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Flemming Meyer zu TOP 32 - Berufsordnung für Pflegeberufe
Presseinformation Kiel, den 16.09.2011Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 32 Berufsordnung für Pflegeberufe Drs. 17/993, 1725Die zukünftigen Herausforderungen in der Pflege sind enorm. Der allgemeine Bedarf wird hierschon in naher Zukunft rasant steigen. Allein im Heimbereich werden im Jahr 2025 bundesweitbis zu 400.000 zusätzliche Pflegeplätze benötigt. Die Gesamtzahl der professionell zuversorgenden Pflegefälle wird sich bis zum Jahr 2050 um rund 270 Prozent erhöhen.Verantwortlich hierfür sind vor allem der demografische Wandel und die steigendeLebenserwartung der Bevölkerung. Und dies alles muss vor dem Hintergrund gesehen werden,dass im gleichen Zeitraum der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung um circa 40 Prozentabnimmt. All dies ist im Grunde bestens bekannt - und trotzdem wird nicht entschlossengenug gehandelt. Dieser Zustand ist aus Sicht des SSW nicht länger hinnehmbar.Deshalb findet der Antrag der SPD natürlich unsere volle Unterstützung. Dabei ist klar, dassdamit nicht alle Probleme um die Zukunft der Pflege aus der Welt sind. Eine Berufsordnung istein Mosaikstein von Vielen. Grundsätzlich gilt: Egal ob es sich um Pflege für Kinder, Krankeoder Alte handelt. Die Versorgung und Betreuung muss menschenwürdig sein und muss esauch in Zukunft bleiben. Hierfür brauchen wir viele gut ausgebildete und motivierte 2Pflegekräfte. Doch schon heute sieht die Realität in den Einrichtungen meist anders aus: DieMitarbeiter sind oft überlastet und unterbezahlt und sie sind in vielen Fällen nicht denAnforderungen entsprechend qualifiziert. Diese Entwicklung erfüllt uns mit Sorge. Und geradeweil der Bedarf so rasant steigt und es dabei kaum gelingt, genügend qualifiziertes Personal zufinden, dürfen wir nicht einfach die Hände in den Schoß legen. Um es deutlich zu sagen: Wennwir hier nicht gegensteuern, werden menschenwürdige Zustände in der Pflege bald eher dieAusnahme statt die Regel sein.Was wir brauchen, um die Situation für pflegende und pflegebedürftige Menschen zuverbessern, liegt doch auf der Hand: Die Attraktivität der Pflegeberufe muss nachhaltigverbessert werden. Anreize müssen geschaffen werden, damit sich junge Menschen für einenPflegeberuf entscheiden und diesen auch lange ausüben. Mit einer Mindestlohn-Regelungallein ist es nicht getan. Wir müssen zum Beispiel auch dafür sorgen, dass eine größereberufliche Flexibilität möglich wird, damit Pflegefachkräfte ihr Tätigkeitsfeld wechseln können,ohne gleich ganz aus dem Beruf auszusteigen. Auch dem hohen Frauenanteil in dieserBerufsgruppe müssen wir dadurch Rechnung tragen, dass wir die Vereinbarkeit von Familieund Beruf verbessern. Natürlich sind hier auch die Einrichtungen selbst in der Verantwortung.Ich möchte aber festhalten, dass es nicht zuletzt Aufgabe der Politik und der Träger ist, dafür zusorgen, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Denn die in diesem Bereich tätigenMenschen müssen auch wirklich die Qualifikation und die Ressourcen bekommen, die siebenötigen, um eine moderne und menschenwürdige Pflege zu gewährleisten.Nach Auffassung des SSW kann eine Berufsordnung für die Berufe im Bereich der Gesundheits-und Krankenpflege dabei helfen, eine hohe Qualität und damit auch Zufriedenheit beiPflegenden und Pflegebedürftigen zu sichern. Dies zeigen zum Beispiel die Erfahrungen mit derHamburger Pflegefachkräfte-Berufsordnung. Hier ist die Pflicht zur Kompetenzerhaltung undQualitätssicherung ein zentrales Element. Damit werden die Mitarbeiter, mit Blick auf dieberufliche Weiterbildung, in ihrer Eigenverantwortlichkeit gestärkt und erhalten einen 3verbindlichen Rahmen für die professionelle Ausübung ihres Berufs. Sie können sich inschwierigen Situationen an den Vorgaben der Berufsordnung orientieren, und sie erhaltendamit mehr Sicherheit für ihr Verhalten im Beruf. Hiervon profitieren die Patienten, dieAngehörigen und Kollegen und nicht zuletzt die professionell Pflegenden selbst.Durch immer neue Aufgaben und damit auch immer neue Herausforderungen in diesemBerufsfeld ist eine solche Orientierungshilfe notwendig. Und wir verbinden mit der Einführungeiner Berufsordnung nicht zuletzt die Hoffnung, dass wir so auch zu einer höheren beruflichenAnerkennung und zu einem verbesserten Ansehen dieses Berufs beitragen können.