plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Grundschule/Eingangsphase

xxx

Top 41:
Bericht zur Eingangsphase der Grundschule
Landtagsbeschluss vom 23. März 2007 – Drucksache 16/1290
Federführend ist das Ministerium für Bildung und Frauen
Drucksache: 16/1462
-Plenarprotokoll-

Opposition noch nicht zufrieden
mit der neuen Eingangsphase an Grundschulen

Kiel (SHL/14.09.) Die Opposition hat einen Bericht der Landesregierung zur bis zu drei Jahre dauernden Eingangsphase in der Grundschule kritisiert. Vor allem die FDP, die das Papier angefordert hatte, bezeichnete den von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) vorgestellten Bericht als unbefriedigend. Der Bericht legt dar, dass die Kinder mit sehr unterschiedlichen Erwartungen und Fähigkeiten in die Grundschule kommen. Dieser "Herausforderung" sollen die Lehrer mit "handlungs- und projektorientierten Lernformen" und einer "flexiblen Organisation von Lerngruppen und Lernzeiten" begegnen. Laut den Zahlen des Bildungsministeriums absolviert die große Mehrheit der Schüler die Eingangsphase in zwei Jahren. Lediglich 104 Schüler haben im Schuljahr 2006/07 ein Schuljahr übersprungen und damit die Phase in einem Jahr durchlaufen – das entspricht 0,1 Prozent aller Grundschüler. 1.524 Schüler haben die Eingangsphase in drei Jahren durchlaufen (1,3 Prozent).

"Das Bildungsministerium neigt dazu, ein eher idyllisches Bild von der Schulwirklichkeit in der Grundschule zu zeichnen", konstatierte FDP-Bildungsexperte Ekkehard Klug. Tatsächlich gebe es zwischen einzelnen Grundschulen ein zum Teil "erhebliches Gefälle", sowohl im sozialen Umfeld als auch bei der Unterrichtsmethodik. Karl-Martin Hentschel (Grüne) bemängelte, ihm fehle die Gewährleistung, dass Schulen in sozialen Brennpunkten durch den Einsatz von mehr Lehrern gefördert werden: "Ich kann die flexible Eingangsstufe nicht unterstützen, wenn dies bedeutet, dass schwächere Kinder länger die Schulbank drücken und dann später die älteren sind", so Hentschel. Anke Spoorendonk (SSW) fügte an, ihr sei der Bericht zu pauschal und beziehe sich mehr auf den Soll-, denn auf den Ist-Zustand.

CDU und SPD gestanden ein, dass sich die flexible Eingangsphase noch im Testdurchlauf befände, wiesen aber zugleich die Kritik der Opposition zurück. "In Deutschland wurde die Idee, alle Kinder, egal welcher sozialen Herkunft, wenigstens in den ersten Schuljahren gemeinsam zu unterrichten, durch ein Grundschulgesetz von 1920 reichsweit eingeführt. Ich habe den Eindruck, Sie wollen in die Zeit davor zurück", hielt Detlef Buder (SPD) den Liberalen vor vor. Und Sylvia Eisenberg (CDU) äußerte die Hoffnung, dass sich der prozentuale Anteil der Kinder, die die Eingangsstufe in drei Jahren durchlaufen verringert und sich die Zahl der einjährigen Absolventen erhöht: "Erst dann werden wir mit der flexiblen Eingangsstufe Erfolg haben und können von einer gelungenen Förderung der Schwachen, aber auch der Starken sprechen."

