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Top 49: Situation der Nord- und Ostseefischerei Landtagsbeschluss vom 7. Juni 2007 – Drucksache 16/1401 Federführend ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume – Drs. 16/1553 |
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Geplante
Fisch-Fangquoten Breite Kritik an polnischer Fischerei Kiel (lno/SHL/12.09.) Trotz drohender Senkung der Fangquoten für Ostseedorsch kann Schleswig-Holsteins Fischerei nach Ansicht des zuständigen Ministers verhalten optimistisch in die Zukunft blicken. Diese Schlussfolgerung zog Fischereiminister Christian von Boetticher (CDU) aus einem Regierungsbericht zur Lage der Branche. Im Norden und in Deutschland insgesamt gebe es keine Überkapazitäten, EU-weit aber zu viele Fischereifahrzeuge für zu wenig Fisch. Schleswig-Holstein habe nur eine relativ kleine Flotte in der Kutter- und Küstenfischerei, sagte von Boetticher. "Deshalb sind unsere Fischer eher die Leidtragenden, aber nicht die Verursacher der Überfischung." Für den Vorschlag der EU-Kommission, die gesamte Fangmenge für Dorsch in der westlichen Ostsee um 33 Prozent und in der östlichen Ostsee um 23 Prozent zu senken, zeigte von Boetticher kein Verständnis. Verantwortlich für die Überfischung beim Dorsch sei Polen. Polen soll in diesem Jahr bereits dreimal so viele Dorsche gefischt haben als erlaubt. "Der Fangstopp gegenüber Polen ist zu begrüßen. Warum aber die Quoten im westlichen Teil der Ostsee reduziert wurden, kann ich nicht nachvollziehen", sagte von Boetticher. Auch Kritik an wachsender Bürokratie Auch die Abgeordneten übten scharfe Kritik an den im Raume stehenden erneuten Einschränkungen bei den Fangquoten. Zudem baue Brüssel immer neue bürokratische Hürden auf. Klaus Klinckhamer (CDU) appellierte, die Fang-Kürzung nicht hinzunehmen. "Es geht für einen Großteil der Fischer im Land um die Existenz", sagte er. Bernd Schröder (SPD) forderte schärfere Kontrollen im Bereich der Schwarzanlandungen. "Ein fairer Wettbewerb muss möglich sein und für alle gelten." "Die EU hat viel zu lange immer kompliziertere und kaum nachvollziehbare Richtlinien geschaffen", bemängelte Günther Hildebrand. Der FDP-Politiker verwies auf das Beispiel der Berufspraktikanten. Für eine Schnupperwoche an Bord pochten die Seeämter auf Formalitäten, die bei Zeit- und Kostenaufwand in keinem Verhältnis ständen. Lars Harms vom SSW bezeichnete die Vielzahl der EU-Richtlinien als "Bürokratie-Monster, das die ordnungsgemäße Fischerei einschränkt." Die Grünen zeigten sich über den Bericht der Landesregierung, der auf 58 Seiten einen Überblick zur Situation der Nord- und Ostseefischerei gibt, wenig erfreut. "Es steht zu wenig über den Schutz der Meeresumwelt drin", bemängelte Detlef Matthiessen. Er forderte Ausgleichszahlungen für die Fischer, bis sich die Fischbestände erholt haben. Schleswig-Holsteins Kutterflotte überaltert? Regierungsangaben zufolge stehen dem Fischereisektor bis 2013 insgesamt 32 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Laut Bericht ist der Dorsch weiterhin der wichtigste Fisch für die Fischer im Land. Im vergangenen Jahr fingen sie davon in der Ostsee gut 4.900 Tonnen und erzielten damit einen Erlös von 8,4 Millionen Euro. Beim Hering stiegen die Anlandungen weiter auf 7.200 Tonnen, die einen Erlös von 1,4 Millionen Euro brachten. 7.100 Tonnen Nordseekrabben hatten einen Marktwert von 18,6 Millionen Euro. Weitere Aussage des Berichts: In der schleswig-holsteinischen Küstenfischerei sind auf der Nordsee 120 Kutter im Haupterwerb im Einsatz und auf der Ostsee 130. Die Flotte ist überaltert: Nur jeder fünfte Kutter ist weniger als 20 Jahre alt; die Hälfte der Nordseekutter kommt auf mehr als 30 Jahre. Der Bericht wurde zur weiteren Beratung an den Umwelt- und Agrarausschuss sowie an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. |
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