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Alle Hauptreden...
in der Reihenfolge der Debatte

» Anita Klahn, FDP
(Hinweis: In der Untertitelung ist versehehentlich H. Franzen eingeblendet)

» Heike Franzen, CDU

» Kai Vogel, SPD

» Anke Erdmann, Grüne

» Sven Krumbeck, Piraten

» Jette Waldinger-Thiering, SSW

» Bildungsministerin Britta Ernst, SPD

Top 42 - Befristete Lehrerverträge

21.09.2016

» Antrag «
Befristete Beschäftigung reduzieren – Fürsorgepflicht gegenüber der Lehrerschaft nachkommen
→ Antrag der Fraktionen von FDP und CDU - Drucksache 18/4620 (neu)

zum Plenarprotokoll

 

Zeitverträge für Lehrer: Entfristet wird nur, wenn es auch eine Stelle gibt

Die Regierungskoalition sieht den FDP/CDU-Vorstoß, die Zahl der befristeten Zeitverträge von Lehrern herunterzufahren, kritisch. Krankheitsvertretungen und Vertretungen für Elternzeit könnten nicht so ohne weiteres in feste Dienstverhältnisse umgewandelt werden, hieß es aus den Reihen von SPD, Grünen und SSW. Pausierende Lehrer würden schließlich in der Regel wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Die Zahl der befristeten Stellen sei zwischen 2013 und 2016 von 1.507 auf 2.338 gestiegen, begründete Anita Klahn, Bildungsexpertin der FDP, den Antrag der Oppositionsfraktionen. Zudem liefen viele befristete Lehrer-Verträge zum Ende eines Schuljahres aus, so dass die Betroffenen in den Sommermonaten keinen Verdienst hätten. Ein weiterer Vorwurf aus den Reihen von Liberalen und Union: 358 unbefristet beschäftigte Pädagogen hätten schon mehr als fünf Zeitverträge unterschrieben. Kritik an dieser Situation kam auch von den Piraten: Sie warnten, dass der Lehrernachwuchs aus Frust dem Land den Rücken zukehren könne.

„Wir halten uns an das Arbeitsrecht“, stellte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in der Debatte klar. Entfristet werde nur, wenn es auch eine Stelle gebe. Zudem gelte in Schleswig-Holstein „die Bestenauslese“. Die Zunahme der Befristungen gehe vor allem auf die steigende Inanspruchnahme von Mutterschutz und Elternzeit zurück, erklärte die Ministerin. Dies halte sie für „nicht kritikwürdig“. Was das Auslaufen der Zeitverträge angehe, so sei es mittlerweile Praxis, dass diese erst zum Ende der Sommerferien auslaufen.

Das Plenum verständigte sich darauf, das Thema im Bildungsausschuss weiter zu beraten.

Weitere Hauptredner:
Heike Franzen (CDU), Kai Vogel (SPD), Anke Erdmann (Grüne), Sven Krumbeck (Piraten), Jette Waldinger-Thiering (SSW)

 

Hintergrund

(Stand: 18.09.2016)

Die Liberalen ziehen gegen befristete Verträge für Lehrer zu Felde. Eine Forderung lautet: Lehrkräften, die bereits mehre befristete Verträge erfüllt haben, sollen „im Rahmen der im Haushalt bereitgestellten ´mobilen Vertretungsfeuerwehr´ unbefristete Dienstverhältnisse“ angeboten werden. Außerdem ruft die FDP die Landesregierung dazu auf, künftig auf Arbeitsverträge für Vertretungskräfte zu verzichten, die mit Ferienbeginn enden.

Laut dem Bildungsministerium ist die Zahl der Lehrer mit befristeten Verträgen in Schleswig-Holstein zuletzt gesunken. Im April 2016 seien im Schuldienst des Landes 1.457 Lehrkräfte im Umfang von 981 Stellen befristet beschäftigt gewesen. Bei insgesamt 22.468 Planstellen im Landeshaushalt habe dies einer Quote von rund 4,4 Prozent entsprochen. Ein Jahr zuvor seien es bei 1.800 Lehrern auf 1.216 Stellen und einer Gesamt-Stellenzahl von 22.610 noch etwa 5,4 Prozent gewesen.

„Wir prüfen in jedem Einzelfall sehr genau, ob eine unbefristete Einstellung möglich ist, vom Prinzip der Besten-Auswahl weichen wir jedoch nicht ab“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bei Vorstellung der Statistik im Frühsommer.

» Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online Juni 2013