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Ausbau des
Stromnetzes:
Breites Votum für Erdkabel
Kiel (SHL/14.09.)
Statt neuer Freilandleitungen soll es in Schleswig-Holstein
zukünftig verstärkt Erdkabel geben. Dafür hat sich der
Landtag einstimmig ausgesprochen. Die Parlamentarier folgten damit einer
Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses. Der hatte befürwortet, beim notwendigen Ausbau des Stromnetzes die Erdverkabelung
grundsätzlich zu bevorzugen.
Bedingung sei aber, "dass
dies technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar ist",
heißt es in der Ausschussempfehlung. Zudem erwartet der Landtag, dass sich die Betreiber der Windparks,
um deren Strom es vor allem geht, an den möglichen Mehrkosten von
Erdkabeln beteiligen, um eine Strompreiserhöhung zu vermeiden.
Wie dies in der Praxis aussehen soll, darüber gab es im Plenum
jedoch keine Einigkeit. Der Landtag hatte das Thema auf Antrag der
Grünen behandelt. Hintergrund: Bei dem notwendigen Ausbau des
Stromnetzes zwischen Breklum und Flensburg, Heide und Pöschendorf
sowie Göhl und Lübeck hat der Netzbetreiber den Bau von
Freilandleitungen beantragt.
Hauptredner:
Johannes Callsen (CDU), Regina Poersch
(SPD), Heiner Garg (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Lars Harms
(SSW), Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU)
Hintergrund:
Einstimmig spricht sich der
Wirtschaftsausschuss beim Ausbau des
schleswig-holsteinischen Stromnetzes
"grundsätzlich" für die Verwendung von
Erdkabeln anstelle von Freileitungen aus. Er schränkt
jedoch ein, dies müsse "technisch machbar und
wirtschaftlich vertretbar" sein. Zudem, so der
Ausschuss, müssten sich die Windpark-Betreiber, um deren
Strom es hauptsächlich geht, "angemessen an den
möglichen Mehrkosten von Erdkabeln beteiligen".
In Schleswig-Holstein soll das Stromnetz unter
anderem zwischen Breklum und Flensburg, Heide und
Pöschendorf sowie Göhl und Lübeck ausgebaut werden. Die
Kreistage in Nordfriesland, Dithmarschen und Ostholstein
haben sich ebenfalls für Erdkabelleitungen ausgesprochen.
Anwohner der Kabeltrassen befürchten die Verschandelung
der Landschaft und negative Folgen für den Tourismus und
die Landwirtschaft beim Bau von Freileitungen.
Erdkabel besitzen im Vergleich zu Freileitungen
einige Vorteile. Sie sind gegenüber Witterungsunbilden
wie Sturm, Eisregen, Blitzeis, Blitzen mit Überspannungen
und mechanischen Beschädigungen besser geschützt.
Außerdem wird die elektromagnetische Ausstrahlung
vermindert. Ein Nachteil ist neben den höheren Kosten
jedoch auch die zu hohe Kapazitätsbelegung der Leitung,
die in großräumigen Energieverteilnetzen ein Problem
darstellt.
mehr Informationen: plenum-online,
Mai
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai1-2006/
texte/03_09_pact_stromkabel.htm.)
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