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Auf dieser Seite: Verwaltungsstrukturreform

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Regierungserklärung zur
Verwaltungsstrukturreform

Im Anschluss, Aufruf ohne Aussprache (TOP 5):
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Kreisordnung
Antrag der Volksinitiative gegen die Zusammenlegung von
Kreisen ohne deren Zustimmung – Drucksache 16/1147
(Ausschussüberweisung am 28. Februar 2007)
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses – Drs. 16/1575

Kreisreform: Carstensen und
Stegner betonen Gemeinsamkeit und
offenbaren Unterschiede im Detail

Bis 2008 soll ein Gesamtkonzept vorliegen und 
bis 2010 Fakten geschaffen werden
Volksinitiative in Zweiter Lesung gescheitert
(...gehe zu)


Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (re.) und 
Innenminister Ralf Stegner / Foto: Archiv

Kiel (SHL/12.09.) In weitgehender Gemeinsamkeit haben Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Innenminister Ralf Stegner (SPD) in einer "doppelten" Regierungserklärung vor dem Landtag dafür geworben, die "kleinteiligen" Kreisstrukturen im Lande noch in dieser Wahlperiode zu modernisieren. Dies sei nötig, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten und im "Wettbewerb der Regionen" den politischen Gestaltungsspielraum zu erhalten. Beide stützten sich auf die vor kurzem von fünf Gutachtern vorgelegten Empfehlungen (s. Hintergrund) und äußerten ebenfalls die Erwartung, dass die Reform jährliche Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich mit sich bringen könne. Regierungschef wie Innenminister stellten zum derzeitigen Zeitpunkt heraus, der gesamte Prozess verlaufe "ergebnisoffen".  Während Carstensen aber "Großkreise" kategorisch ausschloss und Sympathie für das Modell des Gutachters Prof. Joachim Jens Hesse durchblicken ließ, wandte sich Stegner gegen "vorzeitige Festlegungen". Hesse favorisiert einen Anschluss der Städte Flensburg und Neumünster an umliegende Kreise sowie die Fusionen von Dithmarschen und Steinburg sowie Plön und Ostholstein.

Generell solle der Prozess in "Konsens" und "Gemeinsamkeit" mit der kommunalen Familie gestaltet werden, so Carstensen und Stegner. Noch im September solle eine "Reformklausur" mit Experten sowie Vertretern des Landes und der Kreise und kreisfreien Städte stattfinden. Bis 2008 solle ein Gesamtkonzept vorliegen. Nach einer Freiwilligkeitsphase sollten dann bis 2010 Fakten geschaffen werden.


Der Oppositionsführer im Landtag, FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, wandte sich gegen eine "von oben" verordnete Reform und plädierte für die Freiwilligkeit bei Zusammenschlüssen von Kreisen.

Auszüge aus seiner Rede:
Es ist schlicht nicht zulässig, Kreise aus rein fiskalischen Gründen so groß zu schneiden, dass die Mandatsausübung – beispielsweise eines Kreistagsabgeordneten – in der Freizeit nicht mehr möglich ist. Die Kostenersparnis reicht zur Legitimation einer Kreisgebietsreform nicht aus. Nach Vorlage der Gutachten ist klar: Schleswig-Holstein steuert zielgenau auf eine Kreisgebietsreform zu. Aus Gründen der Gesichtswahrung wird es wohl eine abgespeckte Form geben. Die SPD hat es geschafft CDU in dieser Frage vor sich herzutreiben. Den Bürgern kann man dazu nicht gratulieren.


Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Johann Wadephul, unterstützte den Kurs der Landesregierung, brachte aber neben den Zusammenschlüssen auch Kooperationen zwischen den Kreisen ins Spiel.

Auszüge aus seiner Rede:
Angesichts der dramatischen Haushaltslage im Land und in den Kommunen ist es unsere Pflicht als Landespolitiker, die Strukturen zu überprüfen. Deswegen muss der Landesgesetzgeber handeln und darf dieses Thema nicht, wie die Volksinitiative empfiehlt, der Freiwilligkeit überlassen. Zur Ergebnisoffenheit gehört aber sowohl eine Neugliederung als auch die Möglichkeit von Kooperationen. Großkreise kommen nach dem Scheitern der Kreisreform in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr in Betracht.


