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Kinder- und Jugendgesundheitsbericht für Schleswig-Holstein
Landtagsbeschlüsse vom 25. Januar 2006 – Drucksache 16/517 und vom 12. Oktober 2006 – Drucksache 16/1015neu
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren– Drs. 16/1517

Kindergesundheit:

Bericht belegt: Niedriger sozialer
Status macht Kinder krank

Kiel (SHL/14.09.) Gesundheitliche Defizite, Fehlernährung, hoher Alkohol- und Drogenkonsum: Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht der Landesregierung, den Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) dem Landtag vorstellte, macht bei Schleswig-Holsteins Nachwuchs eine Vielzahl von Problemen aus. Vor dem Hintergrund der Zahlen, die das Robert-Koch-Institut kürzlich zusammengestellt hat, mahnten die Abgeordneten fraktionsübergreifend Handlungsbedarf an. Nicht nur Präventionsarbeit und Aufklärungsbemühungen seien von Bedeutung, sondern auch die Bekämpfung der Armut. Denn: Ein wesentlicher Faktor beim Wohlbefinden des Nachwuchses ist der soziale Status der Eltern.

Den Daten zufolge sind Kinder aus Elternhäusern mit einem niedrigen sozialen Status häufiger übergewichtig. Sie rauchen mehr, sehen mehr Fernsehen, haben mehr Gewalterfahrungen, sind depressiver und gehen seltener zu den Vorsorgeuntersuchungen.

Ministerin Trauernicht verwies auf eine Vielzahl von Maßnahmen, die das Land schon auf den Weg gebracht habe, etwa das Programm "Schutzengel" zur Vorbeugung gegen häusliche Gewalt oder die Kampagnen "Fun statt Vollrausch" oder "Nichtrauchen – tief durchatmen". "Es muss uncool sein, zu rauchen", gab die Ministerin als Ziel aus. Trauernicht verwies auch auf die Gesetze zur Einführung verpflichtender Früherkennungsuntersuchungen und zum Schutz vor Passivrauchen, die beide zurzeit in den Ausschussberatungen des Parlaments sind.

Die Opposition warf der Regierung dennoch vor, die Probleme nicht konsequent genug anzugehen. So sei das Essen in Schulen und Kindergärten häufig nicht ausgewogen (mehr zu diesem Thema - Debatte in dieser Tagung: ...gehe zu). Und: Die verschiedenen Beratungs- und Vorsorgeangebote müssten in einem landesweiten Konzept besser miteinander vernetzt werden.

Weitere Zahlen aus dem Bericht: 16,7 Prozent der Mädchen und 13,9 Prozent der Jungen zwischen elf und 13 Jahren sind übergewichtig oder fettsüchtig. Etwa jeder zehnte Erstklässler galt 2005 zum Zeitpunkt der Einschulung als übergewichtig. Die Studie stellt zudem heraus, dass 18 Prozent der schleswig-holsteinischen Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren rauchen, und dass 18 Prozent der Jungen nach eigener Angabe wöchentlich harten Alkohol wie Schnaps trinken. Und: 47.500 junge Menschen im Lande erleiden jedes Jahr einen Unfall, bundesweit ein erhöhter Wert.

Der Sozialausschuss, der Bildungsausschuss sowie der Innen- und Rechtsausschuss beraten weiter.

Weitere Redner: Monika Heinold (Grüne), Werner Kalinka (CDU), Siegrid Tenor-Alschausky (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)


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