Auf dieser Seite: Lehrerbildung  –  Jugendarbeitslosigkeit

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Top 24: 
Neuordnung der Lehrerbildung
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/284

Drucksache: 16/264
-Plenarprotokoll-
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Top 35: 
Umsetzung von Hartz IV zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit
(Landtagsbeschluss vom 27. April 2005 – Drs. 16/24neu)
Federführend ist das Ministerium für Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa 
Drucksache: 16/206
-Plenarprotokoll-
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Neuordnung der Lehrerausbildung
in der Diskussion
Landtag fordert mehr Praxisnähe

Kiel (SHL/28.09.). Die Ausbildung von Lehrern soll praxisorientierter gestaltet werden. Und: Die Studierenden sollen frühzeitig Praktika absolvieren, um herauszufinden, ob sie für den Lehrerberuf geeignet sind. Darüber herrschte in der Sache im Plenum große Einigkeit, über den Weg dahin jedoch nicht. Die Grünen und die schwarz-rote Regierungskoalition hatten jeweils entsprechende Anträge gestellt. Beide Fraktionen unterstützen eine Neuordnung der Ausbildung in Form von einem Bachelor/Mastersystem. Die  FDP-Fraktion bezweifelte, ob eine zweistufige Bachelor/Master-Struktur für die Lehrerbildung sinnvoll ist. 

Nach dem Grünen-Vorschlag sollen die Lehramtsstudenten weniger mit Hinblick auf das Fach als vielmehr auf das Alter der Schüler ausgebildet werden. Außerdem forderten sie ein einjähriges Assistant-Teacher-Jahr nach dem Bachelor-Abschluss. Die Regierungskoalition warf den Grünen vor, auf eine schleswig-holsteinische Insellösung zuzusteuern.  Es könnten nicht alle Lehrämter mit dem Master abschließen und gleichzeitig solle die Regelausbildungszeit verkürzt werden, hieß es aus den Reihen von Schwarz-Rot. Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) forderte mehr Kompatibilität der Ausbildung.  In der Praxis bereite die Abstimmung von Vorbereitungsdienst und Masterstudium noch Probleme. Die Anträge wurden an den Bildungsausschuss überwiesen. 

Weitere Stimmen aus der Debatte:

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Bildungspolitik ist ein Kernstück der Landespolitik. Angehende Lehrer brauchen eine solide Ausbildung in Psychologie, Didaktik und Bildungsmanagement.

Niclas Herbst (CDU): Benötigt wird ein zukunftsfähiges Ausbildungsmodell, das auch in allen anderen Bundesländern anerkannt wird. Dies kann nur in Abstimmung mit der Kultusminister-Konferenz entschieden werden. Eine altersbezogene Lehrerausbildung bedeutet eine Abkehr von unserem gegliederten Schulsystem.

Detlef Buder (SPD): Neben der besseren Vorbereitung auf den Beruf muss das Ziel stehen, die Entscheidung für den Lehrerberuf rechtzeitig zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Ein guter Wissenschaftler ist nicht gleich ein guter Pädagoge – und umgekehrt.

Ekkehard Klug (FDP): Es ist fraglich, ob die zweistufige Bachelor-/Masterstruktur für die Lehrerbildung sinnvoll ist. Ein einphasiges, integriertes Studium bietet bessere Voraussetzungen, die Kernelemente der Lehrerbildung miteinander zu verzahnen. Der zweistufige Studienaufbau kann zu einer Verlängerung der Studienzeiten führen.

Anke Spoorendonk (SSW): Der Antrag der Grünen ist voll und ganz zu unterstützen. Einmal Lehrer – immer Lehrer, mit diesem antiquierten Modell muss Schluss sein. Benötigt wird ein Praxisjahr, betriebliche Praktika und modulare Strukturen.

Hintergrund:
  Die Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein soll nach dem Willen der Grünen-Landtagsfraktion praxisnäher werden. Das sieht ein entsprechender Antrag vor.
  Die Grünen sprechen sich für eine Ausbildung der Pädagogen nach dem Bachelor/Master-System aus. An der Universität Flensburg beginnt bereits zum Wintersemester das im Rahmen des Bologna-Prozesses europaweit eingeführte neue Bachelor-Studium, in Kiel und Hamburg jedoch noch nicht. Ziel der Grünen ist es, dass die Studiengänge an den verschiedenen Universitäten nicht weiter auseinander laufen. Die Neukonzeption soll so angelegt sein, dass auch ein Teilzeitstudium für junge Eltern oder Berufstätige möglich ist.
  Zudem fordern die Grünen Berufspraktika ab dem ersten Semester sowie ein praktisches Jahr an einer Schule ("Assistant Teacher-Jahr") nach dem Bachelor-Abschluss. Erst danach sollen sich die Studenten entscheiden, ob sie Lehrer werden wollen. Nach den Plänen der Grünen sollen die Pädagogen nicht für unterschiedliche Schularten, sondern für bestimmte Altersstufen (Grundschule, Sekundarstufe 1, Sekundarstufe 2) ausgebildet werden. Auch fordert der Antrag mehr Wissen in Psychologie, Didaktik und Schulmanagement.
Auch einspäter eingereichter Antrag von Schwarz-Rot unterstützt eine Ausbildung der Pädagogen nach dem Bachelor/Master-System. Die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Schularten sollen berücksichtigt werden und das Studium und der Studienabschluss nach Lehrämtern differenziert werden. Zudem sprechen sich CDU und SPD unter anderem für verpflichtende Schulpraktika aus.
  An den 1.088 Schulen im Lande unterrichten rund 25.000 Lehrer.
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Schulen müssen stärker aufs Berufsleben vorbereiten
Landeregierung fordert weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Kiel (SHL/29.09.) Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein muss weiter vorangetrieben werden. Dies bekräftigte Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) bei der Vorstellung eines Berichts der Landesregierung, den die Grünen beantragt hatten. Trotz komplizierter Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit seien im Land erste Erfolge zu verzeichnen, das heißt die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen gesunken. Weitere Schritte müssten jedoch folgen, so der Minister. Dazu gehöre besonders der Abbau von bürokratischen Regulierungen, die innovative Projekte zur Schaffung von Ausbildungsplätzen behinderten. In die Pflicht nahm Döring auch die Schulen, die Jugendliche besser auf das Arbeitsleben vorbereiten müssten. Daneben mahnte er die Unternehmen an, mehr Lehrstellen anzubieten.