SPD-Fraktionschef Lothar Hay betonte die Notwendigkeit einer Verwaltungsmodernisierung und forderte die Kreise und den Landkreistag auf, sich in den Reformprozess einzubringen.

Auszüge aus seiner Rede:
Wer sich nicht beteiligt, redet auch nicht mit. Schleswig-Holstein braucht eine echte Kreisgebietsreform und keinen Stillstand. Der Rahmen dafür ist durch die Gutachten abgesteckt. Die Verwaltung muss nun professioneller und bürgerfreundlicher werden. Die neuen Kreisstrukturen sollen zu einer spürbaren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führen, Landesaufgaben kommunalisiert und doppelte Zuständigkeiten abgebaut werden.


Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Karl-Martin Hentschel, sprach sich erneut für eine umfassende Kommunalreform aus: Erst sollte die Gemeinde-Ebene gestrafft und anschließend die Kreise reformiert werden.

Auszüge aus seiner Rede:
Als erster Schritt müssten handlungsfähige Groß-Gemeinden entstehen. Das hat die Koalition in der ersten Phase der Verwaltungsstrukturreform versäumt. In diesen großen Gemeinden sollte ein `Rathaus der Zukunft` geschaffen werden, das für die Bürger als Anlaufstation für alle Verwaltungsfragen fungiert. Wenn Kompetenzen der Kreise auf die Gemeinden übertragen worden sind – erst dann macht es Sinn, über die Fusion von Kreisen zu entscheiden. Klar ist: Durch die Kreisreform kann sehr viel Geld eingespart werden, das in Schulen und KiTas fließen kann.


Anke Spoorendonk, Vorsitzende des SSW im Landtag, lehnte die von der Landesregierung anvisierte Kreisgebietsreform als unsystematisch ab und warnte vor Flickschusterei.

Auszüge aus ihrer Rede:
Niemand kann zurzeit klar sagen, wie diese Zuständigkeiten zukünftig verteilt sein sollen. An dieser Aufgabe ist die Große Koalition gescheitert. Dabei kann eigentlich jeder Verwaltungs-Laie verstehen, dass man die Strukturen nach den Aufgaben stricken sollte – die Struktur muss der Funktion folgen. Alles andere wäre nicht funktional. Unsere Landesregierung bastelt aber erst eine Struktur und stopft dann die Aufgaben rein.


Freiwilligkeits-Bestrebung der Volksinitiative in Zweiter Lesung gescheitert 

Kiel (SHL/12.09.) Im Anschluss an die Debatte zu den Regierungserklärungen hat der Landtag ohne Aussprache den Gesetzentwurf der "Volksinitiative gegen die Zusammenlegung von Kreisen ohne deren Zustimmung" in Zweiter Lesung abgelehnt. Die vor allem aus Dithmarschen stammenden Kreisreform-Gegner hatten die Kreisordnung um folgenden Satz erweitern wollen: "Gebietsänderungen sind nur zulässig, wenn die betroffenen Kreise einverstanden sind." Für die Ablehnung hatte die Mehrheit von CDU, SPD und Grünen gesorgt, wobei sich die Koalitionspolitiker Jens Magnussen, Karsten Jasper (beide CDU) und Detlef Buder (SPD) gegen ihre Fraktionen stellten.

Nach der Ablehnung des Gesetzes steht den Initiatoren nun der Weg für ein Volksbegehren offen. Das Begehren ist erfolgreich, wenn es von mindestens fünf Prozent der Stimmberechtigten unterstützt wird – das sind derzeit rund 110.000 Bürger. Die Unterschriften dürfen nicht frei gesammelt, sondern müssen in amtlichen Eintragungsräumen geleistet werden. Die Frist hierfür beträgt sechs Monate. Ist diese Aktion erfolgreich, kann sich ein Volksentscheid anschließen. Dieser ist innerhalb von neun Monaten nach dem Volksbegehren durchzuführen. Der vorgelegte Gesetzentwurf wäre dann angenommen, wenn ihm mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt.

