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Auf dieser
Seite: Steuerhinterziehung
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Top 24:
Steuerhinterzieher
sind Straftäter
Antrag der
Fraktion B´ 90/DIE GRÜNEN
– Dr,. 17/772
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Steuersünder-CD: Noch keine
Entscheidung über Ankauf
Kiel (SHL/10.09.) Die
Landesregierung hat noch nicht entschieden, ob sie eine CD kaufen
will, auf der sich verfängliche Daten von Steuersündern befinden.
Die Steuerfahndung prüft die Daten derzeit „sehr
sorgfältig", auch in Absprache mit der Bundesregierung. Das
erklärte Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) im Landtag. Und: Es
werde „noch sehr lange" dauern bis eine Entscheidung
getroffen wird. Medienberichten zufolge verhandelt das Land derzeit
mit einem Mittelsmann, der Informationen über hunderte Kunden der
Liechtensteinischen Landesbank angeboten hat. Es geht demnach um
Einlagen im Wert von 500 Millionen Euro, die am Fiskus vorbei
geschleust worden sein sollen. Im Plenum gab es überwiegend
Unterstützung für die Ankaufspläne.
So fordern die Grünen die Landesregierung auf,
zuzugreifen: „Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Der
Rechtsstaat muss alles Zulässige tun, damit diese Straftat nicht
geduldet wird", merkte der Abgeordnete Thorsten Fürter an.
Auch CDU, SPD, Linke und SSW waren im Grundsatz für den Erwerb der
Daten.
FDP meldet rechtsstaatliche Bedenken an
Demgegenüber hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende
Wolfgang Kubicki erhebliche rechtsstaatliche Bedenken: Wenn der
Anbieter die Daten illegal beschafft habe mache der Staats sich
selbst der „Datenhehlerei" schuldig. Bei einem Ankauf würden
die Behörden dann „Straftaten belohnen". Dieses Argument
bezeichnete der Grüne Fürter als „scheinheilig". Die Frage
der Rechtsstaatlichkeit werde „lediglich vorgeschoben, um
Straftäter zu schützen".
Die deutschen Steuerbehörden haben in den
vergangenen Monaten in mindestens sieben Fällen auf gekaufte CDs
zurückgegriffen. Die Furcht vor der Entdeckung treibt zudem immer
mehr Steuersünder zur Selbstanzeige. In Schleswig-Holstein waren es
im ersten Halbjahr 2010 nach Angaben des Ministers 523 – eine neue
Rekordmarke. Hierdurch rechnet Wiegard mit Zusatzeinnahmen von 76
Millionen Euro, die dann zwischen Bund, Land und Kommunen aufgeteilt
würden.
Der Finanzausschuss berät das Thema weiter.
Weitere Redner: Hans-Hinrich
Neve (CDU), Olaf Schulze (SPD), Uli Schippels (Linke), Lars Harms
(SSW)
Hintergrund:
Nach Auffassung der Grünen soll die Landesregierung
zugreifen, wenn ihr Daten-CDs mit Informationen über
mögliche Steuerhinterzieher angeboten werden: „Steuerhinterziehung
ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Der
Rechtsstaat muss diese Straftat konsequent
verfolgen", so die Oppositionsfraktion.
Medienberichten
zufolge verhandelt die Landesregierung derzeit mit einem
Mittelsmann über den Kauf einer CD, die Angaben über
hunderte Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB)
enthalten soll. Demnach geht es um Einlagen im Wert von
500 Millionen Euro, die am Fiskus vorbei geschleust worden
sein sollen. Im Ministerium sollen die CD-Daten nach einer
ersten Prüfung als „vielversprechend" eingestuft
worden sein. Die Steuerfahnder wollen nun weitere
Vorabinformationen prüfen, bevor über einen Ankauf des
gesamten Datensatzes entschieden wird. Das wurde Anfang
des Monats berichtet.
1.214 Selbstanzeige i In Schleswig-Holstein
im ersten Halbjahr 2010
Der Ankauf
solcher Daten durch den Staat ist rechtlich umstritten.
Insbesondere die Liberalen haben sich mehrfach kritisch
geäußert. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Anbieter
die Daten illegal beschafft habe. Bei einem Ankauf würde
der Staat demnach „einen Straftäter belohnen",
wird der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki in der
Presse zitiert. Dieses Argument bezeichnen die Grünen als
„scheinheilig". Die Frage der Rechtsstaatlichkeit
werde „vorgeschoben, um Straftäter zu schützen",
so der Vorwurf der Oppositionsfraktion in ihrem Antrag.
Die
deutschen Steuerbehörden haben in den vergangenen Monaten
in mindestens sieben Fällen auf gekaufte CDs
zurückgegriffen. So hat die Düsseldorfer
Staatsanwaltschaft im März aufgrund der gekauften
Informationen 1.100 Verfahren eingeleitet.
Die Furcht
vor der Entdeckung treibt in letzter Zeit immer mehr
Steuersünder zur Selbstanzeige. Bundesweit sollen es
allein in diesem Jahr 25.000 sein. In Schleswig-Holstein
waren es im ersten Halbjahr 2010 nach Angaben des
Finanzministeriums 1.214 – eine neue Rekordmarke.
Hierdurch rechnen die Steuerbehörden im Norden mit
Zusatzeinnahmen von 70 Millionen Euro, die dann zwischen
Bund, Land und Kommunen aufgeteilt würden.
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