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Schulen
müssen stärker aufs Berufsleben vorbereiten
Landeregierung
fordert weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit
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Kiel (SHL/29.09.)
Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein
muss weiter vorangetrieben werden. Dies bekräftigte
Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) bei der Vorstellung eines
Berichts der Landesregierung, den die Grünen beantragt hatten.
Trotz komplizierter Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit seien
im Land erste Erfolge zu verzeichnen, das heißt die Zahl der
arbeitslosen Unter-25-Jährigen gesunken. Weitere Schritte
müssten jedoch folgen, so der Minister. Dazu gehöre besonders
der Abbau von bürokratischen Regulierungen, die innovative
Projekte zur Schaffung von Ausbildungsplätzen behinderten. In
die Pflicht nahm Döring auch die Schulen, die Jugendliche
besser auf das Arbeitsleben vorbereiten müssten. Daneben mahnte
er die Unternehmen an, mehr Lehrstellen anzubieten.
Über die Zielrichtung der im
Bericht dargestellten Ansätze herrschte weitgehend
überfraktionelle Einigkeit. Lediglich der SSW-Abgeordnete Lars
Harms monierte, die Kreise Schleswig-Flensburg und
Nordfriesland, die sich für das Optionsmodell entschieden
hatten, seien zu wenig unterstützt worden. Dadurch seien
arbeitslosen Jugendlichen "wichtige Monate ihres Lebens
gestohlen" worden.
Die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen vom
Januar bis Mai 2005 ist laut Bericht in den Kreisen mit
Arbeitsgemeinschaften von 23.683 auf 19.795 gesunken. 1.800
Jugendliche wurden in Arbeit gebracht, 4.300 fanden Aufnahme in
einer Qualifizierungsmaßnahme. Ein Sonderfall sind die beiden
so genanten "Optionskommunen" im Lande, die Hartz IV
ohne Beteiligung der BA umsetzen. Dies sind die Kreise
Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Hier liegen laut Bericht
noch keine genauen Zahlen vor. In beiden Kreisen gibt es rund
1.300 arbeitslose Jugendliche bis 25.
Weitere Stimmen aus der Debatte:
Monika Heinold
(Grüne): 20.000
gemeldete arbeitslose Jugendliche sind 20.000 zu viel. Das Ziel
der unverzüglichen Vermittlung wurde noch nicht erreicht.
Torsten Geerdts
(CDU): Zentrale Forderung
ist, möglichst schnell in allen Kreisen und kreisfreien
Städten Eingliederungsvereinbarungen für die Unter
25-Jährigen zu schließen.
Wolfgang Baasch
(SPD): Insbesondere innovative
Projekte wie das Projekt "1.000 Plätze für 1.000
Jugendliche mit 1.000 Euro", das in Kiel umgesetzt wird,
sind weiter zu fördern.
Heiner Garg
(FDP): Angebote und
berufsvorbereitende Maßnahmen, die das eigentliche Ziel – die
Jugendarbeitslosigkeit abzubauen - verfehlen, sind auf ein
Minimum zu reduzieren.
Hintergrund:
Die Landesregierung legt dem
Landtag einen auf Initiative der Grünen beantragten
Bericht über die Umsetzung von Hartz IV zum Abbau der
Jugendarbeitslosigkeit vor. Seit Inkrafttreten von Hartz
IV im Januar dieses Jahres haben Jugendliche bis 25 Jahre
einen Rechtsanspruch auf eine Ausbildung beziehungsweise
auf berufsbildende Maßnahmen. Die praktische Umsetzung
dieses Anspruches hat sich nach Angaben des
Arbeitsministeriums schwierig gestaltet. Dies liegt dem
Bericht zufolge zum einen an dem "deutlich über die
kalkulierte Größenordnung hinausgehenden
Anspruchsberechtigtenkreis", zum anderen an den
"zum Teil deutlich auseinander fallenden
Arbeitskulturen" der kommunalen Verwaltung und der
Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese sollen laut Hartz IV
nun in Arbeitsgemeinschaften zusammenarbeiten. Trotzdem
ist die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen vom
Januar bis Mai 2005 in den Kreisen mit
Arbeitsgemeinschaften von 23.683 auf 19.795 gesunken.
1.800 Jugendliche wurden in Arbeit gebracht, 4.300 fanden
Aufnahme in einer Qualifizierungsmaßnahme. Zudem sollten
bis Jahresmitte alle betroffenen Jugendlichen zu einem
persönlichen Gespräch geladen werden.
Ein Sonderfall sind die beiden so genanten
"Optionskommunen" im Lande, die Hartz IV ohne
Beteiligung der BA umsetzen. Dies sind die Kreise
Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Hier liegen laut
Bericht noch keine genauen Zahlen vor. In beiden Kreisen
gibt es rund 1.300 arbeitslose Jugendliche bis 25.
Das "Vierte Gesetz für moderne
Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" soll unter dem
Motto "Fördern und Fordern" Menschen ohne Job
die Eingliederung in das Erwerbsleben ermöglichen.
Bisherige erwerbslose Sozialhilfe-Empfänger erhalten
erstmals das Recht auf Betreuung durch die
Arbeitsvermittlung und Eingliederungshilfen.
mehr
Informationen: plenum-online,
Januar
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2005/
texte/30_24_hartz_langzeitarbeitslos.htm)
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