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Hintergrund:
  In einer Regierungserklärung stellt Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) seine Position zur geplanten Verwaltungsstrukturreform im Lande dar.
  Anfang des Monats haben die fünf von der Landesregierung beauftragten Verwaltungs-, Rechts- und Finanzexperten dem schwarz-roten Kabinett und den kommunalen Spitzenverbänden ihre insgesamt 850 Seiten starken Gutachten zu den Einsparpotentialen einer Kreisreform vorgestellt. Übereinstimmend haben die Experten Reformbedarf bei den Kreisstrukturen ausgemacht und hierzu verschiedene Modelle vorgelegt.
  Nach Einschätzung von Prof. Joachim Jens Hesse vom Institut für Staats- und Europawissenschaften in Berlin könnten mit größeren Landkreisen beträchtliche Summen gespart werden. Bereits zwei Fusionen (Dithmarschen-Steinburg, Plön-Ostholstein) sowie die Einbindung der kreisfreien Städte Flensburg und Neumünster in die Kreise Schleswig-Flensburg beziehungsweise Rendsburg-Eckernförde brächten bei zusätzlichen Kooperationen 33 bis 46 Millionen Euro.
  Dem Vernehmen nach gilt als favorisiertes Modell der großen Koalition eine Variante, nach der die Zahl der Kreise von elf auf neun sinken würde und von vier kreisfreien Städten nur Kiel und Lübeck übrig blieben. Denkbar in einem späteren Schritt wäre eine Verringerung auf sechs Kreise – nach weiteren Zusammenschlüssen von Nordfriesland / Schleswig-Flensburg, Segeberg / Pinneberg sowie Stormarn / Herzogtum Lauenburg. Hesse zufolge würde dieses weitergehende Modell den Spareffekt auf bis zu 61 Millionen Euro erhöhen.
  Der Gutachter Helmut Seitz von der TU Dresden schlägt maximal sieben Kreise (bisher sind es elf) und keine kreisfreien Städte (bisher vier) vor. Dies würde nach seiner Analyse 105 Millionen Euro sparen.
  Der Diskussionsprozess in Schleswig-Holstein findet auch vor dem Hintergrund der Entscheidung des Landesverfassungsgerichts Mecklenburg-Vorpommerns vom Juli statt. Die Greifswalder Richter hatten die im Nachbarland für 2009 vorgesehene Kreisreform für verfassungswidrig erklärt. Geplant war die Einführung von nur noch fünf Großkreisen anstelle von zurzeit zwölf Landkreisen und sechs kreisfreien Städten. Begründung: Die große Fläche der neuen Kreise mache die Ausübung eines ehrenamtlichen kommunalen Mandats unmöglich und greife so in die kommunale Selbstverwatung ein.

2. Lesung zur Volksinitiative

  Im Anschluss an die Regeierungserklärung soll ohne Aussprache der Gesetzentwurf der "Volksinitiative gegen die Zusammenlegung von Kreisen ohne deren Zustimmung" aufgerufen werden. Hierzu empfiehlt der Innen- und Rechtsausschuss dem Plenum Ablehnung. CDU, SPD und Grüne stimmten im Ausschuss gegen die Forderung der vor allem aus Dithmarschen stammenden Kreisreform-Gegner, die Kreisordnung um folgenden Satz zu erweitern: "Gebietsänderungen sind nur zulässig, wenn die betroffenen Kreise einverstanden sind." Die Liberalen unterstützten im Ausschuss hingegen die Initiative

vorherige Debatten, u.a.: plenum-online, Februar 2007
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2007/
texte/14_kommunalreform.htm)
1. Lesung/Volksinitiative: plenum-online,
Juli 2007

Stichwort: Regierungserklärung
  Der Ministerpräsident und die Mitglieder der Landesregierung haben die Möglichkeit, während einer Plenarsitzung des Landtages eine Regierungserklärung, das heißt eine Stellungnahme zu einem aktuellen politischen Thema, abzugeben. Grundlagen dieser Regelung sind Artikel 21 der Landesverfassung und Paragraph 48 sowie 56 der Geschäftsordnung verankert. Der Landtag kann im Anschluss an eine Regierungserklärung eine Aussprache zu diesem Thema vornehmen, deren Dauer im Ältestenrat festgelegt wird.
  Traditionell stellt beispielsweise der Ministerpräsident zum Beginn einer Wahlperiode die Grundlagen seiner Politik in einer umfangreichen Regierungserklärung vor.

