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18.06.21
14:00 Uhr
SPD

Kai Vogel zu TOP 29+42: Jamaika muss den Nahverkehr auf der Schiene attraktiver machen

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 18. Juni 2021
Kai Vogel: Jamaika muss den Nahverkehr auf der Schiene attraktiver machen TOP 29+42: Anträge zur S-Bahn-Taktung (Drs. 19/3075, 19/3104) „Aus der eigenen Regierungszeit weiß ich noch, wie schön es ist, wenn man mit dem eigenen Antrag das Leben für die Menschen wirklich verbessern kann. Und heute diskutieren wir darüber, wie die Schienenverbindungen für viele Menschen deutlich besser gemacht werden kann. Da unser gemeinsames Interesse insbesondere in einer Verbesserung der S-Bahntakte liegt und ihr ein paar Tage später vorgelegter Antrag in eine sehr ähnliche Richtung geht– Obacht für Sie: Wir ziehen unseren Antrag zurück und werden Ihrem Antrag zustimmen. Damit müssen Sie sich in Ihren Reden an unserem Antrag auch nicht mehr abarbeiten. Das macht es für die Diskussionsgrundlageeinfacher.
Ihr Antrag hat eine ganz besondere Schwäche. Er hat fast nur die S21 im Blick, sodass der Wahlkreis des Antragsstellers Lukas Kilan überüberdurchschnittlich profitieren würde. Der Wahlkreis meines geschätzten Kollegen Habersaat ebenfalls. Nämlich mit 36 Zügen pro Wochentag bis 20 Uhr und zusätzlichen und 4 Zügen Nachts – also 40 zusätzlichen Zügen pro Wochentag gleich 200 zusätzlichen Zügen von Montag bis Freitag nur für die S21. Das ist eine wirkliche Verbesserung, aber die S21 ist im Vergleich der anderen S-Bahnen, die Schleswig- Holstein mit bedienen, der am schwächsten genutzte Zug. 2,2 Millionen Fahrgäste für die S21. 2,6 Millionen für die S1 und 3,2 Millionen für die S3 in 10 Monaten bei der letzten Erhebung 2019. Also rund eine ganze Million mehr für die S3. Nehmen wir noch unsere Bahnhöfe in SH als Vergleichszahlen dazu: Die S21 mit Reinbek, Wohltorf und Aumühle mit insgesamt rund 31.000 Einwohner*innen und die S3 in SH mit Pinneberg, Halstenbek, Rellingen und Schenefeld (Rellingen und Schenefeld liegen unter einem km von den Bahnhöfen weg) mit insgesamt: rund 97.000 Einwohner*innen. Die Verbesserungen in Ihrem Antrag für die S3 – ich erinnere für rund 97.000 mögliche dicht anbei wohnende Personen: 0. Denn ein 10-Minutentakt bis 20 Uhr bringt dort nichts, weil es den schon gibt. Eine Nachtfahrt pro Stunde bringt dort nichts, weil der Zug bereits fährt. Für eine Verbesserung muss sich der 10 Minutentakt bis mindestens 22 Uhr ausweiten, weil viele nach einem Restaurantbesuch, dem Einkaufen oder Theater die Bahn meiden, um nicht im Bahnhof Elbgaustraße den Zug


1 verlassen zu müssen und bei Dunkelheit und kaum vor Regen geschützt auf dem Bahnhof mit teilweise interessanten Menschen lange auf den Anschlusszug zu warten.
Auf den Hinweis in die Koalition erhielt ich die interessante Antwort: Ja, für die S3 sei eine Verbesserung im landesweiten Nahverkehrsplan kurz LNVP angedacht. Ich frage mich allerdings, wenn Sie das sowieso wollen würden, dann könnten Sie das doch auch in den Antrag schreiben und nicht nur für die S21. Der gültige LNVP hätte eigentlich seit 2017 neu aufgestellt werden sollen. Wenn es keinen neuen Plan gibt, gilt der alte einfach weiter. Doch das heißt auch, dass Sie seit 4 Jahren keine Einigung über den LNVP in der Koalition hinbekommen haben. Und selbst wenn dieser LNVP in ein paar Monaten endlich fertig werden sollte, heißt jede Aussage in dem LNVP immer: Wir finden gut, wenn eine vorgeschlagene Maßnahme kommt, doch wann und mit welchem Takt: schauen wir Mal. Ich erinnere an die Reaktivierung der Strecke Wrist-Kellinghusen. Die steht im gültigen LNVP drin, Sie wollen das, wir wollen das und die Bahn fährt dort trotzdem noch nicht.
Ich bitte Sie, lassen Sie uns Ihren Antrag in den Wirtschaftsausschuss überweisen. Parallel dazu könnten wir uns gemeinsam noch einmal über Ihren Antrag beugen und ihn so anpassen, dass er auch für die Menschen, die die S3 und die S1 nutzen, die Rahmenbedingungen verbessert - nicht nur für die S21. Die Abgeordneten Frau Ostmeier, Frau Strehlau, Frau von Kalben, Herr Hölck und ich und rund 130.000 Personen, die wie ich direkt an der S1 und S3 in SH wohnen, würden es Ihnen danken.“



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