Top 18:
Strommarkt braucht
eindeutige Wettbewerbsregeln
Antrag der
Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Änderungsantrag der Abgeordneten des SSW - Drs. 15/3675 |
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Top 12:
Universalwerft
HDW in Kiel
Antrag der Fraktion
der FDP
Antrag der Fraktionen von SPD und B´90/GRÜNE - Drs. 15/3674
Antrag der Fraktionen von SPD, CDU,
FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abgeordneten des SSW - Drs.
15/3674neu
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Landtag
fordert faire Strom-Preise
Regulierungspläne der
Bundesregierung umstritten
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Kiel (SHL). Über
die Kompetenzen der künftigen Energie-Regulierungsbehörde
herrscht nicht nur zwischen Bund und Ländern, sondern auch im
Landtag Uneinigkeit. Ein Streitpunkt war am Donnerstag,
23. September, dabei der Plan der Bundesregierung, nach dem
Stromtarife künftig erst bei einem Missbrauchsverdacht
genehmigt werden sollen. Außer der Union forderten alle Landtagsparteien auf Grundlage eines Antrages von
Rot-Grün, dass die Stromkonzerne die Genehmigung bereits im
Voraus einholen müssen. Außerdem müsse die Arbeit der Bonner
Behörde, die nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz ab 2005
die Netzdurchleitungsentgelte für Strom und Gas kontrollieren
soll, auf einer eindeutig normierten Grundlage stehen. Nur so
sei echter Wettbewerb möglich, lautete die Argumentation.
Auch die steigenden
Energiepreise setzten die Abgeordneten in der Debatte unter
Strom. Eine Regulierungsbehörde, die sinkende Preise erreichen
wolle, brauche "Biss" gegenüber den Stromkonzernen,
sagte die SPD-Abgeordnete Roswitha Müllerwiebus (SPD). 33
Prozent des Strompreises fielen für Netzgebühren an; hier
liege das Potential zur Kostenreduzierung.
Die Nettostrompreise seien
heute rund ein Drittel niedriger als 1998 zu Beginn der
Privatisierung, hielt der Trutz
Graf Kerssenbrock (CDU) dagegen. Wer
ein qualitativ hochwertiges Netz wolle, müsse auch mit
entsprechenden Kosten rechnen. Damit sei jedoch nicht jede
Preiserhöhung zu rechtfertigen. Unterstützung
erhielt er hierfür von der Abgeordneten der FDP, Christel
Aschmoneit-Lücke: Der größte
Preistreiber sei der Staat. Die Nutzungsgebühren für das Netz
seien wegen der hohen staatlichen Zusatzkosten so hoch.
Die Grünen
warfen den großen Stromkonzernen Monopolmissbrauch vor.
Preiserhöhungen seien angesichts zweistelliger
Gewinnzuwachsraten nicht vertretbar, so Detlef Matthiessen. Lars
Harms vom SSW nahm die Bundesregierung ins Visier: Diese weigere
sich, durch die erst im Missbrauchsfall angestrebte Prüfung,
ein schlagkräftiges Instrument zur Regulierung zu schaffen.
Stromanbieter ohne eigenes Netz seien auf dauerhaft faire Preise
angewiesen.
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) sprach
sich klar für die Vorabgenehmigung aus. Zudem hätten
Wirtschaft und Industrieverbände in Deutschland die Regulierung
klar gefordert. Abschließend begrüßte Rohwer die jüngste
Entscheidung des größten deutschen Energieanbieters, der E.ON,
ihre Preise vorerst stabil zu halten.
Beschlussfassung:
Der Antrag der
Regierungskoalition wurde in der Sache mit den Stimmen von
Rot/Grün angenommen. CDU, FDP und SSW enthielten sich.
Hintergrund:
Im Zuge der von der EU festgeschriebenen
Liberalisierung des Strommarktes befürchtet Rot-Grün
Preistreiberei durch die Produzenten. Stromtarife sollen
deshalb genehmigungspflichtig werden. Verantwortlich
dafür wäre die dann die künftige Regulierungsbehörde,
die ab dem Frühjahr 2005 in Bonn ihre Arbeit aufnimmt.
Unlauteren Wettbewerb befürchten die Regierungsfraktionen
auch bei der Nutzung des Netzes. Sie halten die Preise
deutscher Netzmonopolisten für überhöht und wollen den
EU-weiten Vergleich mit anderen Netzbetreibern. Grund: Die
Regulierungsbehörde darf nur einschreiten, wenn die
Gebühren höher sind als die durchschnittlichen Entgelte
vergleichbarer Netzbetreiber. Die Bundesregierung lehnt
eine Änderung des von ihr vorgelegten Energie-Gesetzes
ab. Allerdings muss das Gesetz noch den Bundesrat
passieren. Dort zeichnet sich eine Mehrheit gegen das
Energiegesetz in seiner jetzigen Form ab.
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Landtag
steht geschlossen
hinter der Kieler HDW
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Überfraktionelle
Resolution: Kompetenz der Schiffbauer muss in Kiel bleiben
Kiel (lno/SHL).
Schleswig-Holsteins Parlamentarier kämpfen einmütig für den Erhalt des Kieler Schiffbauers HDW als
Universalwerft. Die geplante Fusion der Howaldtswerke-Deutsche Werft
AG (HDW/Kiel) mit den Werften von ThyssenKrupp dürfe nicht zu Lasten
des Standortes Kiel ausfallen, forderten Redner aller Fraktion am
Freitag, 24. September. "Wir brauchen eine Werft, die fest auf zwei
Beinen steht", betonte Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD).
"Die Landesregierung und das Parlament stehen hinter HDW."
