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08.03.19
14:23 Uhr
SPD

Serpil Midyatli zu TOP 22: REDE ZU PROTOKOLL ! - Erzieher verzweifelt gesucht: Die Anerkennung in diesem wichtigen Beruf muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln!

REDE ZU PROTOKOLL !


Kiel, 8. März 2019



TOP 22: Anerkennung des Erzieherberufs als Mangelberuf (Drs. 19/1307)



Serpil Midyatli:
Erzieher verzweifelt gesucht: Die Anerkennung in diesem wichtigen Beruf muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln!

Was bereits in anderen Ländern gelebter Alltag ist, spüren wir auch teilweise in Schleswig- Holstein. Vor allem dort, wo das Nachbarbundesland nah ist oder auch dann, wenn die Arbeitsbedingungen von Kreis zur kreisfreien Stadt unterschiedlich sind, wie z.B. in Flensburg, wo man sich bewusst für einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel entschieden hat. Bereits jetzt scheitern Kitaerweiterungen und Neubauten am Fachkräftemangel. Daher begrüßen wir den Antrag der regierungstragenden Fraktion, der vorsieht, dass auch das dritte Ausbildungsjahr von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Dieses wird allerdings nicht ausreichen, um den Beruf der Erzieherinnen attraktiver zu machen. Denn bei der Maßnahme der BA handelt es sich nicht um die Regelausbildung, sondern um Quereinsteigerprogramme, also eher die Ausnahme. Die Erzieherausbildung ist kein klassischer Ausbildungsberuf, sondern es handelt sich um eine Weiterbildung, die in der Regel drei Jahre dauert und dabei nicht vergütet wird. Geld ist nicht alles, aber ohne geht es eben auch nicht. Daher fordern wir auch bei der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher ein umdenken. Auch Erzieherinnen in Ausbildung verdienen eine Vergütung. Das gilt auch für die Ausbildung zur sozialpädagogischen AssistentIn, die ich an dieser Stelle nicht vergessen möchte.
Die Zahl des Pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungspersonal in Kindertageseinrichtungen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Und auch die Anzahl der Ausbildungsplätze wurden stetig gesteigert. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Und trotzdem 2



haben wir einen Fachkräftemangel. Denn gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Erzieherinnen und Erzieher. Das ist eine gute Sache, denn der Besuch einer Kita ist heute fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber wir brauchen Erzieherinnen und Erzieher nicht nur in den Kindertageseinrichtungen, sondern auch in der Betreuung von Schulkindern und auch in der Jugendhilfe. Es ist ein vielfältiger Tätigkeitsbereich. Damit wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken, dürfen wir nicht nur den Bereich der Ausbildung anschauen. Wir müssen die Fachkräfte in dem Beruf auch halten. Das bedeutet, dass sich Aufstiegschancen verbessern müssen. Wir brauchen Arbeitsbedingungen, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin gesund bleiben. Und die Anerkennung in diesem wichtigen Beruf muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln.
Aktuell wird an der Reform der Kita-Finanzierung mit Hochdruck gearbeitet. Und hierbei rücken Qualitätsmaßnahmen mit in den Fokus, die eine Anhebung des Fachkraft-Kind-Schlüssels von 1,5 auf 2 vorsehen. Was wir ausdrücklich begrüßen, Minister Garg. Aber auch diese Maßnahme wird die Nachfrage nach Fachkräften steigern.
Wir von der SPD haben bereits zu Beginn der Reform darauf hingewiesen, dass die Kitareform mit einer Reform der ErzieherInnenausbildung einhergehen muss. Zugänge zum Erzieherberuf müssen erleichtert werden. Die Schulen, mit denen wir gesprochen haben, können Kapazitäten noch ausweiten, benötigen aber dazu Lehrkräfte. Und sie benötigen einen Ansprechpartner in dieser Landesregierung, denn so wirklich fühlt sich irgendwie niemand für die Erzieherschulen verantwortlich. aber auch die Studierendenplätze an den Unis und Hochschulen im Land müssen ausgebaut werden. Die Anmeldezahlen und die Wartelisten sprechen hier ganz für sich.
Es gibt also viele Baustellen, woran gearbeitet werden müsste.
Wir brauchen mehr als nur das dritte finanzierte Jahr.