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23.04.21
10:07 Uhr
Landtag

Abschlussbericht zu Medikamentenversuchen im Sozialausschuss vorgestellt

Nr. 33 / 23. April 2021


Abschlussbericht zu Medikamentenversuchen im Sozialausschuss vorgestellt

Im Sozialausschuss des Landtages wurde gestern (Donnerstag) der Abschlussbericht zu Medikamentenversuchen vorgestellt. Dazu äußerte sich der Vorsitzende des Ausschusses Werner Kalinka: „Der im Landtag vorgestellte Abschlussbericht zu den Medikamenten- versuchen in schleswig-holsteinischen Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie in den Erwachsenen-, Kinder- Jugendpsychiatrien in den Jahren 1949 bis 1975 ist ein zutiefst erschütterndes Dokument des Leids und Unrechts, was geschehen ist.“
Kalinka erinnerte daran, dass Sozialausschuss und Sozialministerium auf einem Symposium 2018 im Landeshaus intensiv mit der Aufarbeitung der Vergangenheit begonnen hatten. „Von zentraler Bedeutung war der Beschluss des Landtages auf Empfehlung des Sozialausschusses, dass alle Akten zu öffnen sind“, betonte Kalinka. „Dadurch ist es weiter gelungen, belastbar Licht in ein schlimmes Dunkel der Vergangenheit zu bringen. Es hat sich bestätigt, was Opfer – wie auf dem Symposium – berichtet haben.“
Der Ausschussvorsitzende hob hervor, dass der Landtag im Februar 6,2 Millionen Euro bereitgestellt habe, um allen Anspruchsberechtigten bis 1975, die bislang noch keinen Antrag auf Entschädigung gestellt haben, zu ermöglichen, dies nachzuholen. „Zudem wird die Anlauf- und Beratungsstelle weiterarbeiten – so lange, wie nötig“, unterstrich Kalinka.
„Wir beabsichtigen, Anfang 2022 ein weiteres Symposium durchzuführen“, so Kalinka weiter. „Auch auf meine Initiative hin läuft inzwischen die weitere Aufarbeitung bis 1990. Wir erwarten den Bericht Ende 2022. Diese weitere Aufarbeitung gibt es derzeit nach meiner Kenntnis nur in Schleswig-Holstein. Professor Cornelius Borck, Dr. Christof Beyer und dem Team gebührt großer Dank für die beeindruckende Arbeit. Alle dürfen sicher sein: Es wird nichts unter den Tisch gekehrt.“