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Auf dieser Seite: Energieträger Kohle

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Zukunft der Kohle/Energiegewinnung aus Kohle
Landtagsbeschluss vom 29. Juni 2006 – Drucksache 16/842
Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr
Drucksache: 16/939
-Plenarprotokoll-

Austermann setzt auf Kohle

Zwei neue Kraftwerke geplant

Kiel (SHL/15.09.) In Schleswig-Holstein sollen zwei neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Das kündigte Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) vor dem Schleswig-Holsteinischen Landtag an. "Ich gehe davon aus, dass bis zum Jahresende die Entscheidung darüber gefallen ist", erklärte der Minister in einem von der Regierungskoalition beantragten Bericht zur Zukunft der Kohle. Zu möglichen Standorten machte der Minister jedoch keine Angaben. 

Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie müsse man mittelfristig verstärkt auf Energie aus Kohle zurückgreifen, sagte der Minister und erhielt dafür im Plenum breite Zustimmung. Einzig die Grünen sprachen sich gegen die Kohlekraftwerke aus: "Kohle muss weg, sie macht nur Dreck", forderte Detlef Matthiessen mit Blick auf den Kohlendioxid-Ausstoß, der zur Erderwärmung beitrage und damit verbundenen zum Anstieg des Meeresspiegels – und davon sei Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren schließlich besonders betroffen sei.

Der Minister und die Redner der schwarz-roten Koalition sprachen sich zudem für den Fortbestand des Steinkohleabbaus in Deutschland aus.

Der Bericht wurde zur weiteren Beratung an den Wirtschaftsauschuss überwiesen.

Hauptredner: Manfred Ritzek (CDU), Olaf Schulze (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  Auf Antrag von CDU und SPD berichtet die Landesregierung über die Perspektiven der Kohle als Energieträger.
  Laut dem Bericht spielt die Kohle bei der Energieversorgung Schleswig-Holsteins zurzeit eine unterdurchschnittliche Rolle. Während Stein- und Braunkohle mit 24,1 Prozent am Primärenergiebedarf deutschlandweit der zweitwichtigste Energieträger sind (hinter Mineralöl), liegt die Kohle im Norden mit 11,1 Prozent lediglich an vierter Stelle (hinter Kernenergie, Mineralöl und Gas). Auch der Anteil an der Bruttostromerzeugung liegt im Lande mit 15 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von knapp 50 Prozent.
  Die Kosten für Kohle steigen beständig. So ist der Preis für Importkohle zwischen 1996 und 2005 von 38,21 Euro auf 65,02 Euro pro Tonne gestiegen. In Deutschland geförderte Steinkohle wird mit etwa 100 Euro pro Tonne aus öffentlichen Mitteln subventioniert. Dennoch wird die Kohle – sowohl als Import wie auch aus nationaler Förderung – nach Auffassung der Landesregierung "auf absehbare Zeit unverzichtbar" bleiben.
  Bei der weiteren Verwendung von Kohle setzt das Landes-Wirtschaftsministerium auf die Steigerung des Wirkungsgrades von Kohlekraftwerken. Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung und liegt in Deutschland derzeit bei 38 Prozent. Aufgrund des technischen Fortschritts sei aber ein Wirkungsgrad von 50 Prozent "vorstellbar".
  Zudem wird auf den Umweltaspekt verwiesen. So sei die CO2-Emission in der deutschen Stromwirtschaft seit 1990 um 14 Prozent gesunken. Dies liege unter anderem an der Inbetriebnahme moderner Kraftwerke in den neuen Ländern und am Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Weitere Fortschritte verspricht sich die Landesregierung von so genannten clean-coal-Technologien wie Rauchgaswäsche bei Kraftwerken.
  Der Bericht spricht sich für die Berücksichtigung dieser modernen Techniken aus, "sollten in nächster Zeit Investitionsentscheidungen für den Bau neuer Steinkohlekraftwerke in Schleswig-Holstein getroffen werden". Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) hatte im vergangenen Sommer erklärt, das Land stehe "in Kontakt mit einer international aktiven Unternehmensgruppe, die beabsichtigt, ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 600 bis 800 Megawatt in Schleswig-Holstein zu bauen". Als Standorte waren Medienberichten zufolge Brunsbüttel, Kiel und Lübeck im Gespräch.

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