Hartz IV sei im Land keine Bedrohung für
Arbeitssuchende mehr, sondern „eine echte Chance für die
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und aktive Mitgestaltung
unserer Gesellschaft", so Garg. Arbeitssuchende und deren
Angehörige profitierten durch ganzheitliche Hilfen aus einer Hand.
Der Minister lobte zudem die jüngste Job-Center-Reform, die ab
Januar 2011 greift und mit der eine höhere Rechtsverbindlichkeit
für die Betroffenen erreicht werden soll. Die Zusammenlegung von
Arbeitslosen- und Sozialhilfe war rückblickend richtig, sagte der
Minister.
Abgeordnete fordern mehr
Transparenz in den Bescheiden
Einzig Antje Jansen (Linke) hielt vehement und
grundsätzlich dagegen: „Hartz IV ist und bleibt ein
Skandal". Ihre Bilanz fiel entsprechend vernichtend aus. Hartz
IV stehe für Armut, Ausgrenzung und Schikane per Gesetz und „muss
weg". Einig war sich das Parlament nur in einem Punkt: Die Flut
der Klagen an Sozialgerichten gegen die Grundsicherung müsse
bereits im Vorfeld durch mehr Transparenz der Bescheide eingedämmt
werden.
Derzeit leben rund 240.000 Menschen in
Schleswig-Holstein von Hartz IV. Sie werden von 13
Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) und den zwei Optionskommunen, den
Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, an 73 Standorten
betreut.
Der Bericht wurde an den Sozialausschuss
weitergeleitet.
Weitere Stimmen aus
dem Plenum:
Werner Kalinka (CDU):
Hartz IV bietet zwar keinen Anlass zum Jubel, aber zur seriösen
Anerkennung des Erreichten. Die Zahl der Hartz IV-Empfänger im Land
hat in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich abgenommen.
Große Probleme im Ein-Euro-Bereich haben wir nicht, es bleibt aber
einiges zu tun.
Wolfgang Baasch (SPD):
Der Bericht des Sozialministeriums hat eine Chance vertan: Er
beinhaltet keine Zuspitzung der Probleme und keine Zielsetzung für
die aktuellen Herausforderungen. Die Streichliste der schwarz-gelben
Regierung in Berlin hat eine deutliche soziale Schlagseite, da vor
allem im Sozialbereich gekürzt wird.
Rasmus Andresen (Grüne):
Es wurden viele Fehler gemacht, etwa bei der Höhe der Regelsätze
und der menschenverachtenden Sanktionen. Hartz IV genießt keinen
guten Ruf. Die Gesetzgebung gibt den Menschen kein Vertrauen. Eins
der Hauptprobleme ist die Bürokratie.
Flemming Meyer (SSW):
Das Hartz-IV-Gesetz ist stümperhaft. Zentrale Ziele wurden
verfehlt. Die Realität sieht schlimmer aus, als im Bericht
geschildert. In vielen Fällen wird Bedürftigen nicht geholfen, in
den Arbeitsmarkt zu kommen. Wir sind noch sehr weit von einer
ausgewogenen Kultur des Forderns und Förderns entfernt.