Mit dem Bericht beschäftigt sich nun abschließend der Bildungsausschuss.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  In einem von der FDP beantragten Regierungsbericht stellt die Landesregierung die Eingangsphase an den Grundschulen dar. Diese Phase umfasst die Lerninhalte der ersten beiden Schuljahre. Sie kann, je nach Leistung und Entwicklung, in ein bis drei Jahren absolviert werden.
  Laut dem neuen Schulgesetz vom Januar werden alle Kinder, die bis zum 30. Juni ihren sechsten Geburtstag feiern, im folgenden Schuljahr eingeschult. Eine Zurückstellung ist nur noch bei Krankheit und bei so genannten "Frühchen" möglich. Demzufolge kommen die Kinder laut Bericht mit sehr unterschiedlichen Erwartungen und Fähigkeiten in die Schule. Dieser "Herausforderung" sollen die Lehrer mit "handlungs- und projektorientierten Lernformen" und einer "flexiblen Organisation von Lerngruppen und Lernzeiten" begegnen. Hierzu können etwa "jahrgangsübergreifende Lerngruppen", "klassen- und fächerübergreifende Angebote" und "eine kindgemäße Rhythmisierung des Unterrichtsvormittags" gehören. "Nicht das Kind muss den Anforderungen der Schule genügen, sondern die Schule muss dem Kind Lernmöglichkeiten anbieten, die seinem Entwicklungsstand entsprechen", heißt es in dem Bericht.
  Das Land unterstützt die Grundschulen, etwa durch die Bereitstellung von Lehrern aus den Förderzentren für behinderte Kinder oder durch spezielle Fortbildungsangebote des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH).
  Eine besondere Bedeutung kommt hier laut Bildungsministerium der vorschulischen Sprachförderung und der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule zu. Letzteres werde "in unterschiedlicher Ausprägung landesweit erfolgreich praktiziert". Der Bericht verweist auf den "frühkindlichen Bildungsauftrag" der KiTas. 95 Prozent aller Fünf-Jährigen besuchen in Schleswig-Holstein eine Kindertagesstätte.
  Laut den Zahlen des Bildungsministeriums absolviert die große Mehrheit der Schüler die Eingangsphase in zwei Jahren. Lediglich 104 Schüler haben im Schuljahr 2006/07 ein Schuljahr übersprungen und damit die Phase in einem Jahr durchlaufen – das entspricht 0,1 Prozent aller Grundschüler. 1.524 Schüler haben die Eingangsphase in drei Jahren durchlaufen (1,3 Prozent).
  Über die Zurückstellung von der Einschulung hat der Landtag im Juli debattiert
(plenum-online Juli 2007).

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Der Landtag trauert...
um Ursula Röper und
Peter Bendixen

Regierungs-Erklärung zur
Kreisreform

Persönliche Erklärung von
Ralf Stegner

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
Kreisreform / Volksinitiative
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Wahlgesetz/Frauenquote
Hafensicherheit

Regierungs-Erklärung zur
Kreisreform

Berichte:
Bericht Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
BVG-Verfahren Landesverwaltungsgestz
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

1. Lesung:
Glücksspielwesen / Staatsvertrag
Antrag:
Liegenschaft in Pinneberg
(ohne Aussprache)
Bericht:
Bericht Investitionsbank
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Armutsbekämpfung
Pflegereform
Aktionsplan Demenz
Ernährung in KiTa u. Schulen
Atomkraftwerke / Genehmigungsverfahren
RAPEX-Verbraucherschutz
(ohne Aussprache)
Krankenhaus-Finanzierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Kinder-Gesundheitsbericht
Sprachförderung
Senioren mit Handicap
Krebsregister
Ausbildung Altenpflege
(ohne Aussprache)
Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Motorola-Werk Flensburg
Mindestlohn-Regelung
Börsengang der Bahn
Berichte:
Fischerei in Nord- u- Ostsee
Nordseehafen-Kooperation
EU-Dienstleistungs-Richtlinie
Kohlekraftwerke
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
Bodenschutz / Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Landesforsten
Anträge:
EU-Agrarsubvention
Gen-Saatgut
Bericht:
EU-Meerespolitik
Energie-Einsparverordnung
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:
Schülerbeförderungs-Kosten
Schulgesetz/Rückstellung
(ohne Aussprache)
Schulgesetz/
Gemeinschaftsschule

(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Freie Schulen
Anträge:
Berufsbildungs-Institut
Uni Flensburg
Leseförderung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Eingangsphase Grundschule
Stundenzahl/Lehrer
(ohne Aussprache)
Sprachheilpädagogik
(ohne Aussprache)
Schulfach Informatik
(ohne Aussprache)
Ganztagsschulen
(ohne Aussprache)
Studiengebühren / Volksini
(ohne Aussprache)
Unterrichtssituation
(ohne Aussprache)
Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Agrarsubvention
Bericht:
EU-Dienstleistungs-Richtlinie