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4. Oktober 2021 – „Gorch Fock“

Das Patenschiff des Landtages kehrt heim

Rückkehr nach rund sechs Jahren: Die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Deutschen Marine und Patenschiff des Landtages, macht runderneuert wieder in Kiel fest. Landtagspräsident Klaus Schlie: „Heute ist ein großartiger Tag.“

Gorch Fock Rückkehr Landtag Schiff Landeshaus 04.10.2021
Stolz passiert die "Gorch Fock", das Patenschiff des Landtages, das beflaggte Landeshaus. Foto: Landtag, Thomas Eisenkrätzer

Nach knapp sechs Jahren in der Werft ist das runderneuerte Segelschulschiff „Gorch Fock“ heute wieder in seinen Heimathafen in Kiel eingelaufen. Letzten Donnerstag hatte die Marine den Dreimaster von der Bremer Lürssen-Werft erhalten. Landtagspräsident Klaus Schlie und Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer, die die Rückkehr des 1958 in den Dienst gestellten Dreimasters auf den letzten Seemeilen begleitete, äußerten ihre große Freude darüber, dass das Patenschiff des Landtages wieder in dessen unmittelbarer Nähe an der Gorch-Fock-Mole festgemacht hat.

„Heute ist ein großartiger Tag, auf den wir alle, und an vorderster Stelle die Mannschaft des Segelschulschiffes, lange gewartet haben. Mit der ‚Gorch Fock‘ kehrt die Botschafterin Deutschlands und Schleswig-Holsteins auf den Weltmeeren zurück in ihren Kieler Heimathafen“, sagte der Landtagspräsident. „Sie ist Sinnbild für Schleswig-Holstein und insbesondere für Kiel. Die ‚Gorch Fock‘ gehört zu unserem Bundesland.“ Der Landtag hat 1982 die Patenschaft für das Segelschulschiff übernommen. Die Patenschaft eines Parlaments für eine Einheit der Bundeswehr ist in Deutschland bislang einmalig.

40 Jahre Patenschaft – Jubiläum naht

Die Zeit der Instandsetzung sei eine Zeit gewesen, in der es viel Gegenwind gegeben habe und in der es vor allem darum gegangen sei, den Wert der seemännischen Ausbildung an Bord eines Großseglers in Zeiten der Technisierung und Digitalisierung zu verteidigen, so Schlie. „Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat auch in stürmischen Zeiten fest an der Seite seines Patenschiffes gestanden. Wir freuen uns, dass die ‚Gorch Fock‘ nun noch viele Jahre für die Marine auf den Weltmeeren segeln wird und an Bord weiterhin Offizieranwärterinnen und -anwärter ausgebildet werden. Und wir freuen uns besonders, im kommenden Januar das 40-jährige Bestehen der Patenschaft des Landtages für die ‚Gorch Fock‘ zu feiern“, betonte der Landtagspräsident. „Über alle Parteigrenzen hinweg sind wir stolz auf die Patenschaft.“

Schlie hatte sich öffentlich dafür eingesetzt, die Instandsetzung fortzuführen, als dies während der langen Sanierungsphase und wegen Kostensteigerung zeitweise zur Debatte stand. Seiner Verbundenheit mit dem Segelschulschiff hatte der Parlamentspräsident in zwei Werftbesuchen im März 2018 und im Dezember 2019 Ausdruck verliehen, bei denen er sich mit Schiffsführung und Besatzung über die Situation austauschte. Weil an dem 1958 gebauten Schiff viel mehr gemacht werden musste als zunächst gedacht, überstiegen die Kosten der Sanierung die anfangs kalkulierten zehn Millionen Euro deutlich. Letztlich billigte das Verteidigungsministerium die Steigerungen und legte einen Deckel von 135 Millionen Euro fest. 

Botschafter unter weißen Segeln

Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer begleitete den Dreimaster auf dem Minenjagdboot „Fulda“ beim Einlaufen in die Kieler Förde. „Die ‚Gorch Fock‘ ist ein ganz besonderes Schiff – es ist in den vergangenen mehr als 60 Jahren zu einem maritimen Wahrzeichen geworden. Der Dreimaster und seine Besatzung stehen für die Weltoffenheit unseres Landes“, hob Krämer hervor. In einer Zeit, in der Konflikte in der Welt zunähmen und sich Spaltungen vertieften, seien Botschafterinnen und Botschafter gefragt, die Kontakte pflegten, neue Verbindungen knüpften und die Ideen von Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung in die Welt trügen.

Das Segelschulschiff erfülle nicht nur den Auftrag der Ausbildung des seemännischen Nachwuchses – die Besatzung und Schiffsführung seien auch Botschafter unter weißen Segeln, sagte die Landtagsvizepräsidentin und würdigte deren Einsatz: „Ich danke Ihnen allen, dass Sie in den vergangenen sechs Jahren Ihrem Schiff und damit einem weltweit bekannten Symbol Deutschlands in schwerer Zeit die Treue gehalten haben. Ich danke Ihnen für Ihren Dienst in der Deutschen Marine und freue mich, dass die weißen Segel endlich wieder in der Kieler Förde zu Hause sind!“

Sonderbeflaggung auf dem Landeshaus

Als besonderes Zeichen der Verbundenheit mit dem Landtag fuhr die „Gorch Fock“ heute bei ihrer Rückkehr bis auf die Höhe des Landeshauses. Mit an Bord waren die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der  Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach. Für das Landeshaus wurde zu diesem besonderen Anlass eine Sonderbeflaggung angeordnet: Die Bundesdienstflagge mit dem sogenannten Bundesschild wurde am frühen Morgen gehisst.

Nach einem Wendemanöver lief das Schulschiff in den Marinestützpunkt Kiel-Wik ein und machte an der Gorch-Fock-Mole (ehemals Tirpizmole) fest, die kürzlich nach dem Dreimaster benannt wurde. Hier wurde die „Gorch Fock“ durch die Ehrengäste, darunter die Landtagsvizepräsidentin und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), sowie das Marinemusikkorps Kiel empfangen.

Unterwant und Stockanker zieren den Landtag

Die Verbundenheit des Landtages mit der „Gorch Fock“ zeigt sich in der Patenschaft für den Dreimaster, deren 40. Jubiläum im kommenden Jahr gefeiert wird. Am 26. Januar 1982 verkündete der damalige Landtagspräsident, Helmut Lemke, die Übernahme der Patenschaft im Rahmen der Plenarsitzung – sie solle ein ständig sichtbarer Ausdruck für die langjährigen guten und freundschaftlichen Kontakte des Landtages zu den Einheiten und Kommandos der Bundeswehr im Lande sein. Darüber hinaus seien der große Beitrag des Schiffes zur Völkerverständigung, die maritime Tradition des Landes zwischen den Meeren und der Kontakt mit dem seemännischen Nachwuchs Gründe für die Verbundenheit, so der damalige Parlamentspräsident. Bis 1997 war der Landtag auch räumlich eng mit dem Schiff verbunden, das seinen Liegeplatz an der Blücherbrücke hatte. Der damalige Kommandant, Kapitän z.S. Helmut Wind, war wesentlich am Aufbau der Patenschaft beteiligt.

Sichtbaren Ausdruck findet die Patenschaft am Landeshaus durch ein Unterwant der „Gorch Fock“, das an der Nordseite des Gebäudes aufgespannt wurde. Direkt daneben ist der letzte traditionelle Stockanker der Deutschen Marine aufgestellt, der ebenfalls von dem Segelschulschiff stammt und 1985 an den Landtag übergeben wurde.

Mehr Info:
Weitere Informationen zur Entwicklung der Patenschaft

 

 

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