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30.11.17
14:08 Uhr
SPD

Bernd Heinemann: Keine Entwarnung bei Aids

Kiel, 30. November 2017 Nr. 358 /2017



Bernd Heinemann:
Keine Entwarnung bei Aids
Zum morgigen (1.12.2018) Welt-AIDS-Tag erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD- Fraktion, Bernd Heinemann:
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen geht in Schleswig-Holstein während der letzten Jahre stetig zurück. Das ist erfreulich, zeigt es doch, dass gute Prävention und frühzeitige Behandlung wirken. Tatsache ist aber auch: Es besteht anhaltender Handlungsbedarf bei der Prävention dieser heimtückischen Krankheit, die bei vielen Menschen in Vergessenheit zu geraten droht. Gerade jüngere Menschen halten HIV und Aids für „nicht so gefährlich“ oder glauben, es betreffe sie nicht. Dies schwächt präventives Verhalten und führt zu Entsolidarisierung mit den Betroffenen. Dabei ist die Bedrohung unverändert hoch.
Laut Weltgesundheitsorganisation wird jede zweite Diagnose erst im späten Stadion der Erkrankung gestellt. Im Schnitt sind es knapp drei Jahre bis Erkrankte nach ihrer Infektion eine Diagnose erhalten. Dabei spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle bei der Behandlung. Durch eine frühe Diagnose haben Infizierte gute Chancen auf ein langes und gesundes Leben. Je länger der Zeitraum zwischen Infektion und Diagnose, umso höher ist auch das Risiko, dass sich aus der Immunschwächekrankheit Aids entwickelt.
Aids ist nach wie vor eine unheilbare Krankheit, deshalb gibt es nach wie vor keine Entwarnung! Dank des medizinischen Fortschritts ist es immerhin möglich, die Krankheit zu lindern und ihren Verlauf zu verlangsamen. Wir dürfen nicht nachlassen, mit Präventionsprogrammen und qualifizierter medizinischer Hilfe zu intervenieren. Mit Prävention können wir heute schon bei den Gesundheitsausgaben von morgen sparen. Deshalb ist jeder Euro hier gut investiert. 2



Zur politischen Verantwortlichkeit gehört für uns auch die Stärkung der Aids-Hilfen, in denen sich kompetente Ehrenamtliche für Beratung, Hilfeleistung und öffentlichkeitswirksame Aktionen engagieren. Sie sind wichtig für Erkrankte und Gefährdete und geben dringend notwendige Informationen.