Kiel (SHL). Der
Landtag trauert um sein ehemaliges Mitglied Klaus Konrad aus
Haffkrug (bei Scharbeutz). Der gebürtige Berliner verstarb am 15.
August im Alter von 91 Jahren. Konrad gehörte der SPD an und war
von 1962 bis 1969 Mitglied des Landtages. Anschließend wechselte
er bis 1980 in den Deutschen Bundestag.
Zuletzt stand Konrad
vor rund zwei Jahren in den Schlagzeilen, als die italienische
Justiz Ermittlungen wegen des so genannten "Massakers von San
Polo" neu aufrollte. Ihm wurde vorgeworfen, im Juli 1944 als
Offizier der Wehrmacht an der Folterung und Erschießung von über
50 Zivilisten und Partisanen in der Toskana beteiligt gewesen zu
sein. Zuvor hatte 1967 bereits die Staatsanwaltschaft Gießen
gegen mehrere Beteiligte der Kriegsverbrechen in San Polo
ermittelt. Dieses Verfahren wurde 1972 eingestellt. Klaus Konrad
hatte zeitlebens bestritten an den Erschießungen beteiligt
gewesen zu sein. Ein Urteil des italienischen Militärgerichts ist
nicht gefallen.