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15. Januar 2026 - Umwelt- und Agrarausschuss

Regionaler Honig soll besser gefördert werden

Imkerei-Experten unterstützen im Fachgespräch des Umwelt- und Agrarausschusses diesen Mittwoch (14. Januar) einen Antrag zur Stärkung der regionalen Imkerei – und fordern weitere Verbesserungen.

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Beim Fachgespräch: Experten aus der schleswig-holsteinischen Imkerei.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Ob Preisverfall am Markt oder Schädlingsbefall – Imker sehen ihre Zukunft durch vielerlei Gefahren bedroht. Zu einem Fachgespräch waren gestern (14. Januar) Imkerei-Experten zu Gast in der Sitzung des Umwelt- und Agrarausschusses. Anlass war der Antrag „Regionale Imkerei stärken – Qualität von Honig sichern“ (Drs. 20/3579) der SPD-Fraktion vom vergangenen September. Darin fordern die Sozialdemokraten von der Landesregierung, sich auf der Bundes- beziehungsweise EU-Ebene unter anderem dafür einzusetzen, dass auf den Frontetiketten von Mischhonigen alle Ursprungsländer und prozentuale Anteile angegeben werden müssen. Des Weiteren verlangen sie verschärfte Importkontrollen, die Schaffung eines EU-Honigreferenzlabors sowie gezielte Fördermaßnahmen und bessere Vermarktungsmöglichkeiten, um die regionale Imkerei in Schleswig-Holstein zu stärken.

Unter allen anwesenden Fachleuten herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass der Antrag der SPD in die richtige Richtung geht. „Unser Honig ist ein hervorragendes regionales Produkt und Schleswig-Holstein das Imker-Bundesland schlechthin“, konstatierte Christian Krug, Vorsitzender des Landesimkereiverbandes. Man unterstütze deshalb alle Maßnahmen, die dazu beitragen, den Nachweis für die Qualität dieses Honigs zu erbringen und sich über eine volle Transparenz abzugrenzen gegenüber günstigeren Angeboten von Mitbewerbern, die jene Kriterien nicht erfüllen könnten und die Preise auf dem Markt ruinierten.

Lückenlose Etikettierung in der Kritik

Es sei zudem notwendig, die derzeitigen staatlichen Zuwendungen für die Imker von jährlich 100.000 Euro (zur Hälfte aus EU- und Landesmitteln) zu erhöhen, forderte Klaus Sick vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker. „Bei der derzeitigen Anzahl der Bienenvölker im Land bekommt der Imker für jedes Volk drei Euro, das ist nichts.“ Der Landesverband gehe auf dem Zahnfleisch, die Zahl der Mitglieder gehe stetig zurück und Schädlinge wie die Varroamilbe bedrohten die Zucht und müssten durch aufwendige Maßnahmen bekämpft werden. Auch sei es aus seiner Sicht dringend notwendig, die weitere universitäre Erforschung der Bienen zu forcieren.

Per Video zugeschaltet war Dr. Gertje Petersen, Leiterin des Instituts für Bienenkunde beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Sie betonte die „Wichtigkeit von Honigbienen bei der Bestäubung von Pflanzen nicht nur als Dienstleistung sondern auch zum Erhalt und Aufbau der Biologischen Vielfalt“. Ihr Labor stelle niedersächsischen Imkern kostengünstig eine Analyse ihrer angelieferten Honige zur Verfügung und diese Kontrollen seien wichtig. „Bei Honig ist ja das Problem, dass die Produzenten den sie umgebenden Umweltbedingungen vollkommen ausgeliefert sind und deshalb ständige Untersuchungszwänge bestehen, um die Qualität eines Produktes auszuweisen.“ Die Forderung des SPD-Antrags nach lückenloser Etikettierung der Herkunft halte sie allerdings aufgrund des hohen Zeitaufwands für nicht zielführend: „Das ist nicht sinnvoll im Tagesgeschäft der Untersuchungsämter, weil sie sich dann zu lange mit den Proben beschäftigen müssen, um jeden kleinsten Anteil zu bestimmen.“