Stichwort: Volksinitiative, Volksbegehren, Volksentscheid
  
Schleswig-Holstein kennt ein dreistufiges Verfahren der Bürgerbeteiligung, bestehend aus Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid.
Eine Volksinitiative kann mit den Unterschriften von 20.000 Stimmberechtigten Bürgern eingeleitet werden. Entscheidet der Landtag innerhalb von vier Monaten nicht oder ablehnend über den Antrag der Volksinitiative, kommt es zu einem Volksbegehren. Das Begehren ist erfolgreich, wenn es von mindestens fünf Prozent der Stimmberechtigten unterstützt wird – das sind derzeit rund 110.000 Bürger. Die Unterschriften dürfen nicht frei gesammelt, sondern müssen in amtlichen Eintragungsräumen geleistet werden. Die Frist hierfür beträgt sechs Monate.
   Beim anschließenden Volksentscheid, der innerhalb von neun Monaten nach dem Volksbegehren durchzuführen ist, ist der vorgelegte Gesetzentwurf angenommen, wenn ihm mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmen.
   In Schleswig-Holstein verlief bislang ein Volksentscheid erfolgreich: 1998 lehnten die Schleswig-Holsteiner die Einführung der umstrittenen Rechtschreibreform ab – mehr als 41 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen die Reform. Allerdings hob der Landtag von Schleswig-Holstein diese Willensbekundung des Souveräns nicht einmal ein Jahr nach dem Volksentscheid auf und beschloss, die Rechtschreibreform an den Schulen des Landes einzuführen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Der Landtag trauert...
um Ursula Röper und
Peter Bendixen

Regierungs-Erklärung zur
Kreisreform

Persönliche Erklärung von
Ralf Stegner

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
Kreisreform / Volksinitiative
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Wahlgesetz/Frauenquote
Hafensicherheit

Regierungs-Erklärung zur
Kreisreform

Berichte:
Bericht Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
BVG-Verfahren Landesverwaltungsgestz
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

1. Lesung:
Glücksspielwesen / Staatsvertrag
Antrag:
Liegenschaft in Pinneberg
(ohne Aussprache)
Bericht:
Bericht Investitionsbank
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Armutsbekämpfung
Pflegereform
Aktionsplan Demenz
Ernährung in KiTa u. Schulen
Atomkraftwerke / Genehmigungsverfahren
RAPEX-Verbraucherschutz
(ohne Aussprache)
Krankenhaus-Finanzierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Kinder-Gesundheitsbericht
Sprachförderung
Senioren mit Handicap
Krebsregister
Ausbildung Altenpflege
(ohne Aussprache)
Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Motorola-Werk Flensburg
Mindestlohn-Regelung
Börsengang der Bahn
Berichte:
Fischerei in Nord- u- Ostsee
Nordseehafen-Kooperation
EU-Dienstleistungs-Richtlinie
Kohlekraftwerke
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
Bodenschutz / Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Landesforsten
Anträge:
EU-Agrarsubvention
Gen-Saatgut
Bericht:
EU-Meerespolitik
Energie-Einsparverordnung
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:
Schülerbeförderungs-Kosten
Schulgesetz/Rückstellung
(ohne Aussprache)
Schulgesetz/
Gemeinschaftsschule

(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Freie Schulen
Anträge:
Berufsbildungs-Institut
Uni Flensburg
Leseförderung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Eingangsphase Grundschule
Stundenzahl/Lehrer
(ohne Aussprache)
Sprachheilpädagogik
(ohne Aussprache)
Schulfach Informatik
(ohne Aussprache)
Ganztagsschulen
(ohne Aussprache)
Studiengebühren / Volksini
(ohne Aussprache)
Unterrichtssituation
(ohne Aussprache)
Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Agrarsubvention
Bericht:
EU-Dienstleistungs-Richtlinie