Pläne des Managements sahen zunächst vor, in Kiel nur noch U-Boote
zu bauen und die Fertigung ziviler Überwasserschiffe an anderen
Standorten des Verbundes norddeutscher Werften zu konzentrieren. Das
neueste Konzept gesteht Kiel auch den Bau von Containerschiffen zu,
es ist allerdings von den Fusionspartnern One Equity Partners (OEP)
als HDW-Eigner und ThyssenKrupp Technologies noch nicht abgesegnet.
Hunderte Arbeitsplätze in Kiel gelten als gefährdet.
Simonis bekräftigte:
"HDW ist ein Markenzeichen für diese Stadt und ein Herzstück für die Schleswig-Holsteiner - und das muss auch so
bleiben." Zugleich erneuerte sie wie Redner der Regierungsfraktionen und
der Opposition ihre Kritik am früheren HDW-Eigner Babcock Borsig. Der
Anlagenbauer habe der Werft hunderte Millionen entzogen, die sie nun
dringend bräuchte. Das sei "Cash-Klau" gewesen, sagte Simonis.
Stimmen aus dem
Plenum
Nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hat auch das
Land Nordrhein-Westfalen eine Mitverantwortung für den Standort Kiel.
Es müsse dafür gesorgt werden, dass Kiel bei der Fusion "nicht hinten
runterfällt". Sein SPD-Amtskollege Lothar Hay ging noch darüber
hinaus und verlangte, die Zentrale des Werftenverbundes nach Kiel zu
verlegen: "Das Headoffice gehört nach Kiel."
Thomas Stritzl (CDU) erinnerte daran, dass HDW insbesondere auch
im Bereich des so genannten "Mega-Yachtbaus"
mittlerweile über eine weltweite Reputation verfüge. Die
Überlegung, den Überwasserschiffbau im Rahmen einer
eigenständigen Gesellschaft zu ermöglichen, sei zwar "ein
Schritt in die richtige Richtung aber nicht ausreichend".
Karl-Martin Hentschel
(Grüne) begrüßte die Werftenfusion grundsätzlich, regte aber zugleich
an, die deutsche Werftenpolitik insgesamt zu überdenken: "Es hat
keinen Sinn, immer nur gegen den Niedergang an zu subventionieren."
Für die Chefin der Landtagsgruppe des SSW, Anke Spoorendonk,
bedeutet der Erhalt des zivilen Schiffbaus eine notwendige
Flexibilität, da der Marineschiffbau stark von politischen
Konjunkturen abhänge. Denn: "Was passiert mit der HDW,
wenn der U-Boot mal nicht mehr so floriert wie heute?"
Hintergrund:
Das Konzept für die geplante Fusion der
Kieler Werft HDW mit den ThyssenKrupp-Werften in Hamburg (Blohm+Voss)
und Emden (Nordseewerke) stößt in Schleswig-Holstein auf
breiten Widerstand. Für die Kieler Universalwerft HDW mit
derzeit 3.200 Beschäftigten zeichnet sich die
Beschränkung auf den Bau von U-Booten ab – es droht der
Verlust von bis zu 1.000 Arbeitsplätzen in der
Landeshauptstadt. Hintergrund sind Pläne bei ThyssenKrupp
und dem HDW-Eigentümer One Equity Partners, an jedem
Standort bestimmte Aktivitäten zu bündeln.
Das
Konzept sieht vor, dass sich Blohm+Voss auf den Bau von
Überwasser-Marineschiffen und Yachten konzentrieren soll.
Die Nordseewerke in Emden sollen den U-Boot-Bau und den
Reparatur-Sektor verlieren und im Gegenzug einen Teil der
Fertigung von Fregatten und Korvetten übernehmen. Die
mehrheitlich der US-Investmentgesellschaft One Equity
Partners gehörende HDW soll demnach keine
Überwasserschiffe mehr herstellen.
Dies hatten Betriebsräte und Gewerkschaften gefordert. Kiels IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel betonte am Donnerstag:
"Es reicht uns noch nicht." Strittig ist etwa die von Arbeitgeberseite
geforderte Ausgründung des Überwasserschiffbaus bei Deutschlands
größtem Schiffbauer HDW in eine rechtlich selbstständige GmbH. «Man braucht diese GmbH nicht, die Werften haben bisher ihre
Zusammenarbeit auch ohne organisieren können», sagte Mädel. Er sehe
die Gefahr, dass die GmbH dazu benutzt werde, «Tarife erster Klasse
im U-Boot-Bau und zweiter Klasse im zivilen Schiffbau» durchzusetzen.
Unterdessen einigte sich die neunköpfige Kommission bei ihren
Beratungen über die Ausgestaltung der Fusion darauf, dass an allen
drei Standorten künftig "ein strategisches Marineprodukt konstruiert
und gefertigt" wird. Somit bliebe in Emden entgegen Plänen des
Managements der U-Boot-Bau erhalten. Der Betriebsratsvorsitzende der
dortigen Nordseewerke, Fritz Niemeier, wertete dies als Anfangserfolg. Die ausreichende Auslastung der 1500 Beschäftigten sei
damit auf gutem Wege.
Die Beschlüsse der so genannten Begleitkommission sind allerdings
nicht bindend. ThyssenKrupp Technologies, das in dem Verbund die
industrielle Führung übernehmen soll, hält nach Angaben aus
Unternehmenskreisen an seinem Konzept spezialisierter Werften fest. Am Zeitplan für die Fusion, die von Januar 2005 an greifen soll,
soll sich indes nichts ändern. Der US-Investor One Equity Partners
(OEP) als HDW-Eigner und ThyssenKrupp wollen wie angekündigt Ende
September die Verträge unterzeichnen.
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