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Das Plenum tagt im Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtages, wo CDU-Ministerpräsident Daniel Günther am Rednerpult spricht.

Landtagstagung
vom 17. bis 19. Juni

43. Tagung der 20. Wahlperiode

Juni-Plenum: Wandelanleihe, Wohnungsbau, Verfassungstreue

Geprägt von Debatten über den Umgang mit staatlicher Verantwortung und politischer Kontrolle beginnt das Juni-Plenum mit einer Aussprache zu den Konsequenzen aus dem Sonderbericht des Landesrechnungshofes und dem Urteil des Landesverfassungsgerichts zur Northvolt-Wandelanleihe. Auch das von der Landesregierung geplante Landesdiskriminierungsschutzgesetz könnte für intensive Diskussionen sorgen. Und schließlich steht mit dem Gesetzentwurf zur Stärkung der Verfassungstreue ein weiteres, viel beachtetes Thema auf der Tagesordnung.

Daneben reicht die Themenpalette von kommunalen Finanzen und sozialer Stadtentwicklung über Landwirtschaft, Fischerei und Energiewende bis hin zu Pflege, Wohnungsbau und Klimaschutz. Insgesamt sind 37 Tagesordungspunkte in 28 Debatten geplant.

Northvolt und Schutz vor Diskriminierung

Der Mittwoch beginnt vormittags mit einer gemeinsamen Beratung dreier Tagesordnungspunkte zur Northvolt-Wandelanleihe, dem Sonderbericht des Landesrechnungshofes und dem entsprechenden Urteil des Landesverfassungsgerichts. Neben zwei weiteren Anträgen steht dabei ein gemeinsamer Antrag aller Oppositionsfraktionen zur Debatte. Unter dem Titel „Missbilligung des Umgangs der Landesregierung mit der Northvolt-Wandelanleihe“ fordern sie politische Konsequenzen aus den aus ihrer Sicht festgestellten Verstößen gegen Landesverfassung, Landeshaushaltsordnung und Aktenordnung. Zudem geht es vor der Mittagspause um die Flexibilisierung des kommunalen Haushaltsrechts sowie um eine sozialere Stadtentwicklung.

Am Nachmittag steht zunächst der Entwurf des in den vergangenen Wochen viel diskutierten Gesetzes zur Vermeidung von Diskriminierung in Schleswig-Holstein auf der Tagesordnung, mit dem die Koalition Betroffenen den Weg erleichtert möchte, gegen Diskriminierung durch Behörden vorzugehen. Opposition und Gewerkschaft der Polizei kritisieren das Vorhaben als bürokratisch und sehen Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt. Weitere Themen sind die Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes, die Zukunft der Fischerei sowie Beratungen zu Schwimmstädten, Schulentwicklung und der Unterstützung kinderreicher Familien.

Gehörlosengeld und Wohnungsbau

Der Donnerstag beginnt mit einem Gesetzentwurf des SSW zur Einführung eines Landesgehörlosengeldes mit dem Ziel, gehörlosen Menschen durch einen finanziellen Nachteilsausgleich eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Im Anschluss fordert die FDP die schnellstmögliche Abschaffung bestehender Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten. Zudem geht es um die Förderung gesunder Ernährung, die Normenkontrolle zum Sondervermögen sowie um Themen der Energiewende.

Nach der Mittagspause debattiert das Plenum in einer gemeinsamen Beratung über Änderungen der Landesbauordnung, mit denen Ausbau und Weiterentwicklung bestehender Gebäude erleichtert werden sollen. Ein SPD-Antrag fordert darüber hinaus, die Untervermietung von Wohnraum zu erleichtern. Nach Beratungen zu einem Gesetzentwurf zur Änderung des Bestattungsgesetzes stehen außerdem Trassengebühren, die Pflege sowie die Fortführung der Landesstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auf der Tagesordnung.

Verfassungstreue und Energiekosten

Der Freitag beginnt mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfassungstreue. Die Landesregierung will damit sicherstellen, dass „Verfassungsfeinde“ vom öffentlichen Dienst ferngehalten werden. Vorgesehen sind unter anderem Regelungen, die eine rechtssichere und datenschutzkonforme Abfrage möglicher Eintragungen beim Verfassungsschutz ermöglichen. Im Anschluss fordert die SPD die Einführung einer Steuer auf krisenbedingte Übergewinne von Ölkonzernen, deren Einnahmen für Entlastungen insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen sowie privater Haushalte eingesetzt werden sollen. Weitere Themen am Vormittag: die Erhöhung der Ehrenamtspauschale, die HIV-Prävention sowie mögliche Benachteiligungen im Planstellenzuweisungsverfahren.

Am Nachmittag stehen in einer gemeinsamen Beratung Änderungen am Landesverfassungsgerichtsgesetz, am Landesrichtergesetz, an der Landesverfassung sowie an der Geschäftsordnung des Schleswig-Holsteinischen Landtages an. Im Anschluss geht es um die Sicherstellung der Fährverbindung Missunde durch eine strategische Neuausrichtung, die Eigenständigkeit der Commerzbank AG zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie um weitere Beratungen zur Energiewende und zum Klimaschutz in Schleswig-Holstein.

Hinweis:

Im Verlauf des jeweiligen Dienstags vor dem Plenum werden im obigen Text sowie im Zeitplan ausgewählte Themen verlinkt, zu denen es Hintergrundinformationen gibt. Während der Sitzungen erscheinen dann längere Berichte zu diesen Themen sowie aktuelle Newsticker-Meldungen in Plenum Online.