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"Weg vom Öl" – Auswirkungen eines dauerhaft hohen Ölpreises auf Wirtschaft und Verkehr in Schleswig-Holstein

Große Anfrage der Fraktion B´ 90/GRÜNE – Drucksache 16/371
Antwort der Landesregierung
Drucksache: 16/823
-Plenarprotokoll-

Schleswig-Holsteins Weg
weg vom Öl

Kiel (SHL/13.09.) Angesichts der weltweit schrumpfenden Erdöl-Ressourcen plant Schwarz-Rot mittelfristig die Wende auf dem Energiesektor. Dies hat Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) in einer von den Grünen beantragten Großen Anfrage versichert. "Das Land braucht auf absehbare Zeit einen vernünftigen Energiemix", betonte der Minister und nannte unter anderem den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wie die Windkraft und die Biomasse-Produktion. Überdies warb Austermann für eine effektivere Nutzung von Energie.

In einer sachlich geführten Debatte warnten Grüne und SSW davor, dass die Erdöl-Quellen weltweit früher als gedacht versiegen könnten. Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Reserven noch rund 40 Jahre reichen. Grundsätzlich sprachen sich Vertreter aller Parteien dafür aus, die Abhängigkeit vom Öl weiter zu verringern und damit auch das wirtschaftliche Potential für die Zeit nach dem Versiegen des Öls aufrecht zu erhalten.

Ein dem vom Wirtschaftsministerium vorgelegten Papier zur Großen Anfrage wurde an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. Darin enthalten sind unter anderem eine Reihe von Maßnahmen, "um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu vermindern". Dies sind zum Beispiel die Prüfung und Genehmigung von Strompreisen sowie eine Preisumfrage und -untersuchung bei Gasunternehmen. Das Kabinett spricht sich außerdem für die Beibehaltung der Steuervergünstigung für Biokraftstoffe und die Aufhebung der Gaspreisbindung an den Ölpreis aus. Im Rahmen des Schleswig-Holstein-Fonds werden zudem verschiedene Projekte im Lande gefördert, etwa der Bio-Energiepark Eggebek. Das weiteren plädiert das Papier für einen umweltverträglichen und "ökonomisch effizienten" öffentlichen Nahverkehr, lehnt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen oder obligatorische autofreie Tage jedoch ab.

Hauptredner: Detlef Matthiessen (Grüne), Manfred Ritzek (CDU), Olaf Schulze (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  In einem umfangreichen 120-Seiten-Papier nimmt die Landesregierung zur Großen Anfrage der Grünen mit dem Titel "Weg vom Öl" Stellung und stellt dabei die grundsätzliche Ausrichtung ihrer Energiepolitik dar.
  Das zuständige Wirtschaftsministerium betont, dass die "Zeit billigen Öls wohl vorbei" ist. Dies ergebe sich schon daraus, dass fossile Brennstoffe nur begrenzt vorhanden sind. Beim Erdöl stimmt die Landesregierung mit Schätzungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe überein, die eine Ausschöpfung der bekannten Reserven innerhalb von 40 Jahren voraussehen. Daraus ergibt sich für die Landesregierung die Erkenntnis, dass "die Abhängigkeit vom Öl reduziert werden muss". Dies solle jedoch nicht durch eine "radikale Energiewende" geschehen, sondern durch einen "energiepolitischen Dreisprung" aus "Energiesparen, Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien". Während also "die eine etablierte Technologie noch optimiert wird", komme es darauf an, "die sie ablösende Nachfolgetechnologie bereits zu entwickeln und ihre Einführung zu fördern".
  Mit Blick auf den vor allem in den Sommermonaten gestiegenen Ölpreis sieht die Landesregierung "negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit" und "das Wohlergehen der Bevölkerung insgesamt". Sie unterstützt daher "den Ausbau von Energiesparmaßnahmen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz". Laut dem Papier ist Deutschland für 3,3 Prozent des Welterdölverbrauchs verantwortlich. Dies sei, gemessen am OECD-Mittel "unterdurchschnittlich".
  Die Landesregierung verweist auf eine Reihe von Maßnahmen, "um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu vermindern". Dies sind zum Beispiel die Prüfung und Genehmigung von Strompreisen sowie eine Preisumfrage und –untersuchung bei Gasunternehmen. Das Kabinett spricht sich außerdem für die Beibehaltung der Steuervergünstigung für Biokraftstoffe und die Aufhebung der Gaspreisbindung an den Ölpreis aus. Im Rahmen des Schleswig-Holstein-Fonds werden zudem verschiedene Projekte im Lande gefördert, etwa der Bio-Energiepark Eggebek.
  Das weiteren plädiert das Papier für einen umweltverträglichen und "ökonomisch effizienten" öffentlichen Nahverkehr, lehnt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen oder obligatorische autofreie Tage jedoch ab.

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/
texte/31_32_wattenmeer_energiekosten.htm)

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