Auf dieser Seite: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

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Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark
(Landtagsbeschluss vom 16. Juni 2005 – Drs. 16/113 u. 16/139)
Federführend ist das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa
Drucksache: 16/253
-Plenarprotokoll-

Landtag will Kooperation mit Dänemark ausbauen 
Debatte über grenzüberschreitende Kontakte bildet Auftakt für parlamentarischen "Europa"-Freitag 

Kiel (SHL/30.09.). Einig in der Perspektive, uneins über die Teilstücke auf dem Weg: Parteiübergreifend haben sich der Landtag für die Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Dänemark ausgesprochen. Vertreter von CDU und SSW warnten jedoch mit Blick auf die anvisierte Fehmarn-Belt-Querung davor, dass der Landesteil Schleswig weiter ins wirtschaftliche Hintertreffen geraten könnte. Europaminister Uwe Döring (SPD) bezeichnete die Fehmarn-Belt-Querung als Voraussetzung für die Einbindung Schleswig-Holsteins in die Region Kopenhagen/Malmö und einen damit verbundenen Wachstumsschub für das Land. Ein auf Antrag des SSW vorgelegter Bericht der Landesregierung zu dem Thema wurde an den Europaausschuss überwiesen.

Die Vorsitzende der SSW-Landtagsgrupe, Anke Spoorendonk (SSW), nahm vor allem den Norden Schleswig-Holsteins ins Visier: Sie mahnte eine landespolitische Strategie für Arbeit und Wachstum den Landesteil Schleswig an. Ansonsten drohe dem Norden auf Dauer die Rolle eines Freizeitparks. "Die wirtschaftliche Situation im Landesteil Schleswig kann uns nicht zufrieden stellen", räumte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) ein. Doch Per Knopfdruck lasse sich die regionale Entwicklung nicht verändern. Das Land müsse nachhaltig die Kooperation in den Bereichen Tourismus, der Medizin, dem Handel und der maritimen Wirtschaft fördern. Carstensen setzt dabei auf die Kooperation mit der vom dänischen Staat neu geschaffenen Region Syddanmark, an die Schleswig-Holstein ab Januar 2007 grenzt. In dieser Region leben etwa 1,2 Millionen Menschen, das sind 22 Prozent der dänischen Bevölkerung.

Susanne Herold (CDU) kritisierte, dass es bislang kein Konzept gebe, wie mit der Herausforderung Syddanmark umzugehen sei. "Wo sind die politische Strukturen, um die Zusammenarbeit mit dem neuen Partner zu gestalten?", fragte die Abgeordnete. In dieselbe Richtung argumentierte Rolf Fischer (SPD): "Wenn Schleswig-Holstein keine Chancen verpassen will, muss diese Region neu betrachtet werden. Das Land müsse deshalb schnellstmöglich mit dem neuen Regionalparlament in Kooperation treten. Ekkehard Klug (FDP) hob hervor, dass im Grunde die Regierung Dänemarks erster Ansprechpartner für Schleswig-Holstein sei: Rechtlich gesehen seien die Kommunen in Dänemark nicht für die grenzüberschreitende Kooperation zuständig.

Anne Lütkes (Grüne) betonte die europäische Dimension der Zusammenarbeit: Eine gelungene grenzüberschreitende Kooperation stärke den Europagedanken vor Ort. Die Regionalpolitik sei ein Rezept gegen ein Europa von oben.

Im Anschluss an diese Debatte wird das Plenum noch zwei weitere Europa-Themen angehen: eine Aussprache zur Europäische Identität und dem Europa der Regionen sowie zur Forderung für ein Frühwarnsystem im Zuge europäischer Gesetzgebungsverfahren.

Hintergrund:
  In einem vom Landtag auf SSW-Initiative beantragten Bericht spricht sich die Landesregierung für die Weiterentwicklung der deutsch-dänischen Zusammenarbeit aus. Hier, so der Bericht, ergäben sich mit Inkrafttreten der Kommunalreform im nördlichen Nachbarland neue Perspektiven: Ab Januar 2007 wird Schleswig-Holstein an die neu gebildete Region Syddanmark grenzen. In dieser Region wohnen etwa 1,2 Millionen Menschen, das sind 22 Prozent der dänischen Bevölkerung.
  Schwerpunkte der Zusammenarbeit sollen dem Bericht zufolge der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt, die Hochschulkooperation, die Zusammenarbeit im Bereich der Krankenhäuser und eine gemeinsame Regionalentwicklungsplanung sein. Bis Ende des Jahres will die Landesregierung ein "Forum für mehr Wachstum" in der Grenzregion einrichten, bestehend aus zehn deutschen und zehn dänischen Vertretern. Im Januar 2006 wird Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) auf seiner ersten Auslandsreise Kopenhagen besuchen und dort mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen zusammentreffen.
  Dänemark ist die Nummer eins unter den Importländern nach Schleswig-Holstein: rund 2,12 Milliarden Euro wurden 2004 erwirtschaftet. Im Gegenzug exportiert Schleswig-Holstein Waren im Wert von rund 882 Millionen Euro. Dänemark liegt auf Platz 4 der Exportaufnahmeländer Schleswig-Holsteins.

mehr Informationen: plenum-online, Juni 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2005/
texte/11_13_eurogesetze_dt_daen_grenze.htm)

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