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Auf dieser Seite: Ernährung in KiTas u. Schulen

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Top 18:
Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/1528;
16/1585
-Plenarprotokoll-

"Eine unausgewogene Ernährung gefährdet die Entwicklung"

Grüne scheitern mit ihrer Forderung nach
verbindlichen Standards für Schulen und Kitas

Kiel (SHL/14.09.). Müsli, Obst und Gemüse statt Tiefkühlpizza, Burger und Schokoriegel : Regierungsfraktionen und Opposition plädierten im Landtag für eine bessere Ernährung der Jüngsten. Auf mehr als diese grundsätzliche Aussage konnte sich das Plenum allerdings nicht einigen – die Diskussion über  verpflichtenden Maßnahmen für eine gesunde Ernährung  in Kindertagesstätten und Schulen verlief kontrovers. Von den Grünen geforderte verbindliche Qualitäts-Standards und Verkaufsverbote von stark zucker-, fett- und salzhaltigen Lebensmitteln  stießen nur bei der FDP auf Sympathie. CDU, SPD und SSW hingegen lehnten dies ab: Eine Bevormundung von Lehrern und Erziehern sei nicht angebracht; die Verantwortung für die Ernährung liege primär bei den Eltern und nicht beim Staat, hieß es. Stattdessen brachte Schwarz-Rot einen eigenen Antrag durch, der zum Dezember einen Regierungsbericht fordert, wie gesunde Ernährung und Bewegungsangebote bereits umgesetzt werden.

Bislang bleibe es vielfach dem Zufall überlassen, ob ein Kind in der Kindertagesstätte Fastfood auspackt oder ein gesundes Frühstück erhält, drängte Monika Heinold (Grüne) auf verbindliche Standards. Zugleich verwies sie auf den nationalen Kindergesundheitsbericht des Robert-Koch-Institutes. Demnach haben 22 Prozent aller untersuchten Kinder und Jugendlichen ein falsches Essverhalten, Deshalb müsse sichergestellt werden, dass an allen Ganztagsschulen Kantinen vorhanden sind, in denen warme – und gesunde – Mittagessen ausgegeben werden.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) warnte hingegen davor, Erziehern und Pädagogen "das Problembewusstsein abzusprechen". Nicht alles, was vorgeschrieben werde, sei immer gleich besser, sagte sie und warf den Grünen vor, "Politik von oben herab" betreiben zu wollen. 

Stimmen aus dem Plenum:

Heike Franzen (CDU): In vielen Familien ist das Wissen um die Zubereitung von frischen Mahlzeiten schlicht verloren gegangen. Deshalb ist es wichtig, jungen Familien und ihren Kindern den Umgang mit einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung wieder näher zu bringen.

Astrid Höfs (SPD): Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Ernährung bei den Eltern. Andererseits können sich viele Familien heutzutage keine ausgewogene Kost mehr leisten. Frühstück und Mittagessen beschränken sich häufig darauf, dass die Kinder morgens zwei bis drei Euro in die Hand gedrückt bekommen.

Heiner Garg (FDP): Das Problem der falschen Ernährung ist nicht wegzudiskutieren. Die überflüssigen Pfunde auf kindlichen Hüften und Gelenken verursachen oftmals fatale Spätfolgen wie Diabetes, Bluthochdruck, Gallensteine und Gelenkschäden. Die mittelbaren Folgekosten für das deutsche Gesundheitssystem werden inzwischen auf zwölf Milliarden Euro geschätzt.

Lars Harms (SSW): Mit preußischem Obrigkeitsstaat fördert man keine moderne Esskultur. Ich will keine Kantine, bei der sich die Kinder von Hartz IV-Empfängern in eine andere Schlange stellen, einen Armutsausweis vorzeigen müssen oder allein durch die Zahlung eines anderes Preises stigmatisiert werden.

