Top 13, 37 - Kulturberichte

16.11.2016

» Berichtsantrag «
Kulturbericht 2013-2016
→ Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie der Abgeordneten des SSW - Drucksache 18/4817
  • Aufruf gemeinsam mit
» Regierungsbericht «
Bericht zum Programm “Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“
→ Bericht der Landesregierung - Drucksache 18/4591
(Federführend ist das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa)

zum Plenarprotokoll

 

Mit Kulturangeboten gegen „plumpes nationales Denken“

Die Landesregierung will das kulturelle Angebot im Land stärker zu einem „Pfeiler der Demokratie“ weiterentwickeln und „dem Erstarken plumpen nationalen Denkens und populistischer Parolen“ entgegenstellen. Dies kündigte Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) bei der Vorstellung des Kulturberichts 2013 bis 2016 sowie des Berichts zum Programm “Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ an. Das Plenum begrüßte diese Pläne einhellig und lobte das Engagement der Ministerin.

Spoorendonk betonte, dass in dieser Legislaturperiode so erfolgreich wie nie Bundesmittel für die Kultur eingeworben werden konnten, allein für Investitionen mehr als 26 Millionen Euro. Der Kulturhaushalt habe von 2013 bis 2016 um über 20 Prozent gesteigert werden können. „Die umfassende Klammer unserer konzeptionellen Kulturpolitik in dieser Legislaturperiode sind und bleiben die Kulturperspektiven für Schleswig-Holstein“, sagte die Ministerin.

Nun wolle sie sich für die Teilhabe und ästhetische Bildung einzusetzen, „besonders in einer Gesellschaft, in der die soziale Kluft immer größer wird“. Vorangebracht werden sollen weiterhin die Digitalisierung von Kulturgütern und die kulturelle Integration von Migranten, kündigte Spoorendonk an. Einzelne kritische Töne aus der Opposition kamen unter anderem zu den Themen Denkmalschutz und Gedenkstätten. Hier müsse nachgearbeitet werden, so der Tenor.

Kulturvermittler haben sich bewährt

Mit dem Projekt “Schule trifft Kultur - Kultur trifft Schule“, das gemeinsam mit der Stiftung Mercator für die Jahre 2015 bis 2017 initiiert wurde, sei ein Netzwerk von Kulturvermittlern in Schleswig-Holstein eingerichtet worden, „das im Umfeld von Schulen in den sozialen Nahraum hineinwirkt“, lobte Anke Spoorendonk. Über die Fortsetzung des Programms gebe es „gute Gespräche“ mit der Mercator-Stiftung. Diese habe die Weiterführung signalisiert.

Der Bericht zu dem Kultur-Programm wurde zur abschließenden Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen.

Weitere Redner:
Beate Raudies (SPD), Peter Sönnichsen (CDU), Marlies Fritzen (Grüne), Anita Klahn (FDP), Sven Krumbeck (Piraten), Jette Waldinger-Thiering (SSW)

 

Hintergrund

(Stand: 14.11.2016)

Der Landtag widmet sich der kulturellen Landschaft in Schleswig-Holstein und will diesbezüglich zwei Regierungsberichte diskutieren.

Kulturbericht:
Wie steht es um die Kultur in Schleswig-Holstein? Das möchten SPD, Grüne sowie die Abgeordneten des SSW erfahren. Die Koalitionsfraktionen bitten die Landesregierung, mündlich zu berichten, wie sich die Kultur im Lande seit 2013 entwickelt hat. Vor drei Jahren hatte das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa den ersten Kulturbericht des Landes Schleswig-Holstein veröffentlicht. Darin wurden beispielsweise die Kulturpolitik als Standortfaktor thematisiert sowie die Förderbereiche des Landes, wie Theater, Museen, Bibliotheken oder Heimatpflege, vorgestellt und die Förderpraxis begründet.

Am Montag vor der Aussprache im Plenum zog Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) drei Jahre nach der Vorstellung ihres Kulturkonzepts öffentlich eine positive Bilanz. Viele Ziele seien bereits umgesetzt, etwa in den Bereichen kulturelles Erbe, kulturelle Teilhabe, der Entwicklung der kulturellen Infrastruktur und der Kulturförderung, sagte sie. Die Ministerin hatte vor gut drei Jahren einen Kulturdialog angestoßen, um neue Kooperationen zu ermöglichen und ein tragfähiges Kulturkonzept zu entwickeln.

Zentrale Punkte der Kulturpolitik seien für die Landesregierung auch die Integration von Migranten und die Inklusion, sagte Spoorendonk. Außerdem müsse der zunehmenden Digitalisierung offensiv begegnet werden, um sie für die Kultur im Land gestalten zu können, forderte sie.

Nach Angaben der Ministerin konnte der Kulturhaushalt innerhalb der vergangenen drei Jahre um rund 20 Prozent gesteigert werden. 2013 betrug er gut 26 Millionen Euro, 2016 lag er bei knapp 33 Millionen Euro. Zugleich seien die Mittel für die Förderung der kommunalen Theater von 36,7 Millionen Euro auf mehr 38 Millionen Euro sowie die Mittel für das Bibliothekswesen von 7,3 auf 7,5 Millionen Euro erhöht worden.

Schule und Kultur:
Die Landesregierung will kulturelle Bildung in Schleswig-Holstein nachhaltig stärken und erwägt, einzelne Teilbereiche des dreijährigen Modell-Programmes “Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ länger zu fördern. Das geht aus einem von der Koalitionsfraktion beantragten Bericht zu dem Projekt hervor.

Bei “Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ beraten Lehrer und Kunstschaffende (sogenannte Kulturvermittler) gemeinsam Schulen, Kulturinstitutionen und Künstler bei der Planung und Umsetzung von Aktivitäten der kulturellen Bildung in Schulen. Zudem setzen die Kunstschaffenden eigene Projekte in Schulen um.

Das Programm startete 2015 und wird vom Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, dem Ministerium für Schule und Berufsbildung sowie der Mercator-Stiftung getragen.  Das Land beteiligt sich dabei mit 500.000 Euro.

In der ersten Phase, die im Februar 2016 abgeschlossen wurde, wurden die 47 Künstler und  22 Lehrer zu “Kulturvermittlern“ ausgebildet (ursprünglich waren je 60 vorgesehen). In Rahmen der Qualifizierung gab es 37 Projekte an 30 Schulen, heißt es in einer Pressemitteilung des Kulturministeriums. Beteiligt waren  Grundschulen und Gymnasien; die Projekte richteten sich an alle Altersstufen. Inzwischen beraten die „Kulturvermittler“ vor Ort in den Kreisen und kreisfreien Städten.

Eine Auswertung zu den ersten Projekten läuft. „Als Trend scheint sich zu bestätigen, dass die generelle Bewertung positiv ist“, schreibt die Regierung in ihrem Bericht.

Damit sich „Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ nachhaltig auswirkt, sind die beteiligten Ministerien im Gespräch mit der Mercator-Stiftung. „Ein erweiterter Förderzeitraum für einzelne Teilbereiche wird angestrebt“, heißt es im Bericht.

» Meldung bei Antragstellung (ohne Aussprache):
plenum-online Juni 2016