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Auf dieser Seite: Schülerbeförderung

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Top 2:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-
Holsteinischen Schulgesetzes (Schulgesetz - SchulG)
Gesetzentwurf der Fraktion der FDP – Drucksache 16/1338
(Ausschussüberweisung am 10. Mai 2007)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses
Drucksache: 16/1567
-Plenarprotokoll-

Weiter Spannungen in der Koalition zum Thema Schülerbeförderung

In namentlicher Abstimmung lehnt Schwarz-Rot die Rücknahme des Elternanteils an den Schulbuskosten ab

Kiel (lno/SHL/13.09.). Trotz kritischer Stimmen an der eigenen Basis und entgegen eines anderslautenden Landesparteibeschlusses der Sozialdemokraten: Die Große Koalition hat dem FDP-Vorstoß zur Rücknahme der Elternbeteiligung an den Schülerbeförderungskosten eine Abfuhr erteilt. CDU und SPD stimmten in Zweiter Lesung gegen die von den Liberalen anvisierte Änderung des Schulgesetzes. Es bleibt also dabei: Die Kommunen können die Eltern auf die Zahlung von 30 Prozent der Kosten am Schultransport ihres Kindes verpflichten. In namentlicher Abstimmung votierten nur die zehnköpfige Opposition geschlossen für dieRücknahme des Elternanteils.

In einer teils hitzigen Landtagsdebatte zum Elternanteil an den Schulbuskosten sind erneut Spannungen in Schleswig-Holsteins großer Koalition deutlich geworden. Susanne Herold (CDU) sagte mit Blick auf Innenminister Ralf Stegner, den Landesvorsitzenden der SPD: "Es ist wenig hilfreich, dass Sie, Herr Stegner, im Lande verbreiten, dass die SPD dieser Maßnahme nur zugestimmt habe, weil die CDU sonst nicht dem Schulgesetz zugestimmt hätte." Einige SPD-Politiker würden trotz ihres früheren Einverständnisses die CDU in ihrem Heimatwahlkreis nun zum "Buhmann" machen. Stegner erwiderte, jede Partei habe das Recht, Ziele zu formulieren und für sie zu werben. "Ich bekenne mich zu dem, was wir vertraglich vereinbart haben, und trete dafür ein, es zu ändern." Die Koalition hatte sich auf 30-Prozent Elternanteil verständigt. In der SPD hatte dies später große Debatten ausgelöst.

CDU-Fraktionschef Johann Wadephul forderte in dieser Frage vom Koalitionspartner Zuverlässigkeit ein: "Nur so haben wir die Gewährleistung, dass die Koalition erfolgreich arbeiten kann." Mehrere Sozialdemokraten pochten in der Debatte auf freie Meinung. Die SPD-Abgeordnete Regina Poersch aus Ostholstein sagte: "Ich habe das gute Recht, nach Absprachen zuhause zu erklären, warum mir die ein oder andere Entscheidung schwer gefallen ist." Schulministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) betonte, dass die Abmachung der Koalition gelte. "Natürlich ist das für Eltern eine Mehrbelastung."

Die FDP kritisierte die Elternbeteiligung als "verkapptes Schulgeld" und forderte in einem Antrag die Rücknahme. "Die umstrittene Neuregelung ist unsozial. Sie trifft in besonderer Weise die Familien im ländlichen Raum. Sie belastet Familien mit schulpflichtigen Kindern", sagte der bildungspolitische Sprecher der Liberalen, Ekkehard Klug. Ralf Stegner gab zu Protokoll, dass er den FDP-Antrag inhaltlich teilt, aber wegen des Koalitionsvertrages nicht für ihn stimmen werde.

Die SSW-Chefin im Landtag, Anke Spoorendonk, sagt: "Das Verhalten der SPD ist in dieser Frage völlig undurchschaubar." Sie appellierte an CDU und SPD: Hören Sie auf die Argumente Ihrer eigenen kommunalen Basis, und machen Sie diese Fehlentscheidung wieder rückgängig." Die notwendige Haushaltskonsolidierung des Landes dürfe weder zu Lasten der Kommunen noch auf Kosten der Eltern im ländlichen Raum geschehen.

Über Parteigrenzen hinweg kritisierten Politiker, dass es bisher unterschiedliche Gebührenhöhen in den Kreisen gibt. Für die Grünen unterstrich Angelika Birk: "Manche Kreise scheuen sich nicht, sogar von armen Eltern mit Transfereinkommen eine Vorauszahlung dieser Kosten zu verlangen, obwohl das Schulgesetz wenigstens Hartz IV-Empfänger von der Last der Schülerbeförderung befreien will."

(s. auch Persönliche Erklärung von Ralf Stegner am Fr., 14.09.,...gehe zu)

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Hintergrund:
  Der Bildungsausschuss empfiehlt dem Landtag mit den Stimmen von CDU und SPD, einen FDP-Vorstoß zur Rücknahme der 30-prozentigen Elternbeteiligung an den Schülerbeförderungskosten abzulehnen. Diese Regelung hatte die schwarz-rote Koalition im Januar ins neue Schulgesetz geschrieben. Neben den Liberalen stimmten auch die Grünen im Ausschuss gegen die Elternbeteiligung. Auch Elternverbände haben die schwarz-roten Pläne als Belastung der Eltern im ländlichen Raum kritisiert.
  Ein SPD-Landesparteitag hatte sich im März (und jüngst auch Anfang September) ebenfalls gegen die Elternbeteiligung ausgesprochen. Die CDU wies den Vorstoß im Kabinett jedoch zurück. In der Ersten Lesung im Landtag im Mai stellten sich die Sozialdemokraten hinter den Koalitionskurs. Bei einer Sitzung des schwarz-roten Koalitionsausschusses Anfang Juli traten die unterschiedlichen Auffassungen von Christ- und Sozialdemokraten in dieser Frage zwar zutage – nach dem Spitzengespräch soll es aber bei der im Januar verabschiedeten Regelung bleiben.
  Unterdessen haben fast alle Kreise eine entsprechende Verordnung erlassen – bis auf Dithmarschen. Der Landkreis im Südwesten begründet seine Verweigerung damit, dass Nachteilen für junge Familien im ländlichen Raum zu befürchten seien. Unterdessen hat sich eine Volksinitiative formiert, die die Elternbeteiligung an den Fahrtkosten wieder abschaffen will.
  Ministeriumsangaben zufolge würde sich das Einsparvolumen für die Kreise und Gemeinden auf rund elf Millionen Euro belaufen. Im Landesdurchschnitt käme auf jeden Schüler eine Belastung von 110 Euro jährlich zu.

mehr Informationen / 1. Lesung: plenum-online, Mai 2007
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2007/
texte/10_schuelerbefoerderung.htm)

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Themen-Übersicht

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Bericht Investitionsbank
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