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Hintergrund:
  Die Fraktion der Grünen fordert die Landesregierung auf, einen Maßnahmenkatalog "Gesunde Ernährung in Kindertagesstätte und Schule" zu erarbeiten. Trotz des 2001 vom Landes-Gesundheitsministerium eingerichteten "Netzwerks Ernährung" sei eine gesunde Ernährung in Schleswig-Holsteins KiTas und Schulen längst nicht sichergestellt.
  Die Grünen begrüßen in ihrem Antrag Kampagnen wie "Fit Kid: die Gesund-Essen-Aktion für Kitas" vom Bundes-Verbraucherschutzministerium und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder das Landesprogramm "OptiKids – kinderleicht gegen Übergewicht". Dennoch gebe es in Kindertagesstätten und Schulen noch Handlungsbedarf. Daher fordert die Oppositionsfraktion, dass die Landesregierung dem Landtag bis Oktober einen Katalog mit verbindlichen Qualitätsstandards und Leitlinien für gesunde Mahlzeiten vorlegt sowie ein Verkaufsverbot von stark zucker-, fett- und salzhaltigen Lebensmitteln an Schulen erlässt. Weiterhin müsse sichergestellt werden, dass an allen gebundenen und offenen Ganztagsschulen Kantinen vorhanden sind, in denen warme und gesunde Mittagessen ausgegeben werden. Außerdem sollen sich nach dem Willen der Grünen Lehrkräfte auf den Gebieten Ernährungsbildung und Bewegungsförderung fortbilden. Und: Das Fach "Ernährungs- und Verbraucherkunde" soll in den Stundenplan integriert werden.
  CDU und SPD fordern die Landesregierung in einem eigenen Antrag auf, bis Dezember einen Bericht darüber vorzulegen, wie gesunde Ernährung und Bewegung in Kindertagesstätten und Schulen umgesetzt werden können.

Statistisches: Übergewicht bei Kindern
  Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts hat jedes fünfte Kind in Deutschland kein normales Essverhalten. 16,7 Prozent der Mädchen und 13,9 Prozent der Jungen zwischen elf und 13 Jahren seien übergewichtig oder adipös (fettsüchtig). Etwa jeder zehnte Erstklässler galt 2005 nach Informationen des Landes-Gesundheitsministeriums zum Zeitpunkt der Einschulung als übergewichtig; 4,5 Prozent waren adipös.
  Diese Studie ist auch Teil des Kinder- und Jugendgesundheitsberichtes, den der Landtag ebenfalls in dieser Tagung behandelt
(...gehe zu).

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Der Landtag trauert...
um Ursula Röper und
Peter Bendixen

Regierungs-Erklärung zur
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Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
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Wahlgesetz/Frauenquote
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Kreisreform

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Bericht Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
BVG-Verfahren Landesverwaltungsgestz
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F i n a n z e nt

1. Lesung:
Glücksspielwesen / Staatsvertrag
Antrag:
Liegenschaft in Pinneberg
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Bericht:
Bericht Investitionsbank
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Armutsbekämpfung
Pflegereform
Aktionsplan Demenz
Ernährung in KiTa u. Schulen
Atomkraftwerke / Genehmigungsverfahren
RAPEX-Verbraucherschutz
(ohne Aussprache)
Krankenhaus-Finanzierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Kinder-Gesundheitsbericht
Sprachförderung
Senioren mit Handicap
Krebsregister
Ausbildung Altenpflege
(ohne Aussprache)
Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Motorola-Werk Flensburg
Mindestlohn-Regelung
Börsengang der Bahn
Berichte:
Fischerei in Nord- u- Ostsee
Nordseehafen-Kooperation
EU-Dienstleistungs-Richtlinie
Kohlekraftwerke
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
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1. Lesung:
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Anträge:
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EU-Meerespolitik
Energie-Einsparverordnung
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 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:
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Schulgesetz/Rückstellung
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Schulgesetz/
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Antrag:
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