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Umfassende verbindliche Mindestlohnregelung

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1565
-Plenarprotokoll-

CDU und SPD beim Thema Mindestlohn gespalten

Kiel (SHL/12.09.) Die Grünen im Landtag haben eine umfassende gesetzliche Mindestlohn-Regelung gefordert. Um sicherzustellen, dass alle Beschäftigten durch ihre Arbeit ihren Lebensunterhalt sichern können, will die Oppositionsfraktion eine "Mindestlohn-Kommission" einrichten, die Empfehlungen über die Lohnhöhe abgibt. Und: Das Entsendegesetz, das zurzeit unter anderem auf dem Bau gilt, soll auf weitere Branchen ausgeweitet werden. Zur Begründung verwies Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel darauf, dass es in Deutschland eine halbe Millionen Menschen gebe, die trotz Vollzeitarbeit zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Während SPD und SSW den Vorschlag weitgehend positiv aufnahmen, zeigten sich Vertreter von CDU und FDP skeptisch.

Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) betonte zwar, "Vorrang" müsse der zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verabredete Tarif haben. "Als letzte Verteilungslinie" konnte er sich aber auch einen gesetzlichen Mindestlohn per Entsendegesetz vorstellen, etwa im Post- und im Zeitarbeitsbereich. Ein gesetzlicher Mindestlohn leiste einen "wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Binnennachfrage und zur Bekämpfung der Armut", ergänzte der SPD-Abgeordnete Wolfgang Baasch. Das Entsendegesetz könne nur eine Notlösung sein, fügte Lars Harms (SSW) an. Letztlich müsse eine Kommission, wie von den Grünen angeregt, für alle Branchen eine Lösung schaffen.

Johannes Callsen (CDU) hob dagegen die Verantwortung der Tarifpartner hervor. Sie seien dafür zuständig, Existenz sichernde Löhne zu vereinbaren. Dies hätten die Gewerkschaften in letzter Zeit aber häufig versäumt. Und Heiner Garg (FDP) warnte: "Mindestlöhne erhöhen die Arbeitskosten, und deshalb werden dann weniger mindestlohnpflichtige Arbeitsplätze angeboten."

Die Ausschüsse für Wirtschaft und Soziales beraten weiter.

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Hintergrund:
  Die Grünen fordern eine "umfassende und verbindliche Mindestlohn-Regelung". Herfür soll sich die Landesregierung im Bund einsetzen. Um sicherzustellen, dass alle Beschäftigten durch ihre Arbeit ihren Lebensunterhalt sichern können, soll nach Vorbild der britischen "ow Pay Commission" eine "indestlohn-Kommission" eingerichtet werden. Sie soll Empfehlungen über die Lohnhöhe abgeben, die das Bundesarbeitsministerium dann per Verordnung für verbindlich erklären kann. Und: Das Entsendegesetz soll nach Willen der Grünen "urzfristig" auf 14 weitere Branchen ausgeweitet werden, etwa auf die Zeitarbeitsbranche, die Post, den Einzelhandel, auf Hotels und Gaststätten, auf die Landwirtschaft und das Transportgewerbe. "ittelfristig" streben die Grünen die Anwendung des Gesetzes auf alle Branchen an.
  "Amut trotz Vollzeitbeschäftigung ist für viele Menschen harte Realität", heißt es zur Begründung. So seien in Deutschland 574.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, darunter 470.000 Vollzeit-Beschäftigte, zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen.
  Das Entsendegesetz hat der Bundestag 1996 zum Schutz der Baubranche vor Billiglohnkonkurrenz beschlossen. Es schreibt auf deutschen Baustellen den Mindesttarif auch für die von ausländischen Firmen entsandten Arbeitnehmer vor. Außer auf dem Bau gilt das Entsendegesetz auch im Maler-, Lackierer- und Dachdeckerhandwerk, im Abbruch- und Abwrackgewerbe und in der Seeschifffahrt. Im Postgewerbe haben sich die Arbeitgeber und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di Anfang des Monats auf einen tariflichen Mindestlohn geeinigt.
  Im Juni hatten sich die Spitzen der Großen Koalition im Bund darauf verständigt, das Entsendegesetz um etwa zehn Branchen auszuweiten. Unterdessen hat das SPD-geführte Rheinland-Pfalz angekündigt, im Bundesrat einen Gesetzentwurf für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn einzubringen. Er soll am 21. September beraten werden.
  Mindestlöhne gibt es in 18 der 27 EU-Mitgliedsländer. In Großbritannien liegt er bei 1.361 Euro, in den Niederlanden bei 1.301 Euro und in Frankreich bei 1.254 Euro.

mehr Informationen: plenum-online, Februar 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2006/
texte/30_35_mindestloehne_auftragswesen.htm)

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RAPEX-Verbraucherschutz
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Ausbildung Altenpflege
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