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23.01.19
16:30 Uhr
B 90/Grüne

Bernd Voß zu regenerativen Energien in der Landwirtschaft

Presseinformation

Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort! Schleswig-Holstein TOP 8 – Regenerative Energien in der Landwirtschaft und im Pressesprecherin ländlichen Raum technologieoffen voranbringen Claudia Jacob Landeshaus Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfrakti- Düsternbrooker Weg 70 on von Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Bernd Voß: Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 020.19 / 23.01.2019

Die Landwirtschaft hat eine Vorreiterrolle bei der Energiewende Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg*innen,
Kernaufgabe der Landwirtschaft ist es einerseits, gesunde und vielfältige Nahrungsmit- tel zu erzeugen und dabei einen Beitrag zur Sicherung der Umweltentwicklung zu leis- ten. Es war aber auch immer, mit unterschiedlicher Intensität, Teil landwirtschaftlichen Wirtschaftens, erneuerbare Rohstoffe und Energien zu erzeugen.
Dies wurde durch die Nutzung fossiler Brennstoffe im vergangenen Jahrhundert ver- drängt. Es waren besonders Unternehmen und Akteure im ländlichen Raum, die mit dem Atomausstieg, der Energiewende, der Klimakrise und dem Ausstieg aus den fossi- len Energien neue Technologien zur Energiegewinnung entwickelt haben. Sie haben sie effizient gemacht und zur Marktreife gebracht. Sie haben somit die Möglichkeiten der Energiewende sichtbar gemacht haben.
In diesem Antrag haben wir eine Reihe von Handlungsfeldern aufgezeigt, die im Rah- men der Strategien und Programme Berücksichtigung finden sollen. Der technologieof- fene Einsatz von Fahrzeugantrieben: Da gibt es nicht die eine Antwort. Denkbar ist der Elektroantrieb mit Akkus für leichte Fahrzeuge oder kleine Roboter. Zudem der Antrieb durch Brennstoffzellen – wie auch im Baumaschinenbereich –, Biotreibstoffe wie Öl o- der Gas als auch synthetische Treibstoffe auf der Basis Erneuerbarer Energien. Inte- ressant ist auch die Verwendung von reinem Wasserstoff nicht nur über Brennstoffzel- len, sondern entwickelte hierfür geeignete Verbrennungsmotoren
Weiterentwicklung der Nutzung von anfallenden betrieblichen und regionalen Reststof- fen für die Energiegewinnung. Hierbei geht es zum einen um die Nutzung dieser Ener- gien nicht mehr nur als sogenannte Grundlast, sondern um die flexible Einspeisung zur Netzstabilisierung. In der Nutzung der Anlagen bietet es sich besonders an, über Elekt- rolyse erneuerbares H2 zuzuführen und die anwesenden Bakterien in einigen Über- Seite 1 von 2 stunden zu befähigen, daraus zusammen mit dem vorhandenen CO2 erneuerbares Me- thangas aufzuwerten. Das Ergebnis ist ein deutlich höherer Ertrag bei gleichem Bio- masse-Input, gerade dann, wenn der Wasserstoff auch direkt zur CO2-Bindung und an- schließender netzdienlichen Stromerzeugung beigemengt werden kann.
Das alles sollte einhergehen mit einer optimalen Nutzung von anfallender Wärme. Auch hier kann der ländliche Raum einen erheblichen Beitrag leisten, um das Ziel der Wär- meerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu schaffen. Möglich sind 22 Prozent bis 2025 statt nur 14 Prozent heute.
Energiegenossenschaften können im ländlichen Raum einen besonders wirksamen Bei- trag zur Einsparung von Energie leisten. Darum haben wir im Koalitionsvertrag unter anderem die Schaffung eines Bürgerenergiefonds vereinbart. Ideen und gemeinsames Engagement müssen früh gestützt und ermutigt werden. Sei es in Form von Wärmege- nossenschaften, Bürger*innensolarparks oder Bürger*innenwindparks.
Zu all dem hinzu kommt natürlich, dass der Bundesgesetzgeber endlich den regulatori- schen Rahmen der Abgaben anpassen muss, damit Erneuerbare auch zügig die Markt- perspektive erhalten, die sie dringend brauchen. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II zur Entwicklung der Erneuerbaren in Europa ist bei aller Kritik, ein starker Pfei- ler. Sie kann die zukünftige Entwicklung der Erneuerbaren bei uns und in Europa vo- ranbringen. Diese EU-Richtlinie ist auch darauf angelegt, dass die Bundesregierung sie zügig umsetzt.
Verschiedene Techniken zum Beispiel im Bereich der Sektorenkopplung sind hoch effi- zient. Unternehmen und Verbraucher*innen warten auf wirksame Regelungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit endlich nicht mehr blockieren. Je später sie umgesetzt wird, um- so langsamer erreichen wir die Klimaziele.
Zwei weitere Punkte, die wir im Antrag haben, könnten auch eigenständige Anträge fül- len: Das ist einmal die Bitte, im Rahmen von laufenden Quartiersentwicklungen auch die Entwicklung von „Unter-Glas-Kulturen“ wie Vertical-Farming bei effizienter Nutzung von Erneuerbaren positiv zu begleiten. Und das ist die Bitte, im Rahmen der Fortschrei- bung der Aquakulturstrategie auch die Entwicklung von Aquakulturanlagen unter In- tegration von regionalen Erneuerbaren Energiequellen und Abwärmequellen zu berück- sichtigen. Einige Standorte im Land sind hier wegen ihrer Lage zu Wärmeangeboten besonders geeignet. Auch wenn zahlreiche Fragen des Tierschutzes, der Umweltwir- kung und der Nährstoffkreisläufe noch beantwortet werden müssen: Derzeit werden fast 90 Prozent der bei uns verzehrten Fische importiert – 50 Prozent aus Aquakulturen.
Es ist nicht besonders nachhaltig und klimafreundlich, wenn der Frankfurter Flughafen so der größte deutsche Fischereihafen bleibt.
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