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08.03.19
10:21 Uhr
SPD

Sandra Redmann zu TOP 26: Kreativer Forschergeist ist der Schlüssel für eine nachhaltige Gesellschaft

Es gilt das gesprochene Wort!


Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:
http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

Kiel, 8. März 2019



TOP 26: Mündlicher Bericht zur Energieforschung (Drs. 19/1312)



Sandra Redmann:
Kreativer Forschergeist ist der Schlüssel für eine nachhaltige Gesellschaft

„Herr Minister, zunächst einmal vielen Dank für Ihren Bericht. Akademische, institutionelle und unternehmerische Energieforschung haben Schleswig-Holstein zum Energiewende-Land Nummer eins gemacht. Ihnen gebührt unsere Wertschätzung. Worte allein reichen hierfür aber nicht. Innovatives Potenzial finanziell zu fördern, Kompetenzen zu bündeln und den Austausch zwischen den Disziplinen zu stärken, muss für die Förderung der Energieforschung in unserem Land ganz oben auf der Agenda stehen. Die Ausgangssituation in unserem Land ist denkbar gut: Schleswig-Holsteins Energieforschungs-Landschaft ist geprägt von Vielfalt. Auf alles einzugehen ist schier unmöglich, daher möchte ich einen wichtigen Aspekt herausheben: Die Speicherung von nicht genutzter erneuerbarer Energie ist vor allem für Schleswig-Holstein entscheidend – hier zügig Forschungserfolge zur Marktreife zu bringen ist wichtig und wird die Zukunft der Energiewende prägen: Im Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe wird Batterie- Forschung auf Spitzenniveau betrieben. 2004 wurde die Arbeit der Wissenschaftler durch den Deutschen Zukunftspreis gewürdigt. Geplant ist eine neue Forschungsfabrik, die sich unter anderem mit der Erforschung der Lithium-Schwefel-Batterien befassen soll. Ob das Institut den 500 Millionen EUR Zuschlag aus Berlin (vom Bundesforschungsministerium) erhält, entscheidet sich im kommenden August. 2



Dass die Energiespeicherung aber auch unerwartete Wege gehen kann, beweist das Projekt KEROSyN100. Unter akademischer Leitung der Universität Bremen arbeitet die Raffinerie Heide und fünf weiteren Kooperationspartnern an der Entwicklung und Herstellung von strombasierten Kraftstoffen. Konkret wird über grünen Wasserstoff synthetisches Kerosin hergestellt. Die Produktion allein reicht aber nicht. Es braucht Abnehmer: Letzten Monat haben die Raffinerie Heide und der Flughafen Hamburg eine Absichtserklärung zur Belieferung mit grünem Kerosin unterzeichnet. Hier wird Pionierarbeit geleitstet und in einen Energieträger der Zukunft investiert.
Wasserstoff aus der aus Strom erneuerbarer Energiequellen produziert wird, hat das Potenzial, die Erdöl verarbeitende Industrie neu zu erfinden und tut es im Ansatz schon heute! Damit kann ein wichtiger Schritt für eine Industriewende eingeleitet werden. Es muss uns auch darum gehen, den in Schleswig-Holstein erzeugten Ökostrom auch in Wasserstoff zu veredeln. Heide in Dithmarschen ist prädestiniert für diese Zukunftsaufgabe. Es gibt genügend erneuerbaren Strom, es gibt Kavernen zur Speicherung von Wasserstoff und es gibt ein Pipelineverteilungs-netz. In diesem Bereich muss ein Forschungsschwerpunkt gesetzt werden.
Neue Ideen kommen von klugen Köpfen. Die Ideenfinder von Morgen für die sechs Hochschul- standorte in SH zu fördern muss dabei in den Fokus gerückt werden. Die Förderung des Interesses an MINT-Studiengängen zählt zum Beispiel dazu. Forschungsförderung betrifft also auch bildungspolitische Aspekte. Das Green Entrepreneurship Center in Flensburg beweist genau dies. Es berät Hochschulen dabei, neues grünes Gründerpotenzial zu fördern. Grüne Gründer sind Jungunternehmer mit besonderem Bezug zu erneuerbaren Energien. Spannend ist, dass nahezu jede fünfte Gründung in SH bereits heute ein Unternehmen ist, das mit seinen Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen der Green Economy leistet.
Gezielte Forschungsimpulse können wir durch die Projektförderung gestalten. Also, welchen Weg wollen wir für die Forschungsförderung gemeinsam gehen? Ziel und Mittel müssen passen – vor allem bei der zumeist projektgeförderten Spitzenforschung. Wir entscheiden, was wir zur Spitzenforschung machen. Ich meine: Forschung, die am besten zu unseren politischen Zielen passt. Unser Umwelt- und Klimaschutzgesetz steckt diese Ziele klar ab und verpflichtet zum Handeln.
Was wir nicht brauchen und ablehnen, Forschung im Bereich CCS und Fracking. Wir wollen kein CCS und Fracking in Schleswig-Holstein. Wir wollen nachhaltige erneuerbaren Energien fördern und das ist gut so.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.“