Entwurf verzichtet auf eine Reihe von zurzeit gültigen Vorschriften zum Umgang mit Staatswald, etwa die Erhöhung des als Dünger dienenden Totholz-Anteils, die Rückführung von zehn Prozent der Staatswälder zu Naturwäldern oder das Gebot, Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.
  • Das Betreten von Körperschafts- und Privatwald soll nach Willen der FDP eingeschränkt werden. Hier sollen Spaziergänger "nur Waldwege aller Art und unbestockte angrenzende Waldflächen" benutzen dürfen – also nicht tiefer in den Wald eindringen.

Stichwort: Wald in Schleswig-Holstein
 
Schleswig-Holstein ist laut dem jüngsten Forstbericht der Landesregierung das waldärmste Flächenland in Deutschland: Während im Bundesdurchschnitt die Waldfläche bei rund 30 Prozent liegt sind es hierzulande nur 9,9 Prozent. Die ausgiebigsten Waldspaziergänge können in den Kreisen Herzogtum Lauenburg mit seinem Sachsenwald und Segeberg gemacht werden, wo der Waldanteil 24,6 beziehungsweise 15,1 Prozent beträgt. Die wenigsten Bäume vor ihrer Haustür haben die Bürger in Dithmarschen: Hier liegt der Waldanteil bei 3,3 Prozent. Von den 155.000 Hektar Waldfläche im nördlichsten Bundesland wird rund die Hälfte (80.000 Hektar/51Prozent) privat bewirtschaftet; 52.000 Hektar (34 Prozent) sind Staatswald und 23.000 (15 Prozent) Körperschaftswald.

mehr Informationen: plenum-online, November 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2004/
texte/10_32_29_wald_gartenschau.htm)

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Natura-2000-Gebiete: Land
arbeitet an Ausweisung
Minister hat noch keine konkreten Pläne im Gepäck

Kiel (SHL/29.09.). Bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten kommt auf Schleswig-Holstein noch viel Arbeit zu. Dies bekannte Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) bei der Vorstellung eines von den Grünen beantragten Berichts zum Stand der Anmeldung neuer Natura 2000-Gebiete. Konkrete Ausweisungspläne hatte er in dieser Tagung nicht im Gepäck. Eine meldefähige Gebietskulisse stellte von Boetticher bis 2006 in Aussicht. 

Der Minister nannte die "missliche Lage" eine "Erblast" der früheren Umweltminister. Besonders Klaus Müller (Grüne), der letzte Legislaturperiode das Amt bekleidet hatte, habe alles besser machen wollen und viele Gebiete ausgewiesen  – bei der Meldung habe ihn aber dann "der Mut verlassen."  Nun müssten Gebiete nachgemeldet werden und gleichzeitig bereits gemeldete Flächen auf fachliche Fehler hin überprüft werden, sagte von Boetticher. Unter anderem sind davon auch die Gebiete um den Lübecker Flughafen Blankensee sowie auf der Halbinsel Eiderstedt betroffen. 

Im Rahmen des 1992 beschlossenen Programms "Natura 2000" haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, Naturschutzgebiete im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Vogelschutz-Richtlinie auszuweisen. Mit Stand vom Juli 2004 hat das Land Schleswig-Holstein 270 FFH-Gebiete sowie 45 Vogelschutzgebiete ausgewählt und gemeldet. Dies reicht der EU-Kommission nicht aus. Brüssel hat deswegen Korrekturbedarf angemeldet und fordert Nachbesserungen.

SPD versucht zu vermitteln

Eine Ausweisung dürfe nur aufgrund fachlicher Kriterien geschehen, verlangte Karl-Martin Hentschel (Grüne). Veränderungen an den Flächen, wie die CDU sie Bürgern und Wirtschaft etwa beim Flughafen Lübeck versprochen habe, seien nur politisch motiviert gewesen. Herlich Marie Todsen-Reese von der Union sah in dem Antrag der Grünen eine "Steilvorlage", um über die "grottenschlechte Umsetzung" von Natura 2000 von Müller zu reden. Daran seien die Grünen gescheitert und hätten nun einen "Scherbenhaufen" hinterlassen.

Häme sei nicht angebracht, keine Partei habe sich bei Natura 2000 mit Ruhm bekleckert, versuchte Konrad Nabel (SPD) zu beruhigen. Nun sei Rechtssicherheit für die betroffenen Gebiete gefragt. Der Antrag der Grünen sei nachvollziehbar; die Landesregierung müsse unabhängig von den Fehlern der rot-grünen Vorgängerregierung darlegen, wie sie weiter vorgehen wolle, befand auch der Liberale Günther Hildebrand. Lars Harms (SSW) stellte die Frage, wie von der Flächenausweisung Betroffene in den jeweiligen Regionen unterstützt werden sollen. Er plädierte für frühzeitige Informationen, um den Eigentümern noch die Möglichkeit einer Klage einzuräumen.

Hintergrund:
  Die Grünen wollen von der Landesregierung Einzelheiten zur Meldung von neuen Natura 2000-Naturschutzgebieten wissen.
  Im Rahmen des 1992 beschlossenen Programms "Natura 2000" haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, Naturschutzgebiete im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Vogelschutz-Richtlinie auszuweisen. Mit Stand vom Juli 2004 hat das Land Schleswig-Holstein 270 FFH-Gebiete mit einer Landfläche von rund 124.000 Hektar und einer Meeresfläche von rund 567.000 Hektar ausgewählt und gemeldet. Bei den Vogelschutzgebieten belaufen sich die gemeldeten Gebiete auf 45 mit rund 101.000 Hektar Land- und rund 738.000 Hektar Meeresfläche.
  Dies reicht der EU-Kommission nicht aus. Brüssel hat deswegen Korrekturbedarf angemeldet und fordert Nachbesserungen. Bei der deshalb anstehenden vierten Gebietsmeldung soll es nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums unter anderem um die Gebiete rund um den Flughafen Lübeck-Blankensee gehen. Hier hatte das Oberverwaltungsgericht Schleswig im Sommer den Ausbau aus Umweltschutzgründen gestoppt.

mehr Informationen: plenum-online, April 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/april2004/texte/39_ffh.htm)
mehr Informationen:
plenum-online, August 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/august2005/
texte/14_32_flughafen_luebeck.htm)
mehr Informationen:
www.natura2000-sh.de

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