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18.06.21
17:50 Uhr
B 90/Grüne

Joschka Knuth zu den weltweiten Impfungen gegen Covid 19

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Rede zu Protokoll gegeben! Pressesprecherin Claudia Jacob TOP 33 – Covid 19 wirkungsvoll eindämmen – Landeshaus Impfungen weltweit ermöglichen Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Dazu sagt der „Eine Welt“ Sprecher Zentrale: 0431 / 988 – 1500 der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53 Joschka Knuth: presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 230.21 / 18.06.2021


Eine globale Pandemie braucht eine globale und gemeinschaftliche Antwort
„COVID-19 ist kein lokales Problem, sondern eine globale Herausforderung. Es muss unser Ziel sein, diese Pandemie gemeinsam zu bekämpfen. Eine ausreichende Immuni- sierung der Bevölkerung und damit eine wirkliche Bezwingung der Pandemie erreichen wir nur gemeinsam und solidarisch über Grenzen hinaus. Impfen wir nicht global in aus- reichendem Maße, drohen neue Mutationen zu entstehen, die die Immunisierung der ge- impften Personen ebenfalls gefährden können. Gefährliche SARS-CoV-2-Varianten wie Delta belegen dies.
Es ist absolut richtig, eine schnellstmögliche, weitgehende Immunisierung hier vor Ort anzustreben. Zugleich müssen wir aber alles in unserer Macht Stehende tun, um auch weltweit substanzielle Impffortschritte zu erreichen. Ökonomisch schwächere Regionen kämpfen weiter mit hohen Todeszahlen und gerade bei ihnen ist durch hohe Infektions- raten das Risiko für gefährliche Mutationen damit groß.
Die reichsten Länder der Welt haben sich über 80 Prozent der Impfstoffe gesichert. Zum Vergleich: Die Länder, in denen die ärmsten zehn Prozent der Weltbevölkerung leben, haben sich gerade mal 0,5 Prozent der verfügbaren Impfdosen sichern können. In Nigeria müssten bei diesem Tempo 130 Millionen Menschen bis 2023 auf ein Impfangebot war- ten – das würde weitere anderthalb Jahre dauern. So lange, wie die Pandemie bereits unser aller Leben einschränkt und viele Tote fordert. Wir wissen also, welche Konsequen- zen eine solch lange Wartezeit haben könnte.
Das zeigt, wie groß die Dringlichkeit einer globalen Versorgung von Impfstoffen ist. Wir müssen alles daran setzen, jedem Menschen auf der Welt schnellstmöglich ein Impfan- gebot zu machen. Dafür ist ein Engagement von wohlhabenden Ländern wie Deutsch-
Seite 1 von 2 land nötig. Eine Unterstützung der COVAX-Initiative, aber auch der Umgang mit übrig- bleibenden Impfstoffen, auch in Schleswig-Holstein, sind dabei wichtige Punkte. Wir müs- sen aber auch alles dafür tun, um die Produktion von Impfstoffen auszubauen. UNHCR- Studien zufolge werden erst 43 Prozent des Produktionspotenzials ausgeschöpft. Diese Quote muss schnellstmöglich erhöht werden.
Wir Grüne fordern über die Maßnahmen des Antrags hinaus auch eine zumindest tem- poräre Aufhebung spezifischer Bestimmungen des TRIPS-Abkommens. Folge dessen wäre eine kurzfristige Freigabe von Patenten. Im Einklang mit ökonomisch ausgewoge- nen Regelungen könnte dies zu einer schnelleren Verteilung und Anwendung von Know- How und Produkten aus den Bereichen Impfstoffe, Medikamente und medizinische Diag- nostik führen.
Wir stehen als Menschheit vor Herausforderungen, die wir entweder solidarisch und als Gemeinschaft lösen müssen oder an deren Lösung wir scheitern werden. Dass wir diesen Antrag heute beschließen können, stimmt mich optimistisch. Lassen Sie uns gemeinsam weiter den Weg der Lösung gehen in der Pandemie.
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