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Auf dieser Seite: Universität Lübeck 

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Top 20:
Keine Entscheidung über eine materielle Privatisierung 
des Universitätsklinikums vor dem 01.04.2015
Antrag der Fraktionen DIE LINKE, SPD und
B´ 90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/706(neu)

Privatisierungsdiskussion 
um das UK SH

Sorge um Bestandsschutz für Mitarbeiter / Land bereitet Markterkundungs-Verfahren für Sanierungsprojekte vor

Kiel (SHL/10.09.) Die Landesregierung bereitet ein Markterkundungs-Verfahren vor, um verschiedene Modelle zur Umsetzung des baulichen Masterplans am Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) miteinander zu vergleichen. Das kündigte Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) in einer von den Linken, der SPD und den Grünen angestoßenen Debatte um die Privatisierung der landeseigenen Kliniken an. Gleichzeitig bekräftigte der Minister, die Landesregierung halte alle bestehenden Verträge ein – auch für die Belegschaft. Diesbezüglich führe die Landesregierung derzeit auch Gespräche mit der Gewerkschaft ver.di.

Hintergrund: Konkret fehlen rund eine Milliarde Euro für bauliche Sanierungen am Klinikum. Untersucht werden sollen nun verschiedene Optionen: die materielle Privatisierung ebenso wie ein von der kürzlich vorgelegtes Modell der Klinikleitung, das keine Privatisierung vorsieht. „Der bauliche Masterplan muss umgesetzt werden, damit es bessere Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter gibt", forderte de Jager. Diesen Punkt betonten auch Daniel Günther (CDU) und FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Beide mahnten: Werde jetzt nicht gehandelt, würden sich die Probleme in den kommenden Jahren weiter vergrößern. Günther brachte zudem die Möglichkeit einer Trennung von Betrieb und Grundstücken ins Spiel.

Opposition mutmaßt: Land 
sucht Lücke im Tarifvertrag

Die Opposition blieb skeptisch. Sie argwöhnte, die Landesregierung wolle gegen den im Frühjahr 2008 abgeschlossenen Tarifvertrag verstoßen, der eine Privatisierung der medizinischen und pflegerischen Bereiche des Klinikums bis zum 1. April 2015 ausschließt. „Es soll eine Lücke im Tarifvertrag gesucht werden, mit der das Privatisierungsverfahren vorzeitig begonnen werden kann", mutmaßte Antje Jansen (Linke). Das sei Wortbruch. Dem schloss sich Wolfgang Baasch (SPD) an. Die Regierung bringe nicht mehr rückholbare politische und wirtschaftliche Fakten auf den Weg, „zu der sie keine Legitimation mehr hat". Der Bestandschutz werde schlicht und einfach missachtet, konstatierte Flemming Meyer (SSW). Und Andreas Tietze (Grüne) warf der Regierung vor, sie „verbrate" eine Million Euro für ein Markterkundungsverfahren – „und damit für etwas, dass sie schon wissen, nämlich das es Kaufinteressenten für das UK S-H gibt". Das sei wirtschaftliche Schädigung des Landes.

Der Antrag wurde an den Bildungs-, Sozial- und Finanzausschuss zur weiteren Beratung überwiesen.

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Hintergrund:
Die Linken wenden sich erneut gegen den von der Landesregierung geplanten Verkauf des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H). Sie verweisen auf den im Frühjahr 2008 abgeschlossenen Tarifvertrag, der eine Privatisierung der medizinischen und pflegerischen Bereiche des Klinikums bis zum 1. April 2015 ausschließt.

Der Vertrag sichere den Beschäftigten „Bestandsschutz" zu: Innerhalb der nächsten fünf Jahre dürfe das Klinikum demnach weder verkauft werden, noch dürfe eine Entscheidung über einen Verkauf getroffen werden, ist die Oppositionsfraktion überzeugt. Die Pläne der Landesregierung stellten insofern einen „Vertragsbruch" dar.

Nach den Vorschlägen der Haushaltsstrukturkommission soll das Universitätsklinikum privatisiert werden. Hauptgrund ist der Sanierungsstau von knapp einer Milliarde Euro, den das Land aus eigener Kraft nicht abbauen könne. Das UK S-H hat zudem Schulden in Höhe von rund 100 Millionen Euro angehäuft. Nach Jahren voller roter Zahlen wird das Klinikum das laufende Jahr vermutlich mit einer „schwarzen Null" abschließen.

Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
Mai 2010; Juni 2010 (Fragestunde), Juli 2010

Stichwort: 
Das UK S-H ist im Jahr 2003 aus den Universitätsklinika Kiel und Lübeck entstanden. Es hat 2.400 Patientenbetten und ist mit derzeit 10.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Lande. 6.100 Beschäftigte arbeiten in Kiel, 4.500 in Lübeck. Das UK S-H mit seinen 51 Kliniken und 26 Instituten ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Landes.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
AKW-Laufzeiten

Dringlichkeit:
Landes-Wahlgesetz

Aufnahme ehemaliger Sicherungsverwahrter

Außerdem notiert: 
Landtagspräsident ruft zum "Miteinander" auf

I n n e n  / R e c h t

Dringlichkeit:

Landes-Wahlgesetz

2. Lesung:

Jugendvollzugsanstalt Glasmoor
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Rundfunkänderungs- Staatsvertrag
Ladenöffnung
Geodaten-Infrastruktur
(ohne Aussprache)
Justizverwaltungskosten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Auslandseinsätze der Bundeswehr
Landes-Entwicklungsplan
Untersuchungsausschüsse
Residenzpflicht
Gleichgeschlechtliche Ehen
Abschiebehaft
Regierungs-Berichte:

Bäderverordnung

Justizvollzugsanstalten

F i n a n z e n

2. und 1. Lesungen / Regierungsbericht:

Landeshaushalt
1. Lesung:
Spielbanken
Anträge:
HSH-Spitzelaffäre
Steuerhinterziehung
Geschäftsbericht:

Investitionsbank S-H
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Nichtraucherschutz
Beratungsstelle Frau u. Beruf
ALG für Schwangere
Ausschussempfehlung:
Sammelsystem für Arzneimittel
(ohne Aussprache)
Regierungs-Berichte:

Hartz-IV-Bilanz

UN-Konvention für
behinderte Menschen

Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Aktuelle Stunde:
AKW-Laufzeiten
Antrag:
CCS-Gesetz
Regierungs-Berichte:

Zusammenarbeit mit Syddanmark

Innovationsstiftung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. und 2. Lesung:

Bilgen-Entwässerung / Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Antrag:
Grundwasserverordnung

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Hochschulgesetz
Große Anfrage:
Archiv-Wesen
Anträge:
Europaschulen
Europäische Kulturstrategie
Uni-Klinikum Lübeck
Journalismus und Politik
Lehrerstreik
Landeszentrale für politische Bildung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Initiativen in Archangelsk
Ausschussempfehlung:
Kulturhauptstadt Sonderburg
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

Ostseebericht