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Top 23:
Konzertierte Aktion zur Armutsbekämpfung durch Sicherstellung des soziokulturellen Existenzminimums

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1564
-Plenarprotokoll-

Armutsbekämpfung: Von den Grünen geforderte "konzertierte Aktion" findet
kein Anklang

(Konzertierte Aktion = gemeinsam zwischen
Partnern abgestimmtes Handeln)

Kiel (SHL/12.9.) Mit ihrem Vorstoß einer "konzertierten Aktion" von Bund, Ländern und Kommunen zur Bekämpfung von Armut durch "Sicherstellung des soziokulturellen Existenzminimums" sind die Grünen im Landtag auf breite Ablehnung gestoßen. CDU, SPD und FDP stimmten überein, dass eine unter anderem geforderte Erhöhung der Regelbeitragssätze beim Arbeitslosengeld II nicht zielführend sei. Der SSW verlangte die komplette Umgestaltung des Arbeitslosengeld-Gesetzes.

Die Grünen hatten mehr Geld für Hartz IV-Empfänger gefordert, um gestiegene Lebenshaltungskosten auszugleichen. Zudem sollten Land und Kommunen betroffenen Familien auch bei dem Erwerb von Schulbüchern oder der Teilnahme der Kinder an Freizeitaktivitäten unter die Arme greifen. "Wir fordern, dass die Teilnahme der Kinder an den öffentlichen Angeboten in Kindertagesstätte, Sportverein, Musik, Kultur und Freizeit durch eine Reduzierung der Nutzungsentgelte tatsächlich gesichert ist", sagte die Grünen-Abgeordnete Angelika Birk.

Allein die Zahlung von Transferleistungen helfe den Kindern nicht, hielt Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) dem entgegen. Aus seiner Sicht wäre das Geld besser in Bildungseinrichtungen und Sprachförderung für die Betroffenen angelegt. "Angebote helfen besser als Alimentationen", so Döring, der damit auch die Position der SPD-Fraktion wiedergab. Redner von CDU und FDP wiesen auf die bereits vorhandenen Zuschüsse für Hartz IV-Empfänger hin. Die Anpassung der Regelsätze für das Arbeitslosengeld II an die allgemeine Lohnentwicklung sei der richtige Weg.

Das Thema wurde an den Sozialausschuss überwiesen.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Torsten Geerdts (CDU): So mancher Hartz IV-Empfänger hat mehr Geld in der Tasche als ein Rentner, der sein ganzes Leben lang gearbeitet hat.

Wolfgang Baasch (SPD): Die Erwerbstätigkeit der Mutter ist die beste Armutsprävention für ihre Kinder.

Heiner Garg (FDP): Wer arbeitet, muss mehr Geld bekommen als jemand, der von staatlichen Transferleistungen lebt.

Lars Harms (SSW): Bevor wir über das soziokulturelle Existenzminimum reden, sollten wir uns vor Augen führen, dass die Regelsatz-Höhe von Hartz IV nicht einmal zum Essen reicht.

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Hintergrund:
  Die Grünen regen eine "konzertierte Aktion" von Bund, Ländern und Kommunen zur Bekämpfung von Armut an. Hierzu fordern sie eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Zudem sollen Land und Kommunen bei den betroffenen Familien neben den gesetzlichen Mindestsätzen auch die Ausgaben für Heizung und Warmwasser übernehmen und die Kosten für Schulbücher, Klassenfahrten, Sportverein und ähnliche "sozio-kulturelle" Zwecke abdecken.
  Die Forderung nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze wurde in jüngster Zeit auch auf Bundesebene erhoben. Hintergrund sind die gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel.

vorherige Debatte zum Thema: plenum-online, Juni 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2-2006/
texte/22_31_kinderarmut_buerokratiekosten.htm)

Statistisches: Armut
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind bundesweit 10,6 Millionen Menschen (13 Prozent der Bevölkerung) armutsgefährdet. Das bedeutet: Ihr Haushalt verfügt über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, deren Familien auf Hartz IV oder Sozialhilfe angewiesen sind, ist nach einer Untersuchung des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe zwischen 2005 und 2006 um einen Prozentpunkt auf 16,2 Prozent angewachsen. In Schleswig-Holstein leben nach Angaben des Sozialministeriums aus dem Vorjahr etwa 64.000 Kinder unter 15 Jahren von staatlicher Unterstützung. Das sind knapp 15 Prozent aller Kinder in dieser Altersgruppe.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

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um Ursula Röper und
Peter Bendixen

Regierungs-Erklärung zur
Kreisreform

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I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
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1. Lesungen:
Wahlgesetz/Frauenquote
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Kreisreform

Berichte:
Bericht Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
BVG-Verfahren Landesverwaltungsgestz
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

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Glücksspielwesen / Staatsvertrag
Antrag:
Liegenschaft in Pinneberg
(ohne Aussprache)
Bericht:
Bericht Investitionsbank
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Armutsbekämpfung
Pflegereform
Aktionsplan Demenz
Ernährung in KiTa u. Schulen
Atomkraftwerke / Genehmigungsverfahren
RAPEX-Verbraucherschutz
(ohne Aussprache)
Krankenhaus-Finanzierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Kinder-Gesundheitsbericht
Sprachförderung
Senioren mit Handicap
Krebsregister
Ausbildung Altenpflege
(ohne Aussprache)
Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Motorola-Werk Flensburg
Mindestlohn-Regelung
Börsengang der Bahn
Berichte:
Fischerei in Nord- u- Ostsee
Nordseehafen-Kooperation
EU-Dienstleistungs-Richtlinie
Kohlekraftwerke
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
Bodenschutz / Staatsvertrag
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1. Lesung:
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Energie-Einsparverordnung
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Schulgesetz/
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1. Lesung:
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Anträge:
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Uni Flensburg
Leseförderung
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Stundenzahl/Lehrer
(ohne Aussprache)
Sprachheilpädagogik
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Schulfach Informatik
(ohne Aussprache)
Ganztagsschulen
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Studiengebühren / Volksini
(ohne Aussprache)
Unterrichtssituation
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Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf
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 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Agrarsubvention
Bericht:
EU-Dienstleistungs-Richtlinie