Auf dieser Seite: Europäische Identität

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a. ) Europäische Identität in Schleswig-Holstein schaffen!
Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
b.) Schleswig-Holstein stärkt das "Europa der Regionen"
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/157, 16/218
-Plenarprotokoll-

Sonntagsreden schaffen kein europäisches Bewusstsein
Landtag fordert mehr individuelle Beteiligung
am Identitätsprozess

Kiel (SHL/30.09.). Breiter Konsens herrschte im Plenum über verstärkte Anstrengungen für eine wachsende Europäischen Identität in Schleswig-Holstein und über eine Stärkung des "Europa der Regionen". In der Aussprache zu einem von den Grünen und Schwarz-Rot beantragten Regierungsbericht war sich das Plenum einig, dass Europa von seinen Bürgern getragen werden müsse. Dies sei nur durch persönliche Erfahrungen des Selbsterlebens möglich und nicht durch Sonntagsreden von Politikern. Eine Schlüsselposition solle nach Meinung der Grünen dabei auch die Bildung einnehmen.

Europaminister Uwe Döring (SPD) lobte in seinem Bericht in diesem Zusammenhang die Arbeit der Europaschulen. Er fügte aber hinzu, dass auch in anderen Schulen Europa durchaus präsent sei, wie beispielsweise durch Schul-Partnerschaften, Projektarbeiten und fächerübergreifende Veranstaltungen. Er warnte davor, europäisches Bewusstsein durch Sonntagsreden und bunte Broschüren schaffen zu wollen: "Ohne Akzeptanz und Identität ist keine zukunftsfähige Politik in Europa möglich."

Anne Lütkes von den Grünen betonte, dass der Wille zum praktisch gelebten Europa nur dann entstehe, "wenn man Europa auch wirklich empfindet". Der CDU-Abgeordnete Manfred Ritzek verwies auf die Krise, die durch die Ablehnung der EU-Verfassung hervorgerufen wurde. "Diese Krise ist aber auch gleichzeitig eine Chance zu Erneuerung", sagte er und forderte eine Stärkung des europäischen Austausches. Im Falle von Schleswig-Holstein bedeute dies eine verstärkte Kooperation im Nord- und Ostseeraum. Generell, so, Ritzek, "müssen sich konkrete Projekte an konkreten Ergebnissen messen lassen."

Während der ehemalige Vorsitzende des Europaausschusses, Rolf Fischer (SPD), in einer Stärkung der Regionen "den besten Schutz vor europäischen Konzentrationsabsichten auf europäischer Ebene" sah, warnte Ekkehard Klug (FDP) vor einer Banalisierung der europäischen Idee: "Europa wird mitunter als Belästigung empfunden. Man muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass in Brüssel mehr geregelt wird, als Normen für die Krümmung von Gurken oder Bananen." Anke Spoorendonk (SSW) forderte mehr Geld für Bildung auf Europäischer Ebene auszugeben. Dabei dürfe aber gleichzeitig nicht die Förderung von strukturschwachen Regionen aus den Augen verloren werden.

Die Anträge wurden an die Ausschüsse für Europa und für Bildung überwiesen.

Hintergrund:
  Der Landtag behandelt zwei Anträge zur stärkeren Identifizierung der Bürger mit der Europäischen Integration. Die Fraktion der Grünen fordert die Landesregierung auf, einen Bericht über den europäischen Einigungsprozesses abzugeben. Der Report soll Aufschluss darüber geben, welche Möglichkeiten zur Schaffung einer europäischen Identität in Schleswig-Holstein bestehen. Die Grünen weisen der Bildung eine Schlüsselposition bei der Schaffung einer europäischen Identität zu. Aus diesem Grund soll der Bericht sich damit auseinandersetzen, inwieweit der europäische Einigungsprozess in den Lehrplänen der Schulen, der Aus- und Fortbildung von Lehrern sowie im Bereich der Erwachsenenbildung (etwa in den Volkshochschulen) Berücksichtigung findet.
  CDU und FDP fordern ein "Europa der Regionen". So soll der Ausschuss der Regionen, die Vertretung der regionalen Ebene in Brüssel, gestärkt werden. Auch soll die Zusammenarbeit mit den unmittelbaren Nachbarn wie mit Dänemark und den Partnern im Parlamentsforum "Südliche Ostsee" sowie innerhalb Schleswig-Holsteins zwischen der kommunalen und der Landesebene ausgeweitet werden. Und: Die Koalition lobt die Arbeit der 25 Europaschulen im Lande.

mehr Informationen: plenum-online, Juni 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2005/
texte/akt_stunde_euverfassung.htm)

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