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17. September 2021 – 33. Tagung des Altenparlaments

Senioren bei der Digitalisierung nicht abhängen

Zum 33. Mal ist das Altenparlament im Landtag zusammengekommen, pandemiebedingt mit halber Delegiertenzahl. Unter dem Motto „Pandemie jetzt und in Zukunft“ diskutieren und beschließen die Senioren Forderungen an die Landes- und Bundespolitik.

Altenparlament 33. Tagung Übersicht
Das Altenparlament tagt im Plenarsaal. Foto: Landtag, Lea Meyer

Online-Anmeldungen für einen Impftermin, Registrierung per Luca-App, digitale Behördenkontakte: Corona hat zu einem Digitalisierungsschub im öffentlichen Leben geführt, und das macht vielen alten Menschen zu schaffen. Darauf haben die 37 Teilnehmer des diesjährigen Altenparlaments hingewiesen, die einen Tag lang im Plenarsaal des Landtages zusammengekommen sind, um ihre Forderungen an die Landes- und Bundespolitik zu formulieren. Die Vorschläge der Senioren zwischen 60 und 85 Jahren : Das Land soll Technik-Schulungen für ältere Mitbürger auflegen, in den Kommunen sollen „Digital-Lotsen“ den Weg weisen – und es soll einen „bezahlbaren Zugang zu schnellem Internet für alle Menschen im Land“ geben.

Außerdem fordern die Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Sozialverbänden und Seniorenbeiräten, dass „systemrelevante“ Medikamente verstärkt in Europa produziert werden, um in Pandemie-Zeiten unabhängig vom Weltmarkt zu sein. Der Trend zu privatisierten Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern soll zugunsten einer „Rekommunalisierung“ gestoppt werden, und es sollen keine Klinikbetten mehr abgebaut werden, damit der Extra-Bedarf während einer Pandemie aufgefangen werden kann. Zudem machen sich die Altenparlamentarier für ein Qualitätssiegel stark, das die Ernährung in Heimen, Kliniken und bei „Essen auf Rädern“ abbildet, und sie regen mehr Sportangebote für ältere Menschen an. Die rund 30 Anträge gehen nun an die Landesregierung, die Fraktionen im Landtag und an die Bundestagsabgeordneten aus dem Norden.

Vizepräsidentin würdigt Impuls-Gebung

Das Altenparlament sei „unverzichtbarer Bestandteil unserer demokratischen Kultur“, betonte Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber zur Begrüßung: „Die Erfahrungen, Gedanken, Impulse und Kompetenzen von Seniorinnen und Senioren schätzt der Schleswig-Holsteinische Landtag außerordentlich.“ Ältere Menschen seien aufgrund ihrer Lebenserfahrung häufig souveräner mit der Corona-Pandemie umgegangen als jüngere, weil sie, etwa in der Nachkriegszeit, „große Herausforderungen schon einmal erfolgreich bestanden haben“.

Die Covid19-Pandemie werde für die Menschen in Deutschland und weltweit „mittelfristig ein ständiger Begleiter“ sein. Darauf hat Prof. Jan Rupp, Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am Uniklinikum Lübeck, in seinem Fachreferat für das Altenparlament hingewiesen. Solange es noch weiße Flecken bei der Impfung gebe, hauptsächlich in Afrika, werde sich das Virus „immer wieder neu organisieren“, warnte Rupp vor neuen Mutationen. Dennoch sei ein erneuter Lockdown „für die nächste Zeit“ auszuschließen, denn mittlerweile sei ein Großteil der älteren Menschen, die besonders gefährdet seien, geimpft.

Alle Beschlüsse finden sich im Anhang einer Pressemitteilung und werden auch in Kürze auf der Informationsseite zum Altenparlament veröffentlicht. Ein aktuelles Pressefoto von der Veranstaltung ist bereits abrufbar.