Der Vertrag soll die gemeinsame
Interessenvertretung gegenüber dem Bund, anderen Ländern und
privaten Investoren regeln - beispielsweise in den Bereichen
Straßenbau, Stromnetze, Luftfahrt und Wasserwege,
Wirtschaftsförderung oder der Zusammenarbeit von Behörden.
"Statt gegeneinander zu arbeiten, sollten die Energien besser
gebündelt werden", begründete CDU-Fraktionschef Johannes
Callsen den Antrag. Man müsse nach 20 Jahren Zusammenarbeit
"ein neues Kapitel in der norddeutschen Zusammenarbeit
aufschlagen". Ein Staatsvertrag könne sinnvoll sein, meinte
auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, aber nur "wenn man den
fairen Ausgleich beachtet". Hamburg und Schleswig-Holstein
hätten eigene Interessen. Diese müssten "in einem gesunden
Verhältnis immer wieder austariert" werden.
SSW strikt gegen
Grundlagen-Staatsvertrag
Die Koalition hingegen bevorzugte andere
Formen der Zusammenarbeit mit der Hansestadt. So sprach sich Martin
Habersaat (SPD) für einen gemeinsamen Ausschuss und einen
"Dialog der Parlamente" aus. Die Grünen plädierten für
eine "Kooperationsstrategie", in der "mehrere
Projekte gebündelt" werden sollen. Seit 2009 gebe es immer
wieder offene Auseinandersetzungen mit Hamburg. "Die Politik
muss daher einen Weg aus dieser verfahrenen Situation finden",
so Ines Strehlau (Grüne).
Der SSW lehnte einen neuen Staatsvertrag
konsequent ab. Lars Harms: "Wir brauchen mehr gelebte
Kooperation und keine weiteren vertraglichen Regelungen." Eine
Zusammenarbeit um jeden Preis sei "der absolut falsche
Weg", sagte der SSW-Abgeordnete und warnte davor, sich den
Hamburgern "anzubiedern und die Zusammenarbeit damit letztlich zum
Selbstzweck werden zu lassen."
Albig: "Wir können nur gemeinsam
mehr erreichen"
Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)
forderte "verbindlichere Abstimmungssituationen". Statt
Machtworte sollten dabei "rationale Prozesse" im
Vordergrund stehen. Schleswig-Holstein sei in seiner Entwicklung nur
dann stark, wenn es abgestimmt mit Hamburg arbeite und umgekehrt -
"wir können nur gemeinsam mehr erreichen", so Albig.
Die Piraten beteiligten sich nicht an der
Debatte.
Im Europa- sowie im Innen- und
Rechtsausschuss kommt das Thema wieder auf den Tisch.