Hausordnung

Die Hausordnung für die Liegenschaften des Schleswig-Holsteinischen Landtages kann hier heruntergeladen werden.

Das "Haus an der Förde"

Von der kaiserlichen Marineakademie zum modernen Parlamentsgebäude: Das Landeshaus in Kiel hat eine wechselvolle Geschichte.

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Die Marineakademie um 1900

Kaum ein anderes Bauwerk der jüngeren Geschichte in Schleswig-Holstein hat im Laufe seines Bestehens einen so tiefgreifenden Wandel durchgemacht wie das Landeshaus. Das imposante Backstein-Gebäude an der Kieler Förde wurde im sogenannten Drei-Kaiser-Jahr, als innerhalb kurzer Zeit drei Kaiser hintereinander das noch junge deutsche Kaiserreich regierten, am 6. Oktober 1888 als Sitz der kaiserlichen Marineakademie eröffnet – damals auch als das preußische "Marineschloss" bezeichnet. Hier wurden bis 1910 die Offizieren der Kaiserlichen Marine aus- und weitergebildet.

Eng mit der Marine verknüpft war auch der zerstörerische Zweite Weltkrieg. Unter dem Hitler-Regime diente das Gebäude als Sitz des Marinekommandos Ostsee – bis 1945 alles in Trümmern lag: Das schwer zerstörte "Haus an der Förde" und die Demokratie.
 

Seit 2006 ist das Parlament alleiniger Hausherr

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Das Landeshaus Anfang der 1950er Jahre nach Reparatur der Kriegsschäden

Der Wiederaufbau des ehrwürdigen Hauses kündigte allen Bewohnern im Land auch ein wenig den Anbruch neuer Zeiten an. Mit der wieder auferstandenen Demokratie zog am 3. Mai 1950 schließlich der Schleswig-Holsteinische Landtag ein. Zuvor hatte das Parlament seit 1947 an verschiedenen Orten in Kiel getagt, aber auch in Lübeck, Flensburg und Eckernförde. Mit diesem festen Sitz an der Förde hat das Parlament als politische Institution seither ein festes Fundament für seine Arbeit. Zunächst beherbergte das neue Landeshaus unter anderem auch die Staatskanzlei mit den Ministerpräsidenten. Seit 2006 ist es alleiniger Sitz des Parlaments.

Mit dem technischen Fortschritt und den Anfordernissen an eine effiziente Verwaltung wurde weit vor der Jahrhundertwende in den 1980er Jahren mit Modernisierungsarbeiten begonnen, die aber immer wieder unterbrochen werden mussten. Ab 2001 schließlich wurden Nägel mit Köpfen gemacht, und es wurde damit begonnen, das Haus mit einem Gesamtaufwand von rund 21,5 Millionen Euro konsequent umzubauen und zu modernisieren. Auch durch Überhang- und Ausgleichsmandate war die Kapazität des Gebäudes endgültig in drangvolle Enge geraten. Neben den politischen Fraktionen sorgen hier zudem rund 120 Personen in der Landtagsverwaltung für den reibungslosen Ablauf des parlamentarischen Betriebes.

Gläserner Anbau symbolisiert Transparenz

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Ausdruck der Patenschaft des Landtages mit dem Segelschulschiff "Gorch Fock": eine Unterwant und ein Stockanker der "Gorch Fock" an der Nordseite des Hauses.

Als deutlich sichtbares Symbol der transparenten Demokratie, aber auch als Erinnerung an die von der Marine geprägte Geschichte des Hauses ragt seit 2003 der gläserne Plenarsaal in Richtung Kieler Förde. Offiziell wurde das restaurierte Landeshaus am 11. Juni 2004 an den damaligen Landtagspräsidenten Heinz-Werner Arens übergeben. "Es ist alles so, wie wir uns das vorgestellt haben – Schleswig-Holstein hat einen attraktiven neuen Plenarsaal sowie moderne und funktionsgerechte Arbeits- und Veranstaltungsräume", sagte Arens damals mit stolzem Blick auf das ehemalige "preußische Marineschloss", den Sitz des Schleswig-Holsteinischen Landtages.


BILDERGALERIE:

Eine kleine Zeitreise für das Auge: Fotos aus der Geschichte des "Hauses an der Förde"