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Auf dieser Seite: Integrierte Versorgung

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Zukunft der integrierten Versorgung in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 25. Januar 2006 – Drs. 16/516neu
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/827
-Plenarprotokoll-

Integrierte Versorgung: 
Modell mit Zukunft?

Kiel (SHL/14.09.) Die "Integrierte Versorgung" von Patienten befindet sich in Schleswig-Holstein noch in den Kinderschuhen. Gleichwohl sieht Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) die medizinische Versorgung "aus einer Hand" auf einem guten Weg. Nachdem sich das Modell nicht so schnell wie gewünscht durchgesetzt habe, so Trauernicht in einem von den Freien Demokraten beantragten Bericht, seien dank der Bundesmittel zur Anschubfinanzierung landesweit mittlerweile 71 Kooperationen entstanden. Dieses Ergebnis sei "ermutigend". Durch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, ambulanten Ärzten und Fachärzten und den Krankenkassen, würden Doppelstrukturen abgeschafft. Allerdings stehe eine Qualitätsbeurteilung noch aus.

Abgeordnete aller Parteien sprachen sich mit Blick auf die angestrebte Effizienz- und Qualitätssteigerung im Gesundheitswesen für die Beibehaltung des Modells der Integrierten Versorgung aus. Die Anschubfinanzierung durch den Bund müsse weiter gehen, hieß es aus den Reihen des Plenums. Gleichwohl gab es auch Kritik: Die Abgeordneten forderten unter anderem die Offenlegung der Kooperationsverträge, um Pseudo-Vertragsverhältnisse auszuschließen. Außerdem wurde eine Zersplitterung der Versorgungslandschaft befürchtet.

Der Begriff "Integrierte Versorgung" bezeichnet die Vernetzung zwischen den einzelnen medizinischen Versorgungssektoren: So bieten niedergelassene Haus- oder Fachärzte gemeinsam mit stationären Einrichtungen eine möglichst einheitliche medizinische Versorgung an. Sie kooperieren bei der Behandlung ihrer Patienten und teilen sich ein gemeinsames Budget. Laut dem Bericht des Sozialmministeriums wurden von den 71 Kooperationen 12.500 Versicherte behandelt. Die Kassen haben als Anschubfinanzierung der Integrierten Versorgung 22,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hiervon wurden bis Ende März gut 19 Millionen in Anspruch genommen. Die Landesregierung setzt sich dem Bericht zufolge für einen Verlängerung dieser Anschubszahlungen bis Anfang 2008 ein.

Der Bericht wurde an den Sozialausschuss überwiesen.

Hauptredner: Heiner Garg (FDP), Ursula Sassen (CDU), Wolfgang Baasch (SPD/ in Vertretung für die erkrankte Jutta Schümann), Angelika Birk (Grüne), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund: 
  Auf Antrag der FDP berichtet die Landesregierung über die "Integrierte Versorgung" in Schleswig-Holstein. Der Begriff bezeichnet die Vernetzung zwischen den einzelnen medizinischen Versorgungssektoren. Das bedeutet: Niedergelassene Haus- oder Fachärzte bieten gemeinsam mit stationären Einrichtungen eine medizinische Versorgung "aus einer Hand" an. Sie kooperieren bei der Behandlung ihrer Patienten und teilen sich ein gemeinsames Budget.
  Laut dem Bericht des Sozialmministeriums gab es zum Stichtag 31. März 2006 im Lande 71 solche Kooperationen. 12.500 Versicherte wurden hier behandelt. Zudem wird in drei Kreisen über ein zweijähriges Modellprojekt zur Behandlung von jeweils 200 bis 350 ambulanten geriatrischen Patienten verhandelt.
  Die Kassen haben als Anschubfinanzierung der Integrierten Versorgung 22,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hiervon wurden bis Ende März gut 19 Millionen in Anspruch genommen. Die Landesregierung setzt sich dem Bericht zufolge für einen Verlängerung dieser Anschubszahlungen bis Anfang 2008 ein.
  Bisher waren im deutschen Gesundheitswesen ambulante (Arztpraxis) und stationäre Versorgung (Krankenhaus) voneinander getrennt. In der Vergangenheit scheiterten die Verhandlungen zur Integrierten Versorgung zwischen Kassen, Ärzten und Krankenhäusern häufig an der Finanzierungsfrage. Da es kein gesondertes Budget für solche Verträge gab, war unklar, aus welchem Topf – Krankenhaus-Budget oder Ärzte-Vergütung – wie viel Geld abgezweigt werden sollte.

mehr Informationen: plenum-online, September 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2004/
texte/23_02_gesundheit_psychiatrie.htm)

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