Über die Zielrichtung der im Bericht dargestellten Ansätze herrschte weitgehend überfraktionelle Einigkeit. Lediglich der SSW-Abgeordnete Lars Harms monierte, die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland, die sich für das Optionsmodell entschieden hatten, seien zu wenig unterstützt worden. Dadurch seien arbeitslosen Jugendlichen "wichtige Monate ihres Lebens gestohlen" worden.

Die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen vom Januar bis Mai 2005 ist laut Bericht in den Kreisen mit Arbeitsgemeinschaften von 23.683 auf 19.795 gesunken. 1.800 Jugendliche wurden in Arbeit gebracht, 4.300 fanden Aufnahme in einer Qualifizierungsmaßnahme. Ein Sonderfall sind die beiden so genanten "Optionskommunen" im Lande, die Hartz IV ohne Beteiligung der BA umsetzen. Dies sind die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Hier liegen laut Bericht noch keine genauen Zahlen vor. In beiden Kreisen gibt es rund 1.300 arbeitslose Jugendliche bis 25.

Weitere Stimmen aus der Debatte:

Monika Heinold (Grüne): 20.000 gemeldete arbeitslose Jugendliche sind 20.000 zu viel. Das Ziel der unverzüglichen Vermittlung wurde noch nicht erreicht.

Torsten Geerdts (CDU): Zentrale Forderung ist, möglichst schnell in allen Kreisen und kreisfreien Städten Eingliederungsvereinbarungen für die Unter 25-Jährigen zu schließen.

Wolfgang Baasch (SPD): Insbesondere innovative Projekte wie das Projekt "1.000 Plätze für 1.000 Jugendliche mit 1.000 Euro", das in Kiel umgesetzt wird, sind weiter zu fördern.

Heiner Garg (FDP): Angebote und berufsvorbereitende Maßnahmen, die das eigentliche Ziel – die Jugendarbeitslosigkeit abzubauen - verfehlen, sind auf ein Minimum zu reduzieren.

Hintergrund:
  Die Landesregierung legt dem Landtag einen auf Initiative der Grünen beantragten Bericht über die Umsetzung von Hartz IV zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit vor. Seit Inkrafttreten von Hartz IV im Januar dieses Jahres haben Jugendliche bis 25 Jahre einen Rechtsanspruch auf eine Ausbildung beziehungsweise auf berufsbildende Maßnahmen. Die praktische Umsetzung dieses Anspruches hat sich nach Angaben des Arbeitsministeriums schwierig gestaltet. Dies liegt dem Bericht zufolge zum einen an dem "deutlich über die kalkulierte Größenordnung hinausgehenden Anspruchsberechtigtenkreis", zum anderen an den "zum Teil deutlich auseinander fallenden Arbeitskulturen" der kommunalen Verwaltung und der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese sollen laut Hartz IV nun in Arbeitsgemeinschaften zusammenarbeiten. Trotzdem ist die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen vom Januar bis Mai 2005 in den Kreisen mit Arbeitsgemeinschaften von 23.683 auf 19.795 gesunken. 1.800 Jugendliche wurden in Arbeit gebracht, 4.300 fanden Aufnahme in einer Qualifizierungsmaßnahme. Zudem sollten bis Jahresmitte alle betroffenen Jugendlichen zu einem persönlichen Gespräch geladen werden.
  Ein Sonderfall sind die beiden so genanten "Optionskommunen" im Lande, die Hartz IV ohne Beteiligung der BA umsetzen. Dies sind die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Hier liegen laut Bericht noch keine genauen Zahlen vor. In beiden Kreisen gibt es rund 1.300 arbeitslose Jugendliche bis 25.
  Das "Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" soll unter dem Motto "Fördern und Fordern" Menschen ohne Job die Eingliederung in das Erwerbsleben ermöglichen. Bisherige erwerbslose Sozialhilfe-Empfänger erhalten erstmals das Recht auf Betreuung durch die Arbeitsvermittlung und Eingliederungshilfen.

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2005/
texte/30_24_hartz_langzeitarbeitslos.htm)

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