Top 20:
Fortschreibung
des Landesplanes Niederdeutsch
Antrag der
Fraktionen von CDU, SPD, FDP sowie der Abgeordneten des
SSW |
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Landtag fordert mehr
Plattdeutsch
in Schulen und Kindergärten
Kiel (SHL/16.09.) Mit
breiter Mehrheit hat sich der Landtag für eine stärkere
Förderung der plattdeutschen Sprache ausgesprochen. CDU, SPD, FDP
und SSW fordern die Landesregierung in einem gemeinsamen Antrag
auf, den Landesplan Niederdeutsch nachzubessern und vor allem in
Kindergärten und an den Schulen für mehr Plattdeutsch zu sorgen.
Überdies mahnten die vier Landtagsparteien grundsätzlich mehr
Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Kultur, Kirche, Medien,
Verwaltung und Politik an.
Mit ihren Forderungen liefen die Parlamentarier
bei Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) offene Türen
ein. Die plattdeutsche Sprache sei für die Identität des Landes
von besonderer Bedeutung, stellte er klar. Die Grünen, die sich
bei der Abstimmung enthielten, erinnerten in der Aussprache an die
angespannte Finanzlage des Landes: Für Fördermaßnahmen sei
kein Geld vorhanden.
Anlass der Debatte war eine Feststellung des
Bremer Instituts für Niederdeutsche Sprache, wonach nur noch ein
Fünftel aller Schleswig-Holsteiner sich fließend auf
Plattdeutsch unterhalten kann.
Hauptredner: Frauke
Tengler (CDU), Klaus-Peter Puls (SPD), Günther Hildebrand (FDP),
Detlef Matthiessen (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Nur noch ein Fünftel der Schleswig-Holsteiner kann
sich fließend auf Plattdeutsch unterhalten, so lautet das
Fazit des Bremer Instituts für Niederdeutsche Sprache.
Und das, obwohl die Jahrhunderte alte Regionalsprache
alles andere als unbeliebt ist. Vor diesem Hintergrund
fordern CDU, SPD, FDP und SSW die Landesregierung auf, das
Niederdeutsche sowohl in Bildung, Kultur und Kirche als
auch in Medien, Verwaltung und Politik zu stärken. Auch
im therapeutischen Bereich sei die Sprache wichtig. Zudem
müssten bestehende Angebote umfassender miteinander
vernetzt werden.
Mehr Platt
auch im Schulunterricht
Konkret
fordern die Fraktionen, den Landesplan Niederdeutsch von
1994 nachzubessern. Ein Hauptansatzpunkt: Platt soll im
Schulunterricht intensiver gefördert werden. Denn mit der
Umsetzung des Runderlasses „Niederdeutsch in der
Schule" von 1992 zeigten sich die Fraktionen nicht
zufrieden – er soll überarbeitet werden. Auch der
Platt-Unterricht für angehende Lehrer gehört nach
Auffassung der Antragsteller auf den Prüfstand.
Zudem soll
laut Antrag die Anzahl der Weiterbildungsträger, die
Platt in ihren Kursprogrammen anbieten, erhöht und das
Niederdeutsch-Weiterbildungssystem effizienter gestaltet
werden. Zur Begründung heißt es, im Kulturleben sei es
wichtig, den Nachwuchs regionalsprachlicher Theatergruppen
sowie niederdeutsche Musik und Literatur verstärkt zu
unterstützen. Von großer Bedeutung sei zudem,
Plattdeutsch in sozialen, therapeutischen und
pflegerischen Bereichen zu intensivieren. Die
Landesregierung soll einen Übersichtsbericht über
bestehende Angebote abgeben.
Vorherige
Debatte zum Thema:
plenum-online Juni
2006
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