Bereits ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Itzehoe das erste Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland errichtet. Sein Entstehen verdankt es dem deutsch-ungarischen Filmproduzenten Gyula Trebitsch. Trebitsch (1914–2005), Überlebender des Holocaust, gründete nach dem Krieg die jüdische Gemeinschaft Itzehoe und initiierte den Bau des Mahnmals, das am 8. September 1946 eingeweiht wurde. 80 Jahre nach der Errichtung des Mahnmals erinnern am 27. Januar Landtag, Gymnasium und Innenstadtgemeinde an Gyula Trebitsch und seine Initiative und gedenken der Opfer, denen das Mahnmal gewidmet ist.
Ehrengast der zentralen Gedenkveranstaltung ist der im Jahr 1920 geborene Zeitzeuge Nicolaus Blättermann, dessen Lebensweg überraschende Parallelen mit dem Gyula Trebitschs aufweist. Blättermann verlor durch die Verfolgung im Nationalsozialismus seine Familie, er selbst überlebte Deportation und Zwangsarbeit. Trotzdem kehrte er nach dem Krieg nach Deutschland zurück und wirkte am Aufbau einer neuen, demokratischen Gesellschaft sowie am Wiederaufbau des jüdischen Lebens mit. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern lässt Nicolaus Blättermann die Gäste an seinem Leben und seinem Erfahrungsschatz teilhaben.
Bereits vor der Gedenkveranstaltung besucht Landtagspräsidentin Kristina Herbst mit Schülerinnen und Schülern des Sophie-Scholl-Gymnasiums den Gedenkort „GeSCHICHTenberg“. Im Anschluss findet am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus eine öffentliche Kranzniederlegung statt.