Persönliche Erklärung von Innenminister und MdL Ralf Stegner

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Stegner gibt Persönliche Erklärung ab –
Bedauern über Attacke vom Vortag

Kiel (SHL/14.09.) Mit einer Persönlichen Erklärung vor dem Landtag hat Innenminister und SPD-Landeschef Ralf Stegner versucht, das gestörte schwarz-rote Koalitionsklima zu verbessern. Stegner korrigierte seine Einlassung vom Vortag, die SPD habe die 30-prozentige Elternbeteiligung an den Schulbuskosten nur akzeptiert, weil die CDU sonst nicht dem neuen Schulgesetz zugestimmt hätte. Diese Aussage habe er "aus dem Stegreif" und "in Erregung" gemacht, so Stegner. Er bedauere, dass seine Worte "missverstanden werden konnten". Tatsächlich habe die SPD in den bildungspolitischen Verhandlungen im letzten Dezember der Elternbeteiligung zugestimmt, weil die CDU im Gegenzug auf die von ihr angestrebte Einführung von Studiengebühren verzichtet habe.

Der Innenminister gab zugleich ein Bekenntnis zur schwarz-roten Koalition ab. Es gebe "keine Alternative zur gemeinsamen Regierung von CDU und SPD". Er werde sein bestes für den Erfolg des Bündnisses geben. Spitzenvertreter der Union hatten als Reaktion auf Stegners Äußerungen ein Ende der Partnerschaft nicht mehr ausgeschlossen.


Die Erklärung im Wortlaut:

"Bei einem Redebeitrag einer Abgeordneten-Kollegin in der gestrigen Landtagsdebatte zum FDP-Antrag zu Schülerbeförderungskosten habe ich mich persönlich angegriffen gefühlt, ich hätte in der Öffentlichkeit die Unwahrheit gesagt. Deshalb habe ich mich zu Wort gemeldet und aus dem Stehgreif ohne Vorbereitung eine Persönliche Erklärung zu meinem Abstimmungsverhalten als Abgeordneter abgegeben. Dies erfolgte entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten in Erregung und deshalb bedauere ich, dass darin ein Satz enthalten war, der missverstanden werden konnte. Es konnte der Eindruck entstehen, dass der Preis für die Verabschiedung des Schulgesetzes im Landtag die Regelung zu den Schülerbeförderungskosten gewesen sei. Dies war weder in der Sache so noch wollte ich diesen Eindruck erwecken. 

Da die SPD den Wunsch unseres Koalitionspartners nach der Einführung von Studiengebühren auf der Basis unseres Koalitionsvertrages nicht akzeptieren konnte, war eine Verabschiedung des Schulgesetzes im Januar nicht möglich, ohne die Einigung zum Thema Schülerbeförderungskosten, die nachträglich als Artikel in den Gesetzentwurf zum Schulgesetz eingefügt wurde. 

Bei allem Ringen um das eigene Profil gibt es keine Alternative zur gemeinsamen Regierung von CDU und SPD. In unsere Hände ist die Hauptverantwortung für das Land gelegt. Meinen Teil werde ich dazu beitragen, dass in der zweiten Hälfte der Wahlperiode ordentlich zusammengearbeitet werden kann, die Kommunikation auf beiden Seiten verbessert wird und damit die Vertrauensbasis innerhalb der Koalition gemeinsam von beiden Vorsitzenden gestärkt wird." 

(Quelle: Pressemitteilung der SPD-Fraktion)


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