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Top 42: Eigenkapitalsituation im Mittelstand Landtagsbeschluss vom 2. Juni 2006 – Drucksache 16/783 Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft,
Wirtschaft und Verkehr
Kiel (SHL/15.09.)
Der Landtag hat einen von Schwarz-Rot beantragten Bericht der
Landesregierung zur Eigenkapital-Situation des
schleswig-holsteinischen Mittelstandes an den Wirtschaftsausschuss
überwiesen. Das Papier setzt sich mit den Schwierigkeiten kleinerer
Unternehmen bei der Kapitalbeschaffung auseinander. Laut dem
Regierungsbericht erschweren die derzeitigen Konsolidierungsprozesse
und die schärfere internationaler Konkurrenz im Bankensektor die
Kreditvergabe. In Schleswig-Holstein sind davon insbesondere
kleinere Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und einem
Jahresumsatz von unter einer Million Euro betroffen. Diese Betriebe
beschäftigen rund drei Viertel aller Arbeitnehmer in
Schleswig-Holstein.
Das Wirtschaftsministerium will dem Problem mit
Unterstützung landesnaher Förderinstitute wie der
Investitionsbank, der Bürgschaftsbank und der Mittelständischen
Beteiligungsgesellschaft gegensteuern. Diese sollen verstärkt
Bürgschaften und Beteiligungen anbieten. Der Bericht verweist zudem
auf den neu aufgelegten Schleswig-Holstein-Fonds und den Seed- und
StartUp-Fonds.
Hintergrund: Auf Initiative von CDU und SPD
berichtet die Landesregierung über die
Eigenkapitalsituation der mittelständischen Wirtschaft in
Schleswig-Holstein.
Nach einer Definition des Instituts für
Mittelstandsforschung zählen Unternehmen mit einem
Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro und mit weniger
als 500 Beschäftigten zum Mittelstand. Firmen, die mit
bis zu zehn Mitarbeitern weniger als eine Million Euro
Jahresumsatz erzielen, gelten als kleines Unternehmen.
Laut Wirtschaftsministerium gehören von den rund 115.000
Unternehmen im Lande nur 300 nicht in diesen Bereich. Und:
Mehr als drei Viertel aller Arbeitsplätze (fast 600.000
Jobs) wie auch die meisten Lehrstellen werden hier
angeboten.
Bei der Finanzausstattung dieser Kleinen und
Mittleren Unternehmen (KMU) sieht der Regierungsbericht
eine Reihe von Schwierigkeiten. Zum einen sei es aufgrund
von Konsolidierungsprozessen und schärferer
internationaler Konkurrenz im Bankensektor zunehmend
problematisch, an günstige Kredite zu kommen. Zum anderen
haben viele Firmen eine niedrige Eigenkapitalquote. Das
gilt insbesondere für die Baubranche.
Hier können landesnahe Förderinstitute Abhilfe
schaffen und Darlehen, Bürgschaften und Beteiligungen
anbieten. Dies sind zum Beispiel die Investitionsbank, die
Bürgschaftsbank und die Mittelständische
Beteiligungsgesellschaft. Die Landesregierung verweist
zudem auf den neu aufgelegten Schleswig-Holstein-Fonds und
den Seed- und StartUp-Fonds.