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06.02.19
17:30 Uhr
Landtag

Landesbeauftragter: In einem inklusiven Schulwesen auch für Schüler mit Behinderungen Noten in Zeugnissen

Nr. 29 / 6. Februar 2019

Landesbeauftragter: In einem inklusiven Schulwesen auch für Schüler mit Behinderungen Noten in Zeugnissen
Anlässlich der heutigen (Mittwoch) Pressemitteilung der SPD-Fraktion „Keine Diskriminierung der Schüler mit Förderbedarf durch die Hintertür!“ hat der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Ulrich Hase dafür plädiert, dass grundsätzlich alle Schüler mit Behinderungen Noten erhalten.
„Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, die an allgemeinen Schulen ganz regulär und den jeweiligen Anforderungen entsprechend Leistungen erbracht haben, haben immer schon Noten bekommen“, so der Hinweis von Hase.
Seit Sommer letzten Jahres gilt die Regelung, dass Schüler, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderungen keine vergleichbaren Leistungen bringen können und deshalb zieldifferent unterrichtet werden, keine Noten mehr erhalten. Stattdessen erfolgt seit der am 1. August 2018 in Kraft getretenen veränderten Zeugnisverordnung eine Beurteilung in Form eines Berichts. „Ich kann mir die Enttäuschung gut vorstellen, wenn keine Noten gegeben werden und sich Betroffene hierdurch in ihren Klassen anders behandelt fühlen“, so der Beauftragte. „Mit dem Ziel einer inklusiven Schule ist das meiner Meinung nach nicht vereinbar“, betonte Hase. Andererseits sei aber zu berücksichtigen, dass Noten sich an allgemeinen Standards orientierten und für Außenstehende transparent sein müssten. „Nicht vergleichbare Noten können natürlich durchaus auch zu Enttäuschungen führen – mit Nachteilen für die Betroffenen.“
Die Erstellung von Berichtszeugnissen begrüßte Hase und regte an, mit Verweis auf diese Berichte Gesamtnoten zu geben, die sich an den individuellen Lernfortschritten orientieren. Das müsse aber zugunsten eines einheitlichen Systems und zur Vermeidung von Ungleichheiten landesweit geschehen. „Dieses Thema sollte der Bildungsausschuss intensiver behandeln“, schlug der Landesbeauftragte vor. „Mir wäre wichtig, dann insbesondere Menschen mit Behinderungen zu Wort kommen zu lassen.“