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Auf dieser Seite: Landesforsten

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Entwurf eines Gesetzes über die Anstalt Schleswig-Holsteinische Landesforsten und zur Änderung anderer Vorschriften
 
Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 16/1582
-Plenarprotokoll-

Zankapfel Forstreform

Grüne und SSW befürchten weiterhin
Ausverkauf des Landeswaldes

Kiel (SHL/12.09.). Der von der Landesregierung vorgelegte Gesetzentwurf zur Umwandlung der Landesforste in eine öffentlich-rechtliche Anstalt hat auch im Plenum für Zündstoff gesorgt. Während das schwarz-rote Regierungslager die Reform als notwendigen Schritt zur Kostensenkung verteidigt, sprechen Grüne und SSW vom "Ausverkauf des Waldes". Die Liberalen bezeichneten die im Zuge der Forstreform anvisierte Kostensenkung als "Schönrechnerei".

Die Betriebsführung durch die Forstämter sei nicht nachhaltig gewesen, verteidigte Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) das Reformvorhaben. Bei dem Gesetzentwurf handele es sich um "die notwendige Modernisierung der Forstverwaltung". In dieselbe Richtung argumentierten die Regierungsfraktionen: Der CDU-Abgeordnete Hartmut Hamerich sprach von einer "überfälligen Reform", mit der ökonomische und ökologische Ziele erreicht werden können, und Sandra Redmann (SPD) bezeichnete das Gesetzvorhaben als "sinnvoll", sofern "Standards nicht abgesenkt" würden.

Breite Kritik der Opposition

Günther Hildebrand (FDP) zweifelte das von der Landesregierung anvisierten Einspar-Potential von jährlich rund 3,2 Millionen Euro (gegenüber dem Stand von 2005) an. Tatsächlich habe sich "das forstwirtschaftliche Defizit in den letzten beiden Jahren nur auf jeweils rund zwei Millionen Euro belaufen". Bisher flossen jährlich zehn Millionen Euro in den Wald. Ab 2012 soll es dann für die forstbetrieblichen Aufgaben der Forstanstalt keine Zuwendungen durch das Land mehr geben. Im Zuge der Reform ist unter anderem vorgesehen, die 294 Stellen im Forstdienst ohne betriebsbedingte Kündigungen auf 117 zu reduzieren. Die Zahl der Förstereien soll von 41 auf 30 und die der unteren Forstbehörden von sechs auf drei verringert werden.

"Die Landesregierung legt die Axt an die Wurzel des Landeswaldes und betreibt Naturschutz nach Kassenlage", monierte Detlef Matthiessen (Grüne). Er forderte statt dessen die Überführung des Landesforstes in eine Stiftung. Lars Harms (SSW) warf der SPD vor, aus Gründen der Koalitionsraison eigene Überzeugungen über Bord zu werfen. Statt den Landeswald als "größte Naturschutzmaßnahme Schleswig-Holsteins" zu schützen, folgten die Sozialdemokraten der Losung "Gewinnstreben vor Naturschutz".

Der Bericht wurde an den Umwelt- und Agrarausschuss überwiesen.

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Hintergrund:
  Die Landesregierung will die Bewirtschaftung des Landeswalds an eine neu zu gründende Anstalt öffentlichen Rechts übergeben und damit die Ausgaben für die Forstwirtschaft drastisch senken. Vom 1. Januar nächsten Jahres an soll die gewinnorientiert arbeitende Anstalt die 52 000 Hektar Wald übernehmen. Das sieht ein entsprechender Gesetzentwurf des Landwirtschafts- und Umweltministeriums vor. Verbunden hiermit ist ein Personalabbau von derzeit 294 auf 177 Stellen, der ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen soll. Dabei sollen Mitarbeiter mit anderen Aufgaben betraut, in den Ruhestand ab 60 versetzt, aber auch mit Abfindungen abgegolten werden. Die Zahl der Förstereien soll von 41 auf 30 und die der unteren Forstbehörden von sechs auf drei verringert werden.
  Das Ministerium erhofft sich hiervon Einsparungen von jährlich rund 3,2 Millionen Euro gegenüber dem Stand von 2005. Bisher flossen jährlich zehn Millionen Euro in den Wald. Ab 2012 soll es dann für die forstbetrieblichen Aufgaben der Forstanstalt keine Zuwendungen durch das Land mehr geben.
  Der Gemeinwohlleistungen wie Waldpädagogik, Umweltbildung oder der Betrieb des Erlebniswalds Trappenkamp, der Jugendwaldheime und der Waldkindergärten sollen erhalten bleiben. Die Neuwaldbildung soll weitergeführt werden. Aus Kostengründen soll der Anteil des Naturwaldes von derzeit sieben Prozent auf den Bundesschnitt von fünf Prozent gesenkt werden. Für Veranstaltungen im Wald oder das Benutzen von Trimm-Dich-Pfaden oder Reitwegen könnten künftig Gebühren anfallen.
  Naturschützer und Forstleute befürchten, dass mit den Regierungsplänen der Landeswald zu stark wirtschaftlichen Interessen wie höheren Erträgen durch verstärkten Holzeinschlag untergeordnet wird. Den Vorwurf eines "Ausverkaufs des Waldes" wies Minister Christian von Boetticher (CDU) zurück.
  Pläne der Landesregierung für einen Verkauf des Landeswaldes haben im Landtag mehrfach den Protest der Opposition hervorgerufen.

Vorherige Debatten zum Thema: plenum-online, September 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2006/texte/17_landeswald.htm)
plenum-online,
März 2006

(www.sh-landtag.de/plenumonline/maerz2006/
texte/21_36_landeswald_raumordnung.htm)

Stichwort: Waldanteil im Land
Schleswig-Holstein ist laut dem jüngsten Forstbericht der Landesregierung das waldärmste Flächenland in Deutschland: Während im Bundesdurchschnitt die Waldfläche bei rund 30 Prozent liegt, sind es hierzulande nur 9,9 Prozent. Die ausgiebigsten Waldspaziergänge können in den Kreisen Herzogtum Lauenburg mit seinem Sachsenwald sowie im Kreis Segeberg gemacht werden, wo der Waldanteil 24,6 beziehungsweise 15,1 Prozent beträgt. Die wenigsten Bäume vor ihrer Haustür haben die Bürger in Dithmarschen: Hier liegt der Waldanteil bei 3,3 Prozent. Von den 155.000 Hektar Waldfläche im nördlichsten Bundesland wird rund die Hälfte (80.000 Hektar/51Prozent) privat bewirtschaftet; 52.000 Hektar (34 Prozent) sind Landeswald und 23.000 (15 Prozent)
Körperschaftswald.

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Berichte:
Kinder-Gesundheitsbericht
Sprachförderung
Senioren mit Handicap
Krebsregister
Ausbildung Altenpflege
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