Integrierte
Versorgung:
Modell mit Zukunft?
Kiel (SHL/14.09.)
Die "Integrierte Versorgung" von Patienten befindet sich
in Schleswig-Holstein noch in den Kinderschuhen. Gleichwohl sieht
Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) die medizinische
Versorgung "aus einer Hand" auf einem guten Weg. Nachdem
sich das Modell nicht so schnell wie gewünscht durchgesetzt habe,
so Trauernicht in einem von den Freien Demokraten beantragten
Bericht, seien dank der Bundesmittel zur Anschubfinanzierung
landesweit mittlerweile 71 Kooperationen entstanden. Dieses Ergebnis
sei "ermutigend". Durch die Zusammenarbeit zwischen
Krankenhäusern, ambulanten Ärzten und Fachärzten und den
Krankenkassen, würden Doppelstrukturen abgeschafft. Allerdings
stehe eine Qualitätsbeurteilung noch aus.
Abgeordnete aller Parteien sprachen sich mit Blick
auf die angestrebte Effizienz- und Qualitätssteigerung im
Gesundheitswesen für die Beibehaltung des Modells der Integrierten
Versorgung aus. Die Anschubfinanzierung durch den Bund müsse weiter
gehen, hieß es aus den Reihen des Plenums. Gleichwohl gab es auch
Kritik: Die Abgeordneten forderten unter anderem die Offenlegung der
Kooperationsverträge, um Pseudo-Vertragsverhältnisse
auszuschließen. Außerdem wurde eine Zersplitterung der
Versorgungslandschaft befürchtet.
Der Begriff "Integrierte Versorgung"
bezeichnet die Vernetzung zwischen den einzelnen medizinischen
Versorgungssektoren: So bieten niedergelassene Haus- oder Fachärzte
gemeinsam mit stationären Einrichtungen eine möglichst
einheitliche medizinische Versorgung an. Sie kooperieren bei der
Behandlung ihrer Patienten und teilen sich ein gemeinsames Budget.
Laut dem Bericht des Sozialmministeriums wurden von den 71
Kooperationen 12.500 Versicherte behandelt. Die Kassen haben als
Anschubfinanzierung der Integrierten Versorgung 22,5 Millionen Euro
zur Verfügung gestellt. Hiervon wurden bis Ende März gut 19
Millionen in Anspruch genommen. Die Landesregierung setzt sich dem
Bericht zufolge für einen Verlängerung dieser Anschubszahlungen
bis Anfang 2008 ein.
Der Bericht wurde an den Sozialausschuss
überwiesen.