plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Gerichtsstruktur

xxx

Top 05:
a.) Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung von Amtsgerichtsbezirken
Gesetzentwurf der Landesregierung – Drucksache 16/769
(Ausschussüberweisung am 31. Mai 2006)
b.) Planungen zur Struktur der Gerichte in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion der FDP und der Abgeordneten des SSW – Drucksache 16/461neu
(Ausschussüberweisung am 16. Dezember 2005)
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses
Drucksache: 16/952
-Plenarprotokoll-

Schwarz-Rot bleibt hart: fünf Amtsgerichte schließen ihre Pforten

Gerichtsreform im Landtag beschlossen 

Kiel (SHL/15.09.) Die umstrittene Reform der schleswig-holsteinischen Amtsgerichte ist besiegelt. Der Landtag hat in Zweiter Lesung mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition gegen den Willen der Opposition dem Gesetz der Landesregierung zugestimmt. Der ostholsteinische CDU-Politiker Hartmut Hamerich enthielt sich. Die Reform sieht die Schließung von fünf der 27 Amtsgerichte vor. Justizminister Uwe Döring (SPD) stellte in der Debatte heraus, dass es "auch in Zukunft bürgernahe Amtsgerichte in überschaubarer Größe geben wird". Die Opposition erneuerte indessen ihre Kritik an dem Beschluss, wobei FDP und SSW insbesondere für den Erhalt des Standorts Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) plädierten, da die Stadt an der Schlei in den letzten Jahren bereits durch den Abzug der Bundeswehr hart getroffen worden sei. Die schwarz-rote Koalition lehnte einen entsprechenden Antrag mit Unterstützung der Grünen jedoch ab.

Den Gesetzentwurf hatte Justizminister Uwe Döring (SPD) nach langer öffentlicher Diskussion im Mai in den Landtag eingebracht. Geschlossen werden sollen die Gerichte Kappeln und Geesthacht zum 31. März 2007, Mölln zum 31. März 2008 und Bad Oldesloe sowie Bad Schwartau zum 31. März 2009. Die Einzugsbereiche werden auf die verbleibenden Amtsgerichte aufgeteilt. Zudem werden Gebietsteile aus den aufnehmenden Bezirken Schwarzenbek, Lübeck und Ahrensburg ausgegliedert und Nachbargerichten zugeschlagen. Entgegen der ursprünglichen Planungen vom August 2005 bleiben damit die Standorte Ratzeburg und Reinbek erhalten, wobei die Garantie für Reinbek bis zum Auslaufen des dortigen Mietvertrages im Jahr 2024 begrenzt ist.
Das Justizministerium betont, bei dieser Reform seien sowohl fachliche als auch wirtschaftliche Erwägungen berücksichtigt worden. Innerhalb der nächsten 50 Jahre rechnet Döring mit Haushalts-Einsparungen von "bis zu 14,2 Millionen Euro", unter anderem durch Mieteinsparungen und Personalabbau. Zunächst jedoch entstünden durch Baumaßnahmen Mehrkosten von 5,7 Millionen in den Jahren 2007 bis 2009. Eine "dauerhafte" Haushaltsentlastung sei ab 2011 zu erwarten.

Stimmen aus dem Plenum:

Thomas Stritzl (CDU): Nach gründlichem Abwägen ist die Reform ein vernünftiger Schritt in die richtige Richtung.

Klaus-Peter Puls (SPD): Die Schließung der Gerichte ist für die betroffenen Standorte ein schmerzhafter Verlust, aber die Leistungsfähigkeit der verbleibenden Amtsgerichte wird dadurch gestärkt.

Wolfgang Kubicki (FDP): Was heute umgesetzt werden soll ist keine Reform, sondern eine gemurkste Umsetzung des Koalitionsvertrages.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Die Reform tut nur wenigen weh, da sie nur lokal auf Ablehnung stößt. Ob dadurch Geld gespart werden kann, ist fraglich.

Anke Spoorendonk (SSW): Die Reform bringt nur Unmut und Frustration in die betroffenen Amtsgerichte. Außerdem ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung über einen Zeitraum von 50 Jahren unüblich.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  Der Innen- und Rechtsausschuss empfiehlt dem Landtag mit schwarz-roter Mehrheit und gegen die Stimmen der Opposition, den Gesetzentwurf des Justizministeriums zur Reform der schleswig-holsteinischen Amtsgerichtsstruktur anzunehmen. FDP und SSW kritisieren diesen Beschluss. Sie hatten sich bei den Ausschussberatungen insbesondere für den Erhalt des Standorts Kappeln eingesetzt.
  Den Gesetzentwurf hatte Justizminister Uwe Döring (SPD) nach langer öffentlicher Diskussion im Mai in den Landtag eingebracht. Demnach sollen fünf der 27 Gerichte geschlossen werden: Kappeln und Geesthacht zum 31. März 2007, Mölln zum 31. März 2008 und Bad Oldesloe sowie Bad Schwartau zum 31. März 2009. Die Einzugsbereiche werden auf die verbleibenden Amtsgerichte aufgeteilt. Zudem werden Gebietsteile aus den aufnehmenden Bezirken Schwarzenbek, Lübeck und Ahrensburg ausgegliedert und Nachbargerichten zugeschlagen. Entgegen der ursprünglichen Planungen vom August 2005 bleiben damit die Standorte Ratzeburg und Reinbek erhalten, wobei die Garantie für Reinbek bis zum Auslaufen des dortigen Mietvertrages im Jahr 2024 begrenzt ist.
  Das Justizministerium betont, bei dieser Reform seien sowohl fachliche als auch wirtschaftliche Erwägungen berücksichtigt worden. Innerhalb der nächsten 50 Jahre rechnet Döring mit Haushalts-Einsparungen von "bis zu 14,2 Millionen Euro", unter anderem durch Mieteinsparungen und Personalabbau. Zunächst jedoch entstünden durch Baumaßnahmen Mehrkosten von 5,7 Millionen in den Jahren 2007 bis 2009. Eine "dauerhafte" Haushaltsentlastung sei ab 2011 zu erwarten.

mehr Informationen: plenum-online, Dezember 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/
texte/29_39_strafvollzug_gerichtsstruktur.htm)

plenum-online,
Mai 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2-2006/texte/05_amtsbezirke.htm)

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:
Hartz IV-Unterkunftskosten

Sportwetten

AKW Brunsbüttel

Regierungserklärung:
Innere Sicherheit

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert
Besuch bei "plenum-online"

I n n e n  / R e c h t

1. Lesung:
Gemeindeordnung
(ohne Aussprache)
2. Lesungen:
Gerichtsstruktur
Offener Kanal
(ohne Aussprache)
Regierungserklärung:
Innere Sicherheit

Dringlichkeit:
Sportwetten

Wahl:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
Antrag:
Rundfunkgebühren
Bericht:
Verfassungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

1. Lesung:
Haushalts- und Finanzplan
Berichte:
Landesbeteiligungen
Bürokratiekosten
HSH Nordbank
Investitionsbank
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesung:
Kinder- u. Jugendhilfe
(ohne Aussprache)

Dringlichkeit:
Hartz IV-Unterkunftskosten

Anträge:
Gesundheitsreform
Jugendhilfe und Schule
(ohne Aussprache)
Berichte:
Integrierte Versorgung
Gesundheitskarte
Kinderschutz
Frühförderung
Gesundheitswesen
Ambulante Pflege 
Pflegewissenschaften
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Öffentl.-Rechtl. Partnerschaft
Sicherheit Hafenanlagen
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Öl-Preise
Antrag:
Technologietransfer
(ohne Aussprache)
Berichte:
Erdkabel / Stromnetzausbau
Eigenkapital Mittelstand
Zukunftsprogramm Wirtschaft

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Dringlichkeit:
AKW Brunsbüttel

Anträge:
Landeswald-Verkauf
Forst- u. Holzwirtschaft
(ohne Aussprache)
Berichte:
Energieträger Kohle
Wasserqualität Elbe
Abfallentsorgung
(ohne Aussprache)
Stallpflicht f. Geflügel
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Anträge:
Universitäts-Klinikum
Hochschul-Bauplanung
Berichte:
Studienplatz-Angebot
Unterrichtssituation
(ohne Aussprache)
Konfliktprävention an Schulen
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europa-Politik
Nordseekooperation
(ohne Aussprache)
Berichte:
Ostsee-Politik
Minderheiten
(ohne